Anfang

"Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe bereit zum Abschied sein und Neubeginne, um sich in Tapferkeit und ohne Trauern in and're, neue Bindungen zu geben. Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben. Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten, an keinem wie an einer Heimat hängen, der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen, er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten!" - Hermann Hesse

“Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in and’re, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten!” – Hermann Hesse

ich wil dir 
antworten 
aber du bist 
in einem anderen (deinem)
Universum 

meine Rauchzeichen 
verpuffen 
in der stratosphärischen 
Gefühlsleere 
da wo mein Herz 
keine Luft mehr atmet 
aber verzweifelt versucht 
seine Liebe lebendig zu halten 

auch Schweigen 
ist ein mächtiges Wort 
es sagt alles 
was ich wissen muss

SonnenFinsternis

Jan Boeckhorst, Dädalus und Ikarus

Jan Boeckhorst, Dädalus und Ikarus

ich finde dich 
nur in meinen Träumen 
auch dann 
wenn mich die Dunkelheit 
nicht Schlaf finden lässt
und die Gedanken kreisen 
um des Bauchnabels Zenit 
der gleichzeitig ist 
der Absturz 
des Dädalus 
weil er die Sonne küssen wollte 

auch ich begehre einen Stern 
der so hell leuchtet 
dass ich 
nur noch den Schatten Meiner seh`

aber selbst sein Abglanz 
ist noch so mächtig 
dass mir sein Fehlen 
als eine totale Eklipse 
erschiene

Meret Oppenheim, Dada Nude

Meret Oppenheim, Dada Nude

Zur Kritik der “grünen Moderne”

Vom Mao-Stalinismus zum ‘Ordoliberalismus’ 

Ralf Fücks, der intellektuelle vordenker der Grünen und
chef der Heinrich-Böll Stiftung (der think tank der Grünen) hat in einem bemerkenswerten
interwiew in der “Welt” (09.04.2013) seine politische sicht auf die welt
zum besten gegeben.

war Füchs in den wilden 70ern ein unterstützer maostalinistischer
miniparteien, so ist er heute ein arrivierter bourgeoispolitiker.
dies ist an sich nichts ungewöhnliches. die schlimmsten reformisten
und konservative sind meistens konvertierte ex-linke. und die allerschlimmsten dabei sind die sogenannten “alt-68er”.
auch glaubt niemand ernsthaft mehr daran, dass die Grünen irgendwas
mit “linker politik” (im allerweitesten sinne) zu tun haben.
aber was Füchs in diesem interview an ansichten zum ausdruck bringt,
ist es schon wert, etwas eingehender betrachtet zu werden.

Die Grünen – eine kleinbürgerliche Partei mit ambivalenten Entstehungsgründen 

etwa zur gleichen zeit wie die aufkeimende neue linke
entstand auch ein bewusstsein über die destruktiven
seiten der ökonomie (naturzerstörung) und die endlichkeit
der naturressourcen.
die auch in der traditionellen linken verbreitete technik- und
fortschrittsgläubigkeit geriet in eine krise. das wachstum konnte
nicht mehr rein quantitativ bestimmt werden und nicht jede technik
war auch in ethischer hinsicht zu befürworten.
dies war an sich eine progressive entwicklung, stellte sie doch
das profitprinzip in frage aufgrund einer ökologisch-ganzheitlichen
sicht, für die die traditionelle linke blind war. denn die
vorwiegend trade-unionistisch geprägte arbeiterbewegung teilte den
technikfetischismus und fortschrittsoptimismus in sachen unbegrenztes
wachstum.
in dieses politische vakuum stiess die sogenannte ökologiebewegung.
die ebenfalls in den 70er und 80er jahren entstandene anti-AKW-Bewegung
verdichtete sich dann zu der gründung von politischen parteien
im stile der Grünen.
diese waren von anfang an sehr heterogen. es gab die ausgewiesenen
linken, die von den K-gruppen zu den Grünen gingen. es gab aber auch
sehr konservative, ja bis hin zu braunen elementen in der grünen
bewegung. es war daher nur logisch, dass es dann auch zu
spaltungsprozessen innherhalb dieser formation kommen musste.

