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Zur Verteidigung der Avantgardepartei

die bildung der avantgarde partei ist eine notwendige, aber nicht hinreichende bedingung der revolutionären kontinuität

Was spricht eigentlich gegen Lenins Parteitheorie?

[von] DGS / TaP

 am 21. November 2011

[der folgende Text als .pdf-Datei]

Wal Buchenberg schreibt zu meinem Text „Für eine neue IAA? Oder für einen Bund der RevolutionärInnen?“:

„Weiter habe ich den Eindruck, dass du unter ‚Parteibildung’ an die (gescheiterten) Rezepte eines Lenin denkst, während ich bei ‚Parteibildung’ an die bewusste Gegnerschaft möglichst der 90 Prozent Besitzlosen gegen die herrschende Klasse der Kapitalisten samt Anhang denke.
Siehe dazu: http://www.marx-forum.de/marx-lexikon/lexikon_p/partei.html

Abgesehen davon, daß ich wohl von „Parteibildung“ bisher nur den Gen. Karl-Heinz Schubert zitierend gesprochen habe, liegst Du damit nicht falsch – nur, daß ich die sog. „Rezepte eines Lenins“ keinesfalls für gescheitert halte. Soweit ich mich auskenne, würde ich sagen: Diese „Rezepte“ wurden – außer von Lenin selbst (dessen ‚Anwendung’ immerhin in die Oktoberrevolution mündete) und vielleicht Mao (dessen eventuelle ‚Anwendung’ immerhin in die chinesische Revolution mündete) – bisher noch gar nicht ‚angewendet’ und vielfach nicht einmal verstanden!

Klar, es ist einfach Lenins, Parteikonzeption so abzubürsten, wie es Rudi Dutschke machte:

„So kam es denn zu einem Partei-Typus, in dem nicht die Klassenzugehörigkeit, sondern die politisch-menschliche Besonderheit, Berufsrevolutionär in der aufgezwungenen Illegalität des Zarismus zu sein, entscheidend war.“ (zit. nachKarl-Heinz Schubert in trend 7-8/2011)

Dutschke kritisiert hier Lenin zum einen für etwas, womit er – gegen den Proletkult (heutige De-KonstruktivistInnen würden sagen: gegen den Klassenessentialismus1) seiner Zeit, Stalins und der K-Gruppen der 70er Jahre – recht hatte: Bürgerliche Klassenherkunft steht einer (analytischen) Einsicht in die Funktionsweise der herrschenden Verhältnisse und der (gleichfalls: analytischen) Benennung, was erfolgsträchtige und was aussichtslose Strategien zu deren Veränderung sind, nicht entgegen2. Und bürgerliche Klassenherkunft steht selbst einer (politischen) Parteiergreifung gegen die herrschenden Verhältnisse nicht prinzipiell entgegen – auch, wenn sie sie eher unwahrscheinlich macht.
Marx hat brauchbare Analysen des Funktionierens der kapitalistischen Produktionsweise geschrieben, weil er wissenschaftliche Arbeit geleistet hat und nicht, weil er Fabrikarbeiter gewesen wäre. Und Friedrich Engels hat seine bourgeoise Herkunft nicht gehindert, sich dem Kampf gegen die kapitalistische Produktionsweise anzuschließen.
Deshalb war es richtig, daß Lenin sagte: Eine Organisation von RevolutionärInnen muß keine Organisation ausschließlich von Lohnabhängigen, gar ausschließlich manuellen FabrikarbeiterInnen sein, sondern die Mitgliedschaft in einer solchen Organisation ist eine Frage der analytischen Einsicht und der politischen Parteilichkeit und der Bereitschaft zu verläßlicher Mitarbeit.

Zum zweiten unterliegt Dutschke in dem angeführten Zitat einem grundlegenden Mißverständnis der leninschen Parteitheorie. Dutschke nimmt eine Gleichsetzung „politisch-menschliche Besonderheit“ = „Berufsrevolutionär“ = wegen der „aufgezwungenen Illegalität des Zarismus“ (gemeint: nicht Illegalität des Zarismus, sondern Illegalisierung zahlreicher politischer Tätigkeiten durch den Zarismus) vor.

Klar funktioniert Repression heute anders als unter der Zarenherrschaft – und deshalb halte ich nicht für sinnvoll, eine Organisation, deren Gründung wir hier diskutieren, klandestin zu organisieren.
Die Klandestinität ist nicht das charakteristische Merkmal einer revolutionären Organisation. Manchmal ist Klandestinität für RevolutionärInnen notwendig, manchmal sogar für reformistische Organisationen der ArbeiterInnenbewegung und unter faschistische Herrschaft sogar für bürgerliche DemokratInnen.

