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Heraus zum 1.Mai !

bildquelle: scharf links

in letzter zeit wird wieder verstärkt über den klassencharakter der SPD (und der LINKEn) diskutiert. bei diesen ganzen debatte spürt man einen deutlichen mangel: es gibt keine marxistische theorie der klassen und ihre entwicklung in der (spät)kapitalistischen gesellschaft. bekanntlich bricht der dritte band des KAPITAL genau an der stelle ab, wo marx auf die aufspaltung der berufsgruppen eingehen will, um sie vom klassenbegriff abzugrenzen. nun hat uns marx trotzdem genug hinweise gegeben, um eine marxistische definition des klassenbegriffs vornehmen zu können. und viele seiner ökonomischen „entwicklungsgesetze“ sind genauso eingetreten, wie er es analysiert hat. was marx aber beim besten willen nicht vorhersehen konnte ist, dass in fortgeschrittenen kapitalistischen gesellschaften die „arbeiterbewegung“ nicht (mehr) als eigenständiger politischer faktor existiert und ideologisch so tief gespalten ist, dass auch nicht mehr mit einer vereinheitlichung der linken kräfte zu rechnen ist.

die erste notwendige zäsur, war die spaltung des revolutionären marxismus von der sozialdemokratie. an dieser zäsur gibts nichts zu rütteln. alle versuche, die parteien der „2. internationale“ noch mal reanimieren zu wollen sind nur akte politischer leichenschändung.

die zweite zäsur war die trennung von revolutionären marxismus und stalinismus. auch daran gibts nichts zu rüttelen. alle parteien, die irgendwie noch eine verbindung zur stalintern aufrechterhalten sind unwiederbringlich für revolutionäre politik verloren.

die dritte zäsur war die trennung des revolutionären marxismus vom opportunismus in der vierten internationale. auch diese spaltung hat ihre historische notwendigkeit bewiesen. allerdings um den preis, dass es mittlerweile dutzende organisationen gibt, die alle behaupten, das wahre erbe des marxismus zu vertreten.

dies alles geschah in einem zeitraum von 1914 bis ca. mitte der 50er jahre, also mal gerade 40 jahre. nicht weniger als drei grosse historische „verrätereien“ *, die die revolutionären kräfte gezwungen hat, mehr oder weniger bei null anzufangen.

*(der begriff „verrat“ ist in anführungszeichen, weil ich keine verschwörungstheorie vertrete, sondern den opportunismus als notwendige (anpassungs)konsequenz in klassengesellschaften verstehe, solange keine alternative erkennbar ist)

seit 1989 nun leben wir in der „postsowjetischen“ epoche, die den endgültigen tod des „kommunismus“ proklamiert hat und damit gleichzeitig das „ende der geschichte“. diese bürgerliche euphorie war aber etwas verfrüht. mittlerweile haben grosse kämpfe der  arbeiterbewegung auch im „alten europa“ wieder stattgefunden (griechenland, frankreich) und in nordafrika und im nahen osten erleben wir zur zeit, wie das schwächste glied der weltkette bricht.

aber noch können diese kämpfe nicht über das kapitalistische system hinausgeführt werden. weil noch ein faktor fehlt: ein klassenbewusstes proletariat mit einer autoritativen führung. diese kann und wird auch erst entstehen, wenn alle lehren der geschichte des 20. jahrhunderts rückhaltlos aufgeklärt sind. wenn man sich klipp und klar lossagt, von jeglichem ersatzavangardismus, elitismus und bürokratismus. denn eine zweite auflage eines bürokratischen polizeistaats, der sich mit der „verteidigung des historischen fortschritts“ rechtfertigt, wird niemals wieder wirklichkeit werden. nur eine marxistische linke, die das prinzip der selbstorganisation (von unten) und die volle diskussionsfreiheit innerhalb der linken und arbeiterbewegung verteidigt, wird eine chance haben, glaubwürdigkeit im grösseren maßstab zu erlangen.

die traditionellen (reformistischen) parteien der „alten arbeiterbewegung“ sind in einer tiefen krise. die SPD ist ein formloser haufen, der nur noch von wahltaktischen überlegungen genährt von einer wahl zur nächsten herumeiert. selbst einen rechtspopulistischen hetzer wie sarrazin werden sie nicht los, weil sie sich vom rechten wählerrand nicht lossagen wollen. und die „bürgerliche mitte“ ist mittlerweile die politische heimat des mainstream-rassismus, der schon zum guten ton (nicht nur in den medien) gehört.

die LINKE bietet ein schamloses schauspiel der anbiederei an SPD und GRÜNE. ausgerechnet jene parteien, die HARTZ 4 erfunden haben, und am lautesten dafür schreien, die bundeswehr im ausland einzusetzen. der linke flügel innerhalb der LINKEn ist unfähig, diesem anbiederungskurs etwas adäquates entgegenzusetzen. und so bleibt es dabei, hin und wieder ein paar protestnoten zu schreiben, aber die notwendige konsequenz — der organisatorische bruch mit dem reformismus — bleibt aus. so bleibt alles schön beim alten und die wenigen, die versuchen aus diesem politischen teufelskreis auszubrechen, können leicht als „verrückte sektierer“ verlacht werden.

aber so muss es nicht bleiben!

kein system ist so stabil, dass es für die ewigkeit existiert. und schon gar nicht dieser verrückte kapitalismus, der lieber lebensmittel ins meer kippt, um preise stabil zu halten als an den hunger in der welt zu denken.

die barbarei ist uns gewiss, der fortschritt ist nur eine möglichkeit … darum:

HERAUS ZUM 1. MAI und kämpft für den aufbau einer neuen revolutionären marxistischen linken !

termine in BERLIN

1. Mai 2011 | 9 Uhr | DGB Demonstration | Wittenbergplatz/Keithstr. 1-3 | Klassenkämpferischer Block
1. Mai 2011 | 18 Uhr | Revolutionäre 1. Mai-Demonstration | Kottbusser Tor

2 Kommentare zu “Heraus zum 1.Mai !

  1. Opportunismus der vierten Internationale? Wo hat sie denn den bitte bewiesen? (Ich entschuldige mich für den unbeabsichtigt rauen Ton dieser Nachricht :))

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