Uncategorized

Leo Trotzki über Kobas geist

_____________________

Der Geist der „deut­schen Spra­che“ in der Po­li­tik

Das Stu­di­um von Lenin Wer­ken aus der Pe­ri­ode der Re­ak­ti­on – pein­lich genau bis ins Ein­zel­ne ge­hend, aber von küh­nem ge­dank­li­chen Schwung – wird für die re­vo­lu­tio­nä­re Schu­lung stets un­er­läss­lich blei­ben. „In der Zeit der Re­vo­lu­ti­on“, schrieb Lenin im Juli 1909, „lern­ten wir, fran­zö­sisch zu spre­chen, das heisst… die En­er­gie und den Um­fang des di­rek­ten Mas­sen­kamp­fes zu stei­gern. Jetzt in der Zeit der Sta­gna­ti­on, der Re­ak­ti­on, des Ver­falls, müs­sen wir ler­nen, deutsch zu spre­chen, das heisst… lang­sam vor­an­ge­hen, Schritt für Schritt.“ Der Füh­rer der Men­sche­wi­ki, Mar­tow, schrieb im Jahre 1911: „Das, was die Füh­rer der le­ga­len Be­we­gung (das heisst: die Li­qui­d­a­to­ren) vor zwei und drei Jah­ren nur im Prin­zip an­er­kann­ten, näm­lich die Not­wen­dig­keit, eine ‚deut­sche‘ Par­tei zu schaf­fen, das wird jetzt all­ge­mein als eine Auf­ga­be be­trach­tet, an deren prak­ti­sche Lö­sung her­na­zu­ge­hen höchs­te Zeit ist.“ Mar­tow und Lenin schie­nen beide „deutsch zu spre­chen“, in Wirk­lich­keit re­de­ten sie ganz ver­schie­de­ne Spra­chen. Für Mar­tow hiess „deutsch“ reden, sich dem rus­si­chen Halb­ab­so­lu­tis­mus an­zu­pas­sen, in der Hoff­nung, ihn stu­fen­wei­se zu „eu­ro­päi­sie­ren“. Für Lenin be­deu­te­te der­sel­be Aus­druck: mit Hilfe der il­le­ga­len Par­tei die ma­ge­ren le­ga­len Mög­lich­kei­ten aus­zu­nüt­zen zur Vor­be­rei­tung einer neuen Re­vo­lu­ti­on. Der spä­te­re op­por­tu­nis­ti­sche Nie­der­gang der deut­schen So­zi­al­de­mo­kra­tie hat ge­zeigt, dass die Men­sche­wi­ki viel rich­ti­ger den Geist der „deut­schen Spra­che“ in der Po­li­tik wi­der­spie­gel­ten. Lenin aber hat weit­aus bes­ser den ob­jek­ti­ven Ver­lauf der Ent­wick­lung in Deutsch­land so­wohl in Russ­land ver­stan­den: Der Epo­che der fried­li­chen Re­for­men muss­te eine Epo­che der Ka­ta­stro­phen fol­gen.
Was Koba an­be­langt, so kann­te er weder das Fran­zö­si­sche noch das Deut­sche. Aber alle seine Ei­gen­schaf­ten dräng­ten ihn auf Le­n­ins Stel­lung. […] Er brauch­te vor allem einen zen­tra­li­sier­ten Ap­pa­rat.

Tro­ckij, Sta­lin, Essen, Ar­bei­ter­pres­se, 2001, S. 149-​150.

Quelle:

http://raumgegenzement.blogsport.de/2009/10/09/der-geist-der-deutschen-sprache-in-der-politik/

dem blog ENTDINGLICHUNG zu DANK verpflichtet

http://entdinglichung.wordpress.com/

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.