Die grundlegenden Einsichten Lenins betreffen nicht die Frage der Klandestinität, sondern das Verhältnis von Organisation und Bewegung, von theoretischer und politischer Praxis:
Eine zutreffende Analyse und die Entwicklung einer erfolgsträchtigen Strategie kommen nicht einfach dadurch zustande, daß sich etwas bewegt. Aufgrund der widersprüchlichen Struktur aller Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnisse (Widerspruch zwischen herrschender und ausbeutender Seite sowie beherrschter und ausgebeuteter Seite) bewegt sich immer irgend etwas; sind die gesellschaftliche Verhältnisse keine statischen – und indiziert „Bewegung“ folglich auch nicht einen nahen Umsturz der gesellschaftlichen Verhältnisse.
Ein Streik, eine Fabrikbesetzung, eine Hausbesetzung, die Besetzung eines AKW-Bauplatzes, Stein- und Molliwürfe, Schüsse in die Beine von führenden Beamten und Richtern, Bomben gegen Stützpunkte imperialistischer Armeen usw. mögen – unter je spezifischen Bedingungen – erfolgsträchtige Mittel des revolutionären Kampfes sein (oder auch nicht). Ob sie es sind und ob es also sinnvoll ist, sie einzusetzen, läßt dagegen nur durch theoretische (Analyse-)Praxis ermitteln.
Die RAF meinte:
„Praxislos ist die Lektüre des ‚Kapital’ nichts als bürgerliches Studium. Praxislos sind programmatische Erklärungen nur Geschwätz. Praxislos ist proletarischer Internationalismus nur Angeberei. Theoretisch den Standpunkt des Proletariats einnehmen, heißt ihn praktisch einnehmen. Die Rote Armee Fraktion redet vom Primat der Praxis. Ob es richtig ist, den bewaffneten Widerstand jetzt zu organisieren, hängt davon ab, ob es möglich ist; ob es möglich ist, ist nur praktisch zu ermitteln.“ (S. 40)
Ja, manchmal bleibt – mangels ausgereifter Analyse – RevolutionärInnen nichts anderes übrig, als zu improvisieren – als einfach mal auszuprobieren, ob eine ‚neue Idee’ ‚funktioniert’.
Ja, manchmal ist pragmatisches trial & error als Notlösung unvermeidlich; aber als Standardmethode revolutionärer Praxis ist pragmatisches Ausprobieren nicht zu empfehlen. Dies ist die erste grundlegende Einsicht Lenins! „Ohne revolutionäre Theorie kann es auch keine revolutionäre Bewegung geben.“ (http://www.marxists.org/deutsch/archiv/lenin/1902/wastun/kap1d.htm).

Wenn ich etwas provozieren darf, würde ich daher gerne die oben zitierten Worte der RAF umdrehen:
Ohne Was tun?Staat und Revolution, Lenins Linksradikalismus-Schrift, die Kritik des Gothaer Programms usw. zu lesen, ist Streiken und selbst Bomben Zünden bestenfalls reformistische Praxis, Trade-Unionismus (nur-Gewerkschaftertum – und dessen Öko-, Bildungs-, Mieten- usw. -Analogien – im Rahmen der bestehenden Verhältnisse).

Die erste Einsicht Lenins in Was tun? ist eng mit einer zweiten Einsicht in die Grenzen spontaner Bewegungen (egal ob „proletarisch“, Öko-, Frauen- oder Studierendenbewegung) verbunden: Erst theoretische Einsicht ermöglicht den Übergang von reformistisch-spontaner Symptombekämpfung zu revolutionär-struktureller Ursachenbekämpfung3:

