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Kunst ist *Leben—Kunst für das Leben

Zitat

„Jetzt erst recht! „Unruhe stiften“ gegen Schwarz-Gelb!

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von Werner Lutz – http://www.unruhestiften.de 17.10.2009

soziale unruhe.jpg450 Künstler in Deutschland rufen auf:Noch sind die Koalitionsverhandlungen der neugewählten Bundesregierung nicht abgeschlossen. Aber die Konturen der Weichenstellung in Richtung eines weiteren sozialen Kahlschlages sind schon jetzt absehbar.

Gegen eine solche Politik sagen über 450 KünstlerInnen und Kulturschaffende in Deutschland entschieden NEIN!

Seit Anfang Juli gibt es den bundesweiten Künstleraufruf www.unruhestiften.de. Es ist ein Aufruf gegen rechts, gegen die Abwälzung der Krisenfolgen und für die Umverteilung von oben nach unten, gegen die Kriegspolitik der Bundesregierung. Er knüpft an die bei vielen Menschen im Land vorhandene Grundstimmung an, daß für gesellschaftliche Veränderungen alles andere gebraucht wird als Ruhe.

Gegen die konkret drohende weitere Abwälzung der Krisenlasten auf die Bevölkerung heißt es in dem Aufruf:

Ein Gesellschaftssystem, in dem Wertpapiere und Profitoptionen als systemrelevant vergötzt werden, untergräbt die Wurzeln menschlichen und kulturellen Reichtums. Wir fordern soziale Schutzschirme für Menschen anstelle der Fortsetzung der Verarmungspraxis durch Hartz IV. Wir wehren uns gegen die einseitigen Subventionen von Banken und Unternehmen einerseits – und das „Im-Regen-stehen-Lassen“ von Belegschaften und Beschäftigten andererseits. Wir fordern, daß Reichtum von oben nach unten umverteilt wird! Wir wenden uns gegen das weitere Zerschlagen sozialer Sicherungen und Einrichtungen – und gegen Privatisierungen im Öffentlichen Dienst.

An bundesweit namhaften KünstlerInnen haben den Aufruf bis jetzt Dieter Hildebrandt, Sonja Kehler, Lydie Auvray, Dietrich Kittner, Erich Schaffner, Dieter Dehm, Bernd Köhler, der Ernst-Busch-Chor Berlin, Elfriede Brüning, Die Bösen Mädchen, Rotdorn, Klaus der Geiger, Habib Bektas, die Microphone Mafia und viele andere unterstützt.

Auch die Bandbreite der Genres der unterzeichnenden KünstlerInnen wird ständig vielfältiger: Schriftsteller, Rock- und Bluesbands, Liedermacher, Kunstmaler, Kulturvereinigungen, Märchenkutschen, Galeristen, Whiskeybotschafter, Journalisten, Theatergruppen, Chöre, Bücherstuben, Verlage, Silberschmiede, Fotografen, Stahlbildhauer, Atelierbesitzer, Folkgruppen, Satirezeitungen, Web-Designer, Gewerkschaftsfachgruppen, Musiker, Kunstbahnhöfe, Zauberkünstler, Tangotänzer, Schauspieler, Kabarettisten, Fachverbände für Trauerkultur…

Mit dem Projekt „Unruhe stiften“ entsteht somit ein neues breites und interessantes Netzwerk linker Kulturschaffender in Deutschland. Die KünstlerInnen, die diesen Aufruf unterstützen, stehen für linke Inhalte: Und für die Stiftung von Unruhe! Sie unterstützen in ihrem Wirkungsumfeld Bewegungen, Aktionen und Veranstaltungen zu den Inhalten des Aufrufes.

Die Unterschriftensammlung geht zeitlich unbegrenzt weiter. Die InitiatorInnen sind zuversichtlich, daß es nicht beim Aufruf bleibt. Ende August 2009 fand in Kiel bereits eine erste Kulturveranstaltung unter dem Motto „Unruhe stiften“ mit 80 Teilnehmern statt.

Unruhe stiften!

