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Zwischenbilanz der bisherigen „Organisationsdebatte“

nachdem ich eine zeitlang auf dem blog der NAO (http://arschhoch.blogsport.de/) gepostet habe, ist ein erstes resumee der erfahrungen angesagt.

zunächst einmal muss ich sagen, dass die diskusionen auf dem blog mir einen grossen input gegeben haben, sowohl was die erarbeitung politischer inhalte betrifft als auch einen schub an energie durch die aussicht auf mögliche politische erfolge der radikalen linken. leider muss ich den zweiten punkt jetzt etwas gebremster sehen. aber dazu später.

die wichtigste erfahrung war sicher der programmatische kampf gegen die „bochumer“, der zu einer gewissen klärung des verhältnisses von revolution und reform geführt hat. da hat insbesondere der genosse DGS von der SIB ein paar hervorragende statements zu geschrieben. so weit ich die lage auf dem blog beurteilen kann, scheinen die bochumer (vorerst) eine niederlage eingesteckt zu haben. sie tauchen so gut wie nicht mehr auf.

der genosse KHS, der ursprünglich eher zu den bochumern tendierte, scheint jetzt eine art mittelposition zwischen bochum und SIB einzunehmen, aber mit deutlicher tendenz in richtung SIB, was natürlich sehr begrüssenswert ist.

ursrprünglich ging ich von einer politischen nähe zum genossen DGS aus, was auch in vielen fragen sicher der fall ist. aber in der frage des demokratischen zentralismus hat er jetzt die hosen runterfallen lassen und sich als vertreter eines organisatorischen menschewismus entpuppt. damit ist mir natürlich als vertreter des linkesten „flügels“ der NAO die basis entzogen. eine „diskussion“ mit notorisichen workeristen, die auch noch mit antikommunistischen reflexen durchsetzt sind, macht aus meiner sicht keinen sinn mehr. eine politik der umgruppierung vorgeblich revolutionärer kräfte ist damit nicht mehr gegeben. und genau das war meine ursprüngliche intention, an der NAO debatte teilzunehmen. (http://www.trend.infopartisan.net/trd1011/t371011.html)

wie das ganze jetzt weiter geht, kann ich noch nicht sagen. ich werde erst mal abwarten und beobachten, wie sich die debatte weiterentwickelt, WENN sie sich weiter entwickelt. sollte sich die möglichkeit einer linkspolarisierung auf dem blog ergeben, werde ich mich natürlich wieder an der debatte beteiligen. aber vorerst scheint mir die luft aus dem NAO projekt raus zu sein. die anfängliche euphorie („ein paar tausend mitglieder“ wurde getönt) scheint sich in ratlosigkeit aufgelöst zu haben. es scheint völlig unklar zu sein, wen man überhaupt ansprechen will als mögliche „partner“. die kräfte, die die SIB umgarnt, scheinen jedenfalls kein interesse zu haben. die einzigen beiden expliziten unterstützungen kamen von RSB und SOKO, und die machen aber nichts zur vorbereitung.  von RIO und GAM gibt es stellungnahmen, aber ebenfalls keine beteiligung. die ausweitung auf gruppen wie avanti, IL oder das postautomome und das postantiimperialistische milieu existiert wohl nur in der fantasie einiger SIBler. also alles in allem, eine sehr ernüchternde bilanz ! (von SAV und isl gibt es gar keine positionierungen, beide dürften aber an der NAO kein bis wenig interesse haben, weil sie eine mehr oder weniger entristische orientierung auf die LINKE haben)

ich persönlich werde weiterhin in meinem blog für eine revolutionär-marxistische programmatik eintreten. aber für eine konkrete organisationsperspektive bräuchte man bündnispartner, und die sehe ich leider nicht.

der NAO kann ich keine positive zukunft prophezeien, falls sie überhaupt je das licht der welt erblickt. sie wird im besten fall eine weitere zentristische klein(st)gruppe sein, die in keinster weise für eine revolutionäre perspektive eintreten kann. im schlimmsten fall wird es ein antikommunistischer reformistenverein (bochum) oder eine hilfstruppe der LINKEN sein. wie auch immer, ein paar erkenntnisse wurden gewonnen, die eigentliche aufgabe — die umgruppierung auf revolutionärer grundlage — bleibt weiterhin ungelöst. und neben unklarheiten bei politischen inhalten hat sich leider auch gezeigt, dass die psychologie kleinbürgerlicher „linker“ nicht wirklich besser ist als der gesellschaftliche gesamtdurchschnitt. das macht die aufgabe nicht gerade einfacher.

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Ein Kommentar zu “Zwischenbilanz der bisherigen „Organisationsdebatte“

  1. auf dem NAO blog werden inzwischen meine kommentare in eine „warteschleife“ gesteckt, weil man das „proletariat“ nicht überfordern will. 😉 die meinen es wirklich ernst mit dem workerismus. ich warte auf den tag, an dem sie die reihe „der rote arbeiterroman“ herausgeben….natürlich mit einer erklärung für jedes fremdwort. teddy thälmann werden in seinem grab sicher die freudentränen kommen 😉

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