ich will hier keine geschichte der Grünen schreiben, aber beispielhaft
seien hier Jutta Ditfurth für den linken flügel und Herbert Gruhl
für den rechten flügel genannt, die dann später eigene wege gingen.
diejenigen, die übrigblieben, und die dann massgeblich die heutige
grüne politik bestimmen, versuchen daher einen ideologischen spaghat,
den grundsätzlichen prokapitalismus der partei mit den diversen spielarten des öko-fundamentalismus zu vereinbaren; etwas, was natürlich nicht ohne friktionen ablaufen kann.

an dieser stelle kommt Fücks ins spiel, der versucht mit seinem konzept
der “reflexiven moderne” klassischen liberalismus mit elementen
grüner “systemkritik” kompatibel zu machen, um die Grünen als ordinäre
bürgerliche partei ans (regierungs)geschäft zu bringen.
wie er das versucht, soll anhand einiger besonders eklatanter stellen aus
dem interview dargelegt werden.

Grüner Kapitalismus = ökologisch getarnter Marktradikalismus

Fücks ist ein ziemlich schlauer fuchs.
er benutz richtige argumente, z B dass ohne
wachstum keine verbesserung der lebensverhältnisse
möglich ist, um seinen grünen liberalismus zu begründen.
so sagt er:

“Für die große Mehrheit der Menschen auf dieser Welt schafft
wirtschaftliches Wachstum die Basis für eine Verbesserung
ihrer Lebensverhältnisse. Gemessen an allen sozialen Indikatoren
– Lebenserwartung, Kindersterblichkeit, Bildungsniveau, Gleichstellung von Frauen –,
verzeichnen wir deutliche Fortschritte. Seit den 70er-Jahren erleben wir eine
lange Welle der Demokratisierung, allen Rückschlägen zum Trotz. Das geht
mit dem Wachstum der Mittelschichten, des Bildungsniveaus und der
internationalen Verflechtung einher. Das Problem ist, dass ein
Wachstum, das auf intensivem Ressourcenverbrauch und fossilen
Energien beruht, an ökologische Grenzen stößt: Klimawandel,
Verlust fruchtbarer Böden, Wasserkrise in vielen Regionen der Welt.
Das heißt, wir müssen den Modus des Wachstums ändern: vom Raubbau
an der Natur zum Wachsen mit der Natur. Das ist die große Herausforderung.
Denn die Weltwirtschaft wird sich in den nächsten 25 Jahren glatt verdoppeln,
angetrieben von den aufsteigenden Nationen Asiens, Lateinamerikas und Afrikas.
Es kommt darauf an, dieses Wachstum in nachhaltige Bahnen zu lenken.”

diese sätze sollte man in einem lehrbuch für marxistische ideologiekritik
als schulungsmaterial verwenden!
was macht Fücks hier?
als erstes stellt er eine prämisse auf, ohne sie zu begründen:

wachstum schafft verbesserung der lebensverhältnisse.
(“für die grosse mehrheit der menschen” ist nur eine rhetorische nebelkerze)
eine aussage, die jeder liberale mit freude unterschreiben würde.
wachstum bedeutet MEHR an produktion. die verwendung dieser
begrifflichkeit trifft keine aussage darüber
WAS (qualitatives wachstum) produziert wird, noch WIE (produktionsweise und-verhältnisse) es produziert wird. und das heisst auf gut ideologiekritisch: die BÜRGERLICHE produtionsweise wird als gegeben und nicht hintergehbar VORAUSGESETZT. oder im sinne eines pennälerkaulauers: die kraft des faktischen setzt die norm. marx würde sagen: die herrschenden gedanken sind die gedanken der herrschenden.

was Fücks über die lange welle der “demokratisierung” sagt, lassen wir mal dahingestellt. warum diese sich aber ausgerechnet im “wachstum der mittelschichten”ausdrücken soll, bleibt wohl sein geheimnis, was aber kein geheimnis ist. es stellt das wählerklientel der Grünen dar!