Wir schätzen den kulturellen Reichtum aller Völker.

Wir wollen das Recht eines jeden Menschen respektiert sehen, seine eigene Kreativität zu entdecken und zu entwickeln.

Wir wollen, dass jeder Mensch Zugang erhält zu den oft Jahrtausende alten Traditionen von Kunst und Kultur.

Diese Traditionen sprechen in einem großen Chor von Menschenfreundlichkeit, Frieden und Gerechtigkeit. Wie es einst in die ursprüngliche Losung der großen französischen Revolution von 1789 gemündet ist: Freiheit, Gleichheit, Solidarität.

Nichts davon ist zurückzunehmen.

Deshalb brauchen wir Unruhe:

  • Unruhe für eine solidarische multikulturelle Gesellschaft
    Unruhe gegen Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit und rechte Gewalt
    Wir wollen eine Kultur des Handelns und nicht bequemes Wegsehen. Wir wollen eine Kultur der Aufklärung über die Verbrechen des Nazi-Faschismus. Wir fordern das sofortige Verbot der NPD!

    Wir fordern das Ende der inhumanen Abschiebepraxis und der Asylpolitik in Deutschland. Wir fordern ausreichende humane und existentielle Hilfe für Menschen in Afrika und das Ende der Dauertragödie der „Festung Europa“ mit wöchentlichen Meldungen über ertrunkene Bootsflüchtlinge im Mittelmeer.

  • Unruhe für soziale Umverteilung und soziale Gerechtigkeit
    Unruhe gegen ein Deutschland der sozialen Eiszeit
    Ein Gesellschaftssystem, in dem Wertpapiere und Profitoptionen als systemrelevant vergötzt werden, untergräbt die Wurzeln menschlichen und kulturellen Reichtums.

    Wir fordern soziale Schutzschirme für Menschen anstelle der Fortsetzung der Verarmungspraxis durch Hartz IV. Wir wehren uns gegen die einseitigen Subventionen von Banken und Unternehmen einerseits – und das „Im-Regen-stehen-Lassen“ von Belegschaften und Beschäftigten andererseits. Wir fordern, dass Reichtum von oben nach unten umverteilt wird! Wir wenden uns gegen das weitere Zerschlagen sozialer Sicherungen und Einrichtungen – und gegen Privatisierungen im Öffentlichen Dienst.

  • Unruhe für ein friedliches Deutschland
    Unruhe gegen die Kriegspolitik der Bundesregierung
    Wir fordern das sofortige Ende von Bundeswehreinsätzen in Afghanistan und allen anderen Ländern. Wir fordern den Verzicht auf den Bau des atomaren Radarabwehrsystems durch die USA in Europa! Wir wollen, dass Deutschland nicht an der Spitze der weltweiten Rüstungsexporteure steht, sondern an der Spitze bei humanitären Unterstützungen und der internationalen Solidarität für arme Länder.
  • Unruhe für die Förderung kultureller VielfaltWir, Künstlerinnen, Künstler und Kulturschaffende sind von den Auswirkungen der Krise direkt und oft als erste betroffen. Kommunale und staatliche Kultur-Budgets werden eingefroren, Bühnen geschlossen, die Mittel für die freie Szene gekürzt. Verlage und Veranstalter vermeiden das Risiko. Jungen Talenten werden die Möglichkeiten für Veröffentlichungen, Ausstellungen oder Auftritte erschwert. In der ökonomischen Krise bleibt die Kultur auf der Strecke. Deswegen erheben wir unsere Stimme gegen die Krisenlasten die wieder einmal von oben nach unten verlagert werden sollen!

Wir, Künstlerinnen, Künstler und Kulturschaffende, wenden uns an Bürgerinnen und Bürger, an Beschäftigte und Arbeitslose, an RentnerInnen und Jugendliche, an StudentInnen und SchülerInnen in Deutschland: Lasst uns für diese Forderungen gemeinsam Unruhe schaffen! Unruhe ist erste BürgerInnenpflicht!“ Zitat Ende

Quelle:

http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=7491&Itemid=1

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