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Thesen zum Aufbau einer antikapitalistischen Organisation in Deutschland

1) die notwendigkeit des aufbaus einer revolutionären organisation wird immer drängender. was in nordafrika begann, beginnt jetzt auch in europa. griechenland, spanien oder portugal könnten morgen ein neues ägypten werden. wenn die radikale linke darauf einen einfluss haben will, muss sie ihre kräfte bündeln.

2) natürlich kann nicht jeder mit jedem. darum muss ein programmatischer rahmen geschaffen werden, der die marxistischen essentials in komprimierter form zusammenfasst. jegliche thematische überfrachtung würde aber den notwendigen anfang zum sofortigen ende führen.

3) ich gehe davon aus, dass im gegenwärtigen stadium das klientel für so ein projekt eher klein ist. selbst innerhalb des trotzkistischen milieus sind die politischen unterschiede so gross, dass man kaum mit einer einigung rechnen kann, geschweige denn mit einer gemeinsamen organisation.

4) darum schlage ich vor, erst mal ein gemeinsames diskussions-netzwerk zu schaffen, an dem sich alle beteiligen können, die folgende punkte unterstützen:

a) die notwendigkeit des aufbaus einer revolutionären internationale

b) nur die arbeiterklasse ist das subjekt der revolutionären veränderung

c) die notwendigkeit der arbeit in proletarischen Massenorganisationen, um die basis gegen die spitze zu kehren

d) die notwendigkeit eines übergangsprogramms, um ökonomische und demokratische forderungen zur Machtfrage zuzuspitzen

e) die ablehnung sämtlicher konzepte von ersatzavantgarden oder elitismus/bürokratismus

f) die ablehnung des kleinbürgerlichen feminismus und ökologismus (einschliesslich des „ökosozialismus“)

punkte, die mehr wissenschaftliche vorbereitungsarbeit benötigen:

a) die sozioökonomische einschätzung der sowjetunion und der anderen ehemaligen ostblockstaaten (einschliesslich kuba)

b) die einschätzung chinas

c) die marxistische haltung zur frauenfrage

d) die marxistische haltung zur nationalen frage, insbesondere die marxistische einschätzung des israel/palästina-konfliktes

mit diesem arbeitsprogramm hätte man schon mehr als genug zu tun. aber meines erachtens sind dies die punkte, die abgearbeitet werden MÜSSEN, wenn man wirklich so ein projekt angehen will. alle, die diesen diskussionsprozess ernsthaft angehen wollen, sollten dazu vorschläge machen und den rahmen dafür organisieren. der rest ist dann learning by doing. 😉

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2 Kommentare zu “Thesen zum Aufbau einer antikapitalistischen Organisation in Deutschland

  1. Pingback: Bei „Systemcrash“ gelesen « Neue antikapitalistische Organisation? Na endlich!

  2. [da meine kommentare auf dem blog der NAO den spam filter nicht passieren, poste ich sie hier 😉 ]

    ich weiss nicht, was die NAO unter „neugruppierung“ versteht. wenn ihr glaubt, die verschiedenen linken gruppen setzen sich an einem tisch und handeln einen tragfähigen kompromiss aus, so ist das eine riesenillusion. erstens was die fähigkeit der gruppen zum wandel betrifft und zweitens GIBT ES KEINEN tragfähigen kompromiss.
    ich spreche da lieber von UMGRUPPIERUNG und meine damit die bildung eines programmatisches pols, der überzeugend genug ist, auf dieser grundlage eine antikapitalistische organisatione aufzubauen (die in meinem verständnis nur eine revolutionär-marxistische sein kann).

    wer da letzten endes alles mitmachen wird, ist jetzt noch gar nicht absehnar. ich persönlich würde da allerdings weniger hoffnungen in die bereits bestehenden organisationsstrukturen (sofern man das überhaupt so nennen kann) setzen, sondern mehr in die sozialen bewegungen, die sich mehr an der selbstorganisierung von unten orientieren.
    die gruppen mit parteianspruch sind doch — wir wollen uns da doch nichts vormachen — im wesentlichen „sekten“. wobei ich unter sekten nicht verstehe, dass die mitglieder gehirngewaschen sind. sondern einfach die politisch-gesellschaftliche nichtbedeutung und die marginalisierung der „radikalen linken“.

    darum ist es umso wichtiger, innerhalb der initiatoren der NAO, einen programmatischen rahmen zu schaffen, innerhalb dessen man überhaupt das spektrum des „diskussionwürdigen“ festgelegt. solange dieser schritt nicht vollzogen ist, bleibt alles noch recht schwammig und unkonkret.

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