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Leben wir in (vor)revolutionären Zeiten?

die bewahrung und fortführung der revolutionären kontinuität kann die einzige grundlage einer revolutionären organisation sein. von da aus muss die soziale verbreiterung beginnen

anmerkungen zur aktuellen organisationsdebatte 

der artikel vom RSB zur vorbereitung einer „neuen antikapitalistischen organisation“ (NAO) ist mir sehr sympathisch.

http://www.scharf-links.de/266.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=19856&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=f6de98557e

nicht, dass ich die vorstellung eines bündnisses vor formal eigenständigen organisationen teile, aber die ganze art, an das thema heranzugehen hat etwas erfrischend undogmatisches und versprüht nicht die sonst übliche miefig-verstaubte atmosphäre verrauchter ML hinterzimmer. er versucht eine realistische darstellung der ausgangsbedingungen für dieses projekt und macht mut, trotz aller widrigkeiten zu sagen: ja, wir brauchen eine revolutionäre organisation mit einer breiteren basis in der gesellschaft. wenn die radikale linke es nicht schafft, das sinnlose sektenwesen zu überwinden, bleibt sie im kräfteverhältnis irrelevant, selbst wenn ihre theorieproduktionen einen gewissen wert besitzen.

ABER WIE?

soweit werden viele sicher mitgehen, aber eine bestimmung der inhaltlichen kriterien für so einen vereinheitlichungsprozess ist viel komplizierter als man es auf den ersten blick vermuten mag. selbst wenn man im ersten schritt das augenmerk auf praktische schritte legt und „nur“ versucht, forderungen zu entwickeln, die aus der aktuellen politischen situation und kämpfen resultieren, so existieren im hintergrund doch immer geschichtliche vorbelastungen und unterschiedliche „sprachen der theorie“ (danke an DGS für diesen begriff). diese a priori vorhandenen hürden können nicht dadurch weggewischt werden, dass man einfach an den guten willen der beteiligten appelliert und allen eine ehrliche subjektiv revolutionäre überzeugung attestiert. selbst wenn dies stimmen würde, so gibt es grenzziehungen, die nicht überschritten werden dürfen, ohne das der charakter  des projekts — die schaffung einer revolutionären organisation — in gefahr ist. z b ist ein zuzammengehen mit stalinisten nicht möglich. wer eine zweite VSP will (seinerzeit fusionierten die pabloistische GIM und die albanostalinistische KPD/ML !!!) wird im politischen nirvana landen.

darum sei an dieser stelle die SIB noch mal dringend aufgefordert, deutlich mitzuteilen, WELCHE punkte sie für vorrangig hält für den NAO prozess und mit WELCHEN kräften sie gedenkt, diesen weg gehen zu wollen.

WIR HABEN KEINE KRISE DES SUBJEKTIVEN FAKTORS,  WIR HABEN EINE KATASTROPHE

das gerede von der krise des subjektiven faktors, von der „proletarischen führung“ und dem objektiv revolutionären charakter der „epoche“ ist in wirklichkeit augenwischerei. die tatsache ist, dass die kontinuität eines revolutionäres programms hauchdünn ist und permanent in gefahr ist, abzureissen. über diesen umstand muss man sich vollständig im klaren sein, wenn man erfassen will, was der aufbau einer revolutionären organisation (in deutschland) heute bedeutet. es geht nicht darum, 1 + 1 einfach zusammenzuklatschen, weil dabei nicht zwei rauskommt, ja nicht eimal 1,5.

(vergl: http://www.klassegegenklasse.org/neue-revolutionare-arbeiterinnenpartei/)

worum es in wirklichkeit geht, ist eine PROGRAMMATISCH BASIERTE umguppierung von gruppen, die über ein gemeinsames verständnis darüber verfügen, was revolutionäre politik in unserer epoche ausmacht (die in der tat objektiv revolutionär ist, was aber nichts nützt, wenn niemand damit etwas anfangen kann).

a) die notwendigkeit , alle forderungen der arbeiterklasse zur Machtfrage zuzuspitzen („übergangsprogramm“)

b) die notwendigkeit einer revolutionären internationale (der name und die zählweise wäre mir egal, solange die inhalte stimmen)

c) die notwendigkeit eines bruchs mit allen reformistischen, stalinistischen und zentristischen gruppen

d) eine revolutionäre haltung zu den „nichtkapitalistischen/stalinistischen“ staaten

wenn man „nur“ diese vier punkte ernst nimmt, wird der kreis für so ein projekt schon DEUTLICH SCHMALER  … also überlegt es euch, was ihr wollt oder ob ihr eure kostbare zeit lieber für nettere sachen benutzen möchtet.

es wäre niemandem zu verdenken 😉

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Ein Kommentar zu “Leben wir in (vor)revolutionären Zeiten?

  1. eine erste „vorfraktionelle“ situation ist bereits eingetreten. die anhänger des „bochumer programms“ scheinen jetzt lieber im marx forum zu diskutieren.

    http://marx-forum.de/diskussion/forum_entry.php?id=6067

    tja, die logik des klassenkampfes duldet keine halbheiten, und da können veränderungen SEHR schnell eintreten. 😉

    siehe auch die debatte im NAO blog:

    http://arschhoch.blogsport.de/2011/11/18/vorschlag-plena-der-subjektiven-revolutionaerinnen/

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