ökonomisch stimmt der satz sicher auch nicht, denn gerade die kleinen
und mittleren unternehmen verlieren in der krise mit am schnellsten ihre
existenzgrundlage.
ob das bildungsniveau gestiegen ist, da fehlen mir die hintergrundinformationen;
neige aber dazu, da zweifel anzumelden.
tja, und was die gewachsene “internationale verflechtung” mit “demokratisierung”
zu tun haben soll, da müsste uns Fücks doch noch etwas handfestere argumente
an die hand geben, damit wir diesen sprachlichen nebel etwas lichten können.

als resume gibt er an:

“Das heißt, wir müssen den Modus des Wachstums ändern: vom Raubbau
an der Natur zum Wachsen mit der Natur.”

und jetzt holt Fücks zum grossen schlag aus, für den
man ihm den Oscar der ideologieproduktion verleihen müsste:

“Die positive Nachricht lautet, dass in einer wachsenden Ökonomie
das Innovationstempo höher ist als in einem stagnierenden Umfeld.
Die Erneuerung des Produktionsapparats und der Infrastruktur
kommt schneller voran.”

diesen satz sollte man sich auf der zunge zergehen lassen! Wachstum = Erneuerung; so simpel funktioniert das weltbild eines “intellektuellen vordenkers”! worin sowohl “wachstum” als auch “erneuerung” bestehen – kein wort! nichts über Herrschafts- und Machtstrukturen, nichts über Klassenverhältnisse. nichts über eigentumsformen und verfügungsgewalt. die ganze tiefe der gesellschafts-und ökonomiekritik existiert bei Fücks schlicht und ergreifend nicht. es ist so, als ob er mit seiner politischen vergangenheit auch seine politische denkfähigkeit einer amnesie zugeführt hätte.

und jemand, der nicht mehr denken kann, muss dann als ersatz moralisieren:

“Ich setze darauf, dass wir trotz aller Spekulation und Gier, trotz aller Skandale der letzten Jahre eher in Richtung einer moralischen Ökonomie gehen, in der die Kluft zwischen Ethik und Business kleiner wird.”

kann man soviel geistige erbärmlichkeit überhaupt noch als “politische theorie” bezeichnen?

das ganze kleinbürgerliche weltbild kommt auch sehr schön in folgendem zum ausdruck:

“Dagegen halte ich daran fest, dass Ziel grüner Politik eine andere Produktionsweise sein muss – nicht ein neuer Mensch. Es ist nicht Aufgabe der Politik, den Leuten vorzuschreiben, wie sie leben sollen.”

das problem ist nur, wenn sich der “mensch” nicht ändert, wird sich auch nicht die “produktionsweise” ändern; und die ganze “alte scheiße” (marx) beginnt von neuem! und auch das problem der “naturverträglichlichkeit” der ökonomie wird ohne eine [praktische] kritik der gesellschaftlichen herrschaftsverhältnisse nicht zu lösen sein. wenn die Grünen immer von Zivilgesellschaft sprechen, meinen sie in wirklichkeit, es gäbe keine klassen mehr – wie seinerzeit der Kaiser. man kann diesen begriff im sinne von Gramscis Hegemonie verwenden, aber auch das macht ohne eine klassentheorie keinen sinn!

“Fücks: Ja. Ich bin für einen grünen Ordoliberalismus.”

Die grosse Krise der Gesellschaft und die Stürme im Wasserglas der ‘radikalen Linken’

wir wollen uns nicht weiter bei Fücks und der “grünen Moderne” aufhalten. es lohnt nicht! bei soviel geistiger flachheit und seichtheit ist selbst der niveauloseste comic noch gehobene literatur.

das reale problem ist auf der einen seite, dass der kapitalismus neben der ökonomischen jetzt auch eine ökologische krise erzeugt hat. dafür ist die (radikale) linke noch nicht weit genug theoretisch gerüstet.

auf der anderen seite gibt es immer noch ein massives glaubwürdigkeitsproblem der linken aufgrund des etatistischen traumas, was noch lange nicht überwunden ist.

solange diese beiden felder — die ökologische oder naturfrage und der etatismus — von der linken nicht wirklich überzeugend aufgearbeitet wurden, solange wird die arbeitsteilung zwischen den verschiedenen politischen fraktionen des (klein)bürgertums mehr oder weniger unangefochten hegemonial bleiben.

meines erachtens kann diese Aufarbeitung nicht gelingen, solange es nicht eine voll entfaltete marxistische theorie des “stalinismus” gibt.