„Die Streiks der neunziger Jahre zeigen schon viel mehr Symptome der Bewußtheit: es werden bestimmte Forderungen aufgestellt, es wird im voraus erwogen, welcher Zeitpunkt der beste ist, es werden bestimmte Fälle und Beispiele aus anderen Orten erörtert usw. Waren die Rebellionen lediglich eine Auflehnung unterdrückter Menschen, so stellten die systematischen Streiks bereits Keimformen des Klassenkampfes dar, aber eben nur Keimformen. An und für sich waren diese Streiks ein trade-unionistischer und noch kein sozialdemokratischer [nach heutigem Sprachgebrauch: revolutionärer, dg] Kampf; sie kennzeichneten das Erwachen des Antagonismus zwischen den Arbeitern und den Unternehmern, aber den Arbeitern fehlte – und mußte auch fehlen – die Erkenntnis der unversöhnlichen Gegensätzlichkeit ihrer Interessen zu dem gesamten gegenwärtigen politischen und sozialen System, das heißt, es fehlte ihnen das sozialdemokratische Bewußtsein. In diesem Sinne blieben die Streiks der neunziger Jahre, trotz ihres gewaltigen Fortschritts im Vergleich zu den ‚Rebellionen’, eine rein spontane Bewegung. […]. Die Geschichte aller Länder zeugt davon, daß die Arbeiterklasse ausschließlich aus eigener Kraft nur ein trade-unionistisches Bewußtsein hervorzubringen vermag, d.h. die Überzeugung von der Notwendigkeit, sich in Verbänden zusammenzuschließen, einen Kampf gegen die Unternehmer zu führen, der Regierung diese oder jene für die Arbeitet notwendigen Gesetze abzutrotzen u.a.m.“
(http://www.marxists.org/deutsch/archiv/lenin/1902/wastun/kap2a.htm#parta)

Das dem so war, lag nicht daran, daß Arbeiter zu blöde wären (vgl. dagegen: http://arschhoch.blogsport.de/2011/08/20/von-der-philosophie-zur-politik/#comment-120), mehr hinzubekommen, sondern an der Logik von Bewegungspolitik: Bewegungspolitik als solche ist nicht mehr als spontaner Protest – „die Überzeugung von der Notwendigkeit, sich in Verbänden“ – oder BürgerInneninitiativen, autonomen Kleingruppen o.ä. – „zusammenzuschließen, einen Kampf gegen die Unternehmer zu führen, der Regierung diese oder jene für die Arbeiter notwendigen Gesetze abzutrotzen“ und tausenderlei mehr Symptombekämpfung!
Die „unversöhnliche Gegensätzlichkeit [d]er Interessen zu dem gesamten gegenwärtigen politischen und sozialen System“ ist nichts, was durch irgendeine Klassen- oder sonstige Gruppenzugehörigkeit automatisch (oder – für HegelianerInnen: „latent“) bereits vorhanden ist (und von RevolutionärInnen einfach nur „manifest“ gemacht, ‚herausgekitzelt’ werden müßte). Vielmehr hängt diese Gegensätzlichkeit von einem komplexen politischen, ideologischen, theoretischen usw. Produktionsprozeß ab.4

Und selbst die rein politische Tätigkeit bedarf, um Kontinuität zu erlangen, um nicht bei jeder Protestwelle von Null anzufangen, mehr als spontaner Bewegung – nämlich organisierter politischer Tätigkeit (siehe:http://arschhoch.blogsport.de/2011/11/12/k-1-was-ist-ueberhaupt-der-vorteil-einer-organisation/); also Leuten, die auch die Mühen der Ebenen zwischen den Bewegungshochs auf sich nehmen. Meinetwegen können wir diesbzgl. mit Dutschke von „politisch-menschliche[r] Besonderheit“, nämlich: Bereitschaft, diese Arbeit zu leisten, und mit Lenin von „Berufsrevolutionären“ und -revolutionärinnen sprechen.
Wir können es meinetwegen auch etwas nüchterner formulieren – so wie es im „Na endlich“-Papier gemacht wurde:
Wir brauchen ein Minimum an „organisatorische Verbindlichkeit“ (konkret: Leute, die sich auf einander verlassen können; eine funktionierende Arbeitsteilung; kontrollierbare Strukturen statt autonomer WG-Politik und Unverbindlichkeit usw.); und:
„Das neue Projekt sollte keine Mitgliederpartei, kein Verein von ‚Karteileichen’ sein, sondern eine Organisation von Aktivisten. Zweitens ist es u. E. nicht zielführend jeden sofort aufzunehmen, der den Kapitalismus irgendwie doof findet oder was gegen Sparpolitik hat. Eine gewisse theoretische Basis (deshalb wichtig: nicht nur ‚Kampagnenreiterei’, sondern auch Selbst-Qualifikation), aber auch so was wie eine ‚corporate identity’ sollten wir schon verlangen, soll heißen: Wer bei dem Projekt mitmacht, sollten wissen warum“.
Ja, soviel „politisch-menschliche Besonderheit“, diese Kriterien zu erfüllen, sollte schon sein! Wer/welche das nicht will, muß ja nicht mitmachen…

