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Die Notwendigkeit der revolutionären Umgruppierung


 

die berlin wahlen haben deutlich gemacht, dass die LINKE als steigbügelhalter der SPD politisch funktionslos ist. zurecht ist sie dafür abgestraft worden. allerdings konnte die lücke, die durch die desillusionierung in die LINKE entstanden ist, bislang noch nicht geschlossen werden. leider deutet der bisherige verlauf der debatten im NAO projekt nicht darauf hin, dass es gelingen wird, eine organisation auf der grundlage eines vollen revolutionär-marxistischen übergangsprogramms zustandezubringen.

wir fangen also mal wieder mal bei null an und die letzte möglichkeit, die noch bleibt, ist die klärung theoretischer differenzen innerhalb des linkstrotzkistischen spektrums, um dadurch zum kern eines kerns einer partei zu kommen. leider ist die diskrepanz zwischen der verschärften krise des weltkapitalismus und der vorbereitung des subjektiven faktors so gross, dass es unvermeidlich zu katastrophen kommen wird, wenn die lage ernster werden sollte.

alle ernsthaften militanten werden sich dieses missverhältnisses bewusst sein, aber bislang sind daraus keine wirklichen konsequenzen gezogen worden. der klassenkampf findet nicht in der redaktionsstube einer zeitungssekte statt, aber auf der anderen seite könnte eine personell vergrösserte und programmatisch luzidere revolutionäre linke einen grösseren einfluss auf die realen bewegungen haben. in ländern wie frankreich und griechenland hat es solche situationen schon gegeben. sicher werden wir in deutschland nicht so schnell französische oder griechische verhältnisse haben —aber man sollte doch wenigstens drauf vorbereitet sein 😉

die entrismus versuche in der LINKEN sind gescheitert 

der versuch einiger linker gruppen wie marx21 oder SAV, durch die arbeit IN der LINKEN ihren einfluss zu vergrössern, muss als gescheitert betrachtet werden. marx21 hat sich selbst zum wurmfortsatz der bürokratie gemausert. und die SAV hat immer grösserer schwierigkeiten, ihren revolutionären selbstanspruch mit der mitgliedschaft in der LINKEn unter einen hut zu bringen.

die verfallsprodukte des pabloistischen (ex) „vereinigten sekretariats“ in deutschland —RSB und isl— führen ein schattendasein. während die isl wohl eine politik der behutsamen kritik innerhalb der LINKEn betreibt, versucht sich der RSB in eigenständigleit. aber beide konzepte scheinen keinen erfolg zu bringen.

die PSG bleibt ihrem ultrasektierertum treu. obwohl sie in ansätzen gute und richtige kritiken leisten, scheint ihnen das wort „taktik“ ein fremdwort zu sein. dass man mit abstraktem propagandismus allein keine partei aufbauen kann, sollten doch die genossen verstehen können. menschen lernen durch selbsterfahrung, nicht durch das lesen eines flugblatts irgendeiner linken gruppe.

die kleineren trotzkistischen gruppen wie GAM, RIO, MI, IBT (und die SpaD muss man wohl auch nennen, obwohl man bei denen wohl alle hoffnung fahren lassen muss) bringen zwar hin und wieder gute analysen, aber es gelingt ihnen nicht, als ernsthafter politischer faktor aufzutreten. ein ernsthafter politischer faktor benötigt eben auch einen organisatorischen apparat und solange ein solcher nicht existiert, wird eine verankerung über das unmittelbare umfeld dieser gruppen nicht möglich sein.

was spräche denn eigentlich dagegen, wenn diese gruppen, deren politischer anspruch doch so ähnlich ist, wenn die sich darüber austauschen würden, warum sie eigentlich getrennte wege gehen? glaubt ihr, die differenzen zwischen GAM, RIO oder MI sind grösser als meinetwegen die differenzen zwischen lenin und trotzki 1914? was würdet ihr verlieren, wenn statt 5 leuten 15 oder 25 leute eine regelmässige politische arbeit leisten könnten, auch wenn nicht jeder furz der weltgeschichte einer endgültigen klärung herbeigeführt wurde. man kann den anspruch der programmatischen integrität auch so hochschrauben, dass in der wirklichkeit gar keine soziale ausweitung und verankerung möglich ist. man muss den leuten doch auch einen gewissen spielraum lassen, um zu lernen und um fehler zu machen. und auch eine öffentliche debatte über fehler oder wenn man sich intern nicht einig ist, ist keine schande. ich bin sogar überzeugt davon, es würde viele mehr ansprechen als die offizielle, superkorrekte erklärung im namen eines allwissenden zentralkomitees. genau DAS entmündigt nämlich die leute und ist in gewisserweise auch unehrlich, weil es die dahinterstehenden konflikte und debatten (also den ganzen entstehungsprozess) ausser acht lässt. die leute brauchen keine gurus, die ihnen sagen, wie revolution zu gehen hat …sie werden den weg selbst finden oder gar nicht. die kleinen gruppen werden dabei vielleicht das berühmte zünglein an der waage sein oder das salz in der suppe. und das wäre schon viel ….. 🙂

„Und schließlich sagen wir doch unter uns offen heraus: Fehltritte, die eine wirklich revolutionäre Arbeiterbewegung begeht, sind geschichtlich unermeßlich fruchtbarer und wertvoller als die Unfehlbarkeit des allerbesten Zentralkomitees.“ (rosa luxemburg, organisationsfragen der russischen sozialdemokratie)

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7 Kommentare zu “Die Notwendigkeit der revolutionären Umgruppierung

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