Blog Statistik

ich habs zwar nicht so mit zahlen, aber seit der umstellung auf das neue design (und den schwerpunkt auf poesie) haben sich die klickzahlen in etwa verdoppelt. was immer dafür der grund sein mag – dafür ein dickes DANKE!

in zukunft werde ich versuchen, wieder etwas mehr die kurve zu den
politischen themen zu (zurückzu)finden; aber natürlich werde ich weiterhin meine freude am gedichte schreiben hier zum ausdruck bringen. ob zur Freud` oder Leid des lesers – das mögen dann die zahlen wiedergeben ;)

Transrationaler Marx

Jugendbildnis von Karl Marx

Jugendbildnis von Karl Marx

 

“Man sieht, wie Subjektivismus und Objektivismus, Spiritualismus und Materialismus, Tätigkeit und Leiden erst im gesellschaftlichen Zustand ihren Gegensatz und damit ihr Dasein als solche Gegensätze verlieren; man sieht, wie die Lösung der theoretischen Gegensätze selbst nur auf eine praktische Art, nur durch die praktische Energie des Menschen möglich ist und ihre Lösung daher keineswegs nur eine Aufgabe der Erkenntnis, sondern eine wirkliche Lebensaufgabe ist, welche die Philosophie nicht lösen konnte, eben weil sie dieselbe als nur theoretische Aufgabe faßte.”

 

“Dieser Kommunismus – indem er die Persönlichkeit des Menschen überall negiert – ist eben nur der konsequente Ausdruck des Privateigentums, welches diese Negation ist. Der allgemeine und als Macht sich konstituierende Neid ist die versteckte Form, in welcher die Habsucht sich herstellt und nur auf eine andre Weise sich befriedigt. Der Gedanke jedes Privateigentums als eines solchen ist wenigstens gegen das reichere Privateigentum als Neid und Nivellierungssucht gekehrt, so daß diese sogar das Wesen der Konkurrenz ausmachen. Der rohe Kommunist ist nur die <535>Vollendung dieses Neides und dieser Nivellierung von dem vorgestellten Minimum aus. Er hat ein bestimmtes begrenztes Maß. Wie wenig diese Aufhebung des Privateigentums eine wirkliche Aneignung ist, beweist eben die abstrakte Negation der ganzen Welt der Bildung und der Zivilisation, die Rückkehr zur unnatürlichen ||IV| Einfachheit des armen, rohen und bedürfnislosen Menschen, der nicht über das Privateigentum hinaus, sondern noch nicht einmal bei demselben angelangt ist.”

 

“Der Kommunismus als positive Aufhebung des Privateigentums als menschlicher Selbstentfremdung und darum als wirkliche Aneignung des menschlichen Wesens durch und für den Menschen; darum als vollständige, bewußt und innerhalb des ganzen Reichtums der bisherigen Entwicklung gewordne Rückkehr des Menschen für sich als eines gesellschaftlichen, d. h. menschlichen Menschen. Dieser Kommunismus ist als vollendeter Naturalismus Humanismus, als vollendeter Humanismus Naturalismus, er ist die wahrhafte Auflösung des Widerstreites zwischen dem Menschen mit der Natur und mit dem Menschen, die wahre Auflosung des Streits zwischen Existenz und Wesen, zwischen Vergegenständlichung und Selbstbestätigung, zwischen Freiheit und Notwendigkeit, zwischen Individuum und Gattung. Er ist das aufgelöste Rätsel der Geschichte und weiß sich als diese Lösung.”

 

“Setze den Menschen als Menschen und sein Verhältnis zur Welt als ein menschliches voraus, so kannst du Liebe nur gegen Liebe austauschen, Vertrauen nur gegen Vertrauen etc. Wenn du die Kunst genießen willst, mußt du ein künstlerisch gebildeter Mensch sein; wenn du Einfluß auf andre Menschen ausüben willst, mußt du ein wirklich anregend und fördernd auf andere Menschen wirkender Mensch sein. Jedes deiner Verhältnisse zum Menschen – und zu der Natur – muß eine bestimmte, dem Gegenstand deines Willens entsprechende Äußrung deines wirklichen individuellen Lebens sein.”

alle Zitate aus Ökonomisch-Philosophische Manuskripte

KlammerGriff

frauimkreis

so viele Worte 
sind gewechselt 
und doch fehlst du mir 
selbst dann 
wenn du da bist 
das was heute wichtig 
ist schon morgen 
Vergangenheit 
wie eine Zeitung 
die keiner mehr liest
das Einzige 
welches bleibt 
ist die tiefe Spur 
die du in meine Seele legst 

 