Die dritte Einsicht Lenins in Was tun? ist eine Konkretisierung der Einsicht, daß revolutionäre Praxis gegen das „gesamte gegenwärtige politische und soziale System“ gerichtet ist. Nicht nur bei den Aufnahmekriterien für Mitgliedern, sondern auch für die politische Praxis (Bündnispolitik; revolutionäre Intervention in spontane Bewegungen) verbietet sich jeder Proletkult:

„Das Bewußtsein der Arbeiterklasse kann kein wahrhaft politisches sein, wenn die Arbeiter nicht gelernt haben, auf alle und jegliche Fälle von Willkür und Unterdrückung, von Gewalt und Mißbrauch zu reagieren, welche Klassen diese Fälle auch betreffen mögen, und eben vom sozialdemokratischen und nicht von irgendeinem anderen Standpunkt aus zu reagieren. Das Bewußtsein der Arbeitermassen kann kein wahrhaftes Klassenbewußtsein sein, wenn die Arbeiter es nicht an konkreten und dazu unbedingt an brennenden (aktuellen) politischen Tatsachen und Ereignissen lernen, jede andere Klasse der Gesellschaft in allen Erscheinungsformen des geistigen, moralischen und politischen Lebens dieser Klassen zu beobachten; wenn sie es nicht lernen, die materialistische Analyse und materialistische Beurteilung aller Seiten der Tätigkeit und des Lebens aller Klassen, Schichten und Gruppen der Bevölkerung in der Praxis anzuwenden. Wer die Aufmerksamkeit, die Beobachtungsgabe und das Bewußtsein der Arbeiterklasse ausschließlich oder auch nur vorwiegend auf sie selber lenkt, der ist kein Sozialdemokrat, denn die Selbsterkenntnis der Arbeiterklasse ist untrennbar verbunden mit der absoluten Klarheit […] Vorstellungen von den Wechselbeziehungen aller Klassen der modernen Gesellschaft. Darum eben ist die Predigt unserer ‚Ökonomisten’, daß der ökonomische Kampf das weitest anwendbare Mittel zur Einbeziehung der Massen in die politische Bewegung sei, so überaus schädlich und ihrer praktischen Bedeutung nach so überaus reaktionär. Um Sozialdemokrat zu werden, muß der Arbeiter eine klare Vorstellung haben von dem ökonomischen Wesen und dem sozialen und politischen Gesicht des Gutsbesitzers und des Pfaffen, des hohen Beamten und des Bauern, des Studenten und des Lumpenproletariers, muß er ihre starken und schwachen Seiten kennen, muß er sich in den landläufigen Phrasen und all den Sophistereien auskennen, mit denen jede Klasse und jede Schicht ihre egoistischen Neigungen und ihr wahres ‚Innere’ verhüllt, muß er sich darin auskennen, welche Institutionen und welche Gesetze diese oder jene Interessen zum Ausdruck bringen und in welcher Weise sie es tun.“
(http://www.marxists.org/deutsch/archiv/lenin/1902/wastun/kap3c.htm)

„Das politische Klassenbewußtsein kann dem Arbeiter nur von außen gebracht werden, das heißt aus einem Bereich außerhalb des ökonomischen Kampfes, außerhalb der Sphäre der Beziehungen zwischen Arbeitern und Unternehmern. Das Gebiet, aus dem allein dieses Wissen geschöpft werden kann, sind die Beziehungen aller Klassen und Schichten zum Staat und zur Regierung, sind die Wechselbeziehungen zwischen sämtlichen Klassen. Deshalb darf man auf die Frage: Was ist zu tun, um den Arbeitern politisches Wissen zu vermitteln? – nicht allein die Antwort geben, mit der sich in den meisten Fällen die Praktiker begnügen – von den Praktikern, die zum ‚Ökonomismus’ neigen, ganz zu schweigen –, nämlich die Antwort: ‚Zu den Arbeitern gehen’. Um den Arbeitern politisches Wissen zu vermitteln, müssen die Sozialdemokraten in alle Klassen der Bevölkerung gehen, müssen sie die Abteilungen ihrer Armee in alle Richtungen aussenden.“
(http://www.marxists.org/deutsch/archiv/lenin/1902/wastun/kap3e.htm)

Damit haben wir also – fernab von Klandestinität – drei Kriterien (Charakteristika oder Anforderungen), die für Lenin eine revolutionäre Organisation ausmachen:

  1. Theorie und Verbindlichkeit (vs. Spontaneismus)
  2. Ziel des Umsturzes der Gesellschaftsstruktur (revolutionär-politisch) (vs. Symptombekämpfung [reformistisch-ökonomistisch)
  3. interklassistische Zusammensetzung und Bündnisorientierung der Organisation der RevolutionärInnen (vs. Ouvrierismus [‚Kult der schwieligen Faust’]).

