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Geschenk-tipp ***(nicht nur Weihnachten)

Weihnachtsgeschenk für Zweifler

20.12.09
KulturKultur, TopNews

Reimbibel. Die schreckliche Schrift in Reimen und Versen

Buchtipp von Edith Bartelmus-Scholich

Ein Atheist, der Medizin-Psychologie Wolfgang Klosterhalfen, hat die erste Reimbibel seit dem Mittelalter verfasst. Von der Schöpfungsgeschichte bis zur Offenbarung des Johannes werden darin bekannte und weniger bekannte Bibeltexte in Form von Balladen, kleinen Gedichten, Versen und Zweizeilern nacherzählt und teilweise kommentiert. Prof. Klosterhalfen möchte mit seiner leicht lesbaren Reimbibel dazu beitragen, dass die – häufig problematischen – Inhalte der Bibel sowie Bibelkritik und Kirchenkritik besser bekannt werden.

Klosterhalfens Reimbibel legt man so schnell nicht aus der Hand. Sie ist leichter und vergnüglicher zu lesen als das „Original“, zeigt aber auch, dass die Heilige Schrift über weite Strecken nicht nur widersprüchlich, sondern auch eine Gewalt verherrlichende Schreckliche Schrift ist. Man ist erstaunt über die Menge und Scheußlichkeit göttlicher Drohungen und Gräueltaten sowie über die zahlreichen Widersprüche und Absurditäten dieser alten Quelle abendländischen Glaubens.
Wie der Autor mit dem Originaltext umzugehen pflegt, nämlich bissig, aber immer eng am Original orientiert sei  an einem Beispiel verdeutlicht: 5. Buch Mose Kap.21.

Ehe mit kriegsgefangenen Frauen

Wenn du in einen Krieg ziehst gegen deine Feinde und der HERR, dein Gott, gibt sie dir in deine Hände, dass du Gefangene von ihnen wegführst, und siehst unter den Gefangenen ein schönes Mädchen und gewinnst sie lieb, dass du sie zur Frau nimmst, so führe sie in dein Haus und lass sie ihr Haar abscheren und ihre Nägel beschneiden und die Kleider ablegen, in denen sie gefangen genommen wurde, und lass sie in deinem Hause sein und einen Monat lang ihren Vater und ihre Mutter beweinen. Danach geh zu ihr und nimm sie zur Ehe und lass sie deine Frau sein. Wenn du aber kein Gefallen mehr an ihr hast, so sollst du sie gehen lassen, wohin sie will; du sollst sie aber nicht um Geld verkaufen oder als Sklavin behandeln, weil du zu ihr eingegangen bist.
Altes Testament

Gott rät, Töchter der Feinde zu vergewaltigen
(5. Buch Mose, Kap. 21)

„Wenn du siegst im Feindesstreit,
weil der Herr dich liebt,
sei zu folgendem bereit,
weil’s dein Gott dir gibt:

Findest du ein schönes Weib,
deren Eltern tot,
und begehrst du deren Leib,
ende ihre Not.

Nimm sie zu dir in dein Haus,
schere ihre Haare,
zieh ihr die Klamotten aus,
wenn sie gute Ware.

Einen Monat warte noch,
lass ihr ihren Frust,
nimm zum Weibe sie jedoch,
hast du dann noch Lust.“

Wie so oft in seiner Bibel
zeigt sich Jahwe hier flexibel.
Ehen sind hinfort erlaubt,
auch wenn sie an Götzen glaubt.

Reimbibel. Die Schreckliche Schrift in Reimen und Versen.
Books on Demand, Norderstedt, Juni 2009, 304 Seiten, 19.90 €
ISBN: 9783837098761

http://www.scharf-links.de/45.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=8086&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=4b0ccbf994

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