Bestand haben nicht 
die Worte oder Formen 
nur das 
was dich im Wesen ausmacht 
und mein Innerstes berührt 
hält mein Geist fest umgriffen
als seinen kostbarsten Schatz 
der mich graben lässt 
nach der Wahrhaftigkeit 
in mir

mein Glück 
das ist nur die Bezogenheit 
auf das 
was du in mir erzeugst 
warum? 
ich weiss es nicht 
ich weiss nur 
ich bin dem Schick-sal dankbar 
für diese Prüfung 
die mich wirk-lich 
Lebendigkeit 
spüren lässt 

obs Liebe oder Schwärmerei 
ist mir einerlei 
solange es mein Herz 
mit unwiderstehlichem Klammergriff
umfängt 
und so viel Gutes gebiert

frau_mitkugel

Vincents Ohr

Vincent van Gogh (1853 - 1890)

Vincent van Gogh (1853 – 1890)

was sollte man sagen
zum Glück (zu Zweit) des Anderen
doch nur
dass man ihm
Glück wünscht
aber das
was wirlich
in einem
in der Seele passiert
der Kampf im Herzen
der Konflikt zwischen Kopf und Gefühl
den kann keiner seh`n
es sei denn, du zeigst ihn
mit Trauer und Wut
oder mit Worten
die deine Seele
Hilfe
rufen lässt
für die
denen du wichtig bist

alle ander`n
werden achtlos
an dir vorüberzieh´n
weiter in ihren Bahnen kreisen
und nie erfahren
an welchem Feuer
sie niemals
sich wärmen werden können

„Mancher Mensch hat ein großes Feuer in seiner Seele, und niemand kommt, um sich daran zu wärmen.“ – Vincent van Gogh

KontinentalDrift

sehn_sucht

so-tun-als-ob Gleichgültigkeit
und unechtes zynisches Lachen
des Zweifels
als kehrseitige Druckerschwärze
meiner Seele
die mein Gemüt eingraut

sie liebt
dessen sie gewahr
auch in seiner Fremdheit
und Nichtverstehen (können)
doch Menschen
verändert man nicht
man verändert SICH
durch die Menschen
an denen ich mich reib´

ich kann nur den Teil bewältigen
der meinem inneren Maß entspricht
und muss den Anderen messen
an SEINEM Maß
der Sack in China braucht nicht
mein Mitgefühl

ich wachse durch die
die mir fern
und die mir doch
so dicht
dass jedes Gefühl
und Erleben
auch das Auseinanderdriften
der Kontinentalplatten
der Sehnsucht
meiner Worte
zu Gedichten erbeben

Maß der Differenz

Gustav Klimt

Gustav Klimt

ich wollte ganz
sein ein Teil
von dir
verschmelzen
um zu vergessen den Schmerz
weil du bist
der Schönheit Vollendung
die ihrer selbst
bewusst geworden ist

und selbst da
wo ich mich
unterscheiden muss
bleibst du das Maß
der Differenz
die das Sein vorantreibt
zu neuen Stufen
seiner Kunst am Selbst

es bleibt zurück
nur die Liebe
die in der Freiheit
ihren Weg finden muss
denn allein das Herz
kennt die Antwort
auf seine eigene Melodie

auch wenn der Kopf
noch nicht folgen kann

Rubikon hin ohne Zurück

Damian Elwes, Gauguins Studio in the Marquesas Islands

Damian Elwes, Gauguins Studio in the Marquesas Islands

ich suchte Dich
dabei wirfst du mich zurück 
auf mich selbst

du führst mich Heim 
zur Quelle 
wo ich herkam 
aus der Halle der Ahnen 
um ihr Erbe 
lebendig werden zu lassen

du verbindest mich 
mit dem Duft der Blumen 
dem Gesang der Vögel 
und dem Leuchten der Sterne 
und lässt mich ahnen 
den Hauch der Ewigkeit 
in deinem Blick

ich bin allein 
allein in meiner Liebe
deren Echo 
im Nirvana meiner Seele 
verhallt

und doch 
dein Bild in mir 
will nicht verstummen 
es erzeugt die Musik 
nach deren Melodie 
mein Herz schlagen will 
und in ihrem Rhythmus 
ward ich neu gebor`n

ich beginne zu verstehen
dass jeder Augenblick 
richtig geseh`n 
ein Kunstwerk ist 
geschaffen aus den Händen desjenigen 
der sein eig`nes Leben 
als Meisterstück entrollt

 

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