Was spricht denn nun gegen diese Kriterien, liebe AntilenistInnen?!

quelle: http://arschhoch.blogsport.de/2011/11/21/was-spricht-eigentlich-gegen-lenins-parteitheorie/

 

fussnoten:

  1. Klassenessentialismus, von Essenz = Wesen: Annahme einer wesenhaften Beziehungen zwischen einer bestimmten Klassenlage sowie bestimmten analytische Einsichten und politischen Positionen; die Klasselage sei das ‚innere’ Wesen, das Wesentliche, das Andere die davon abhängende, bloße ‚äußere Erscheinung’, bzw. die ‚Erscheinung’ sei latent schon im ‚innere’ (oder ‚tieferen’) Wesen vorhanden, müssen nur noch (evolutionär) entfaltet, zum Erscheinen gebracht, manifest gemacht werden. Vgl. zu dieser – vielfältig Anwendung findenden – hegelianischen Argumentationsfigur auch:http://theoriealspraxis.blogsport.de/2010/05/22/und-noch-eine-begriffserlaeuterung-der-deutsche-materielle-rechtsstaat-ist-philosophischer-idealismus/. [zurück]
  2. Vgl. dazu: http://theoriealspraxis.blogsport.de/2009/11/07/konvergenzen-des-wissenschaftstheoretischen-relativismus/. [zurück]
  3. Vgl. dazu auch: http://interkomm.so36.net/archiv/2008-08-30/nse.pdf, S. 34 (spontan setzen sich die ohnehin schon hegemonialen – und nicht die revolutionären – Ideen durch), FN 88 und 89. [zurück]
  4. Damit dieser Einsicht ist Lenin einen entscheidenden Schritt über den in diesem Punkt noch recht naiv Optimismus des Kommunistischen Manifest, auf den sich Wal Buchenberg beruft, hinausgegangen:
    „Aber mit der Entwicklung der Industrie vermehrt sich nicht nur das Proletariat; es wird in größeren Massen zusammengedrängt, seine Kraft wächst, und es fühlt sie mehr … Die Arbeiter beginnen damit, Koalitionen gegen die Bourgeois zu bilden; sie treten zusammen zur Behauptung ihres Arbeitslohns. Sie stiften selbst dauernde Assoziationen, um sich für die gelegentlichen Empörungen zu verproviantieren. Stellenweise bricht der Kampf in Aufständen aus … Es bedarf aber bloß der Verbindung, um die vielen Lokalkämpfe von überall gleichem Charakter zu einem nationalen, zu einem Klassenkampf zu zentralisieren. Jeder Klassenkampf ist aber ein politischer Kampf …“ (Kommunistisches Manifest zit. n. http://www.marx-forum.de/marx-lexikon/lexikon_p/partei.html)
    „Der entscheidende, das marxistische Denken umwälzende Gedanke in Was tun? ist“ demgegenüber, „daß sich eine Politik nie einfach aus der Klassenbestimmung ergibt, sondern daß – umgekehrt – ein und dieselbe Klassenbestimmung mit verschiedenen, ja einander entgegengesetzten Politiken artikuliert sein kann. Dieser Gedanke bricht radikal mit der Vorstellung, wie wir sie auch bei Marx und Engels in manchen Formulierungen gefunden haben, daß sich der Zusammenhalt und die Organisierung der Arbeiter mehr oder minder aus der ökonomischen Entwicklung des Kapitalismus selbst ergeben würde. So ist Schluß mit jeder Illusion über ein letztliches Zusammenfallen von Partei und Klasse durch die Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft. Die Partei und ihre Politik werden erst zu einem Gegenstand von Theorie.“ (Wieland Elfferding, Klassenpartei und Hegemonie. Zur impliziten Parteientheorie des Marxismus, in: ders. / Michael Jäger / Thomas Scheffler, Marxismus und Theorie der Parteien (Argument-Sonderband AS 91), Argument: [West]berlin, 1983, 7-35 [17 f.]). [zurück]
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