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Die unendliche Geschichte

Nochmals zur Frage: Wie kann sich die „radikale Linke“ vereinheitlichen?

die debatten auf dem arschhoch.blog http://arschhoch.blogsport.de/ sind an einem punkt angelangt, wo m e nicht mehr viel neues und substantielles dazukommt. die einzelnen diskutanten haben ihre standpunkte (mehr oder weniger ausführlich) dargestellt und jetzt lautet die frage: was machen wir mit dem erreichten stand der dinge?

für die gründung von organisatorischen strukturen ist es noch zu früh (so der tenor der duisburger erklärung http://arschhoch.blogsport.de/2012/03/15/abschlusserklaerung-des-duisburger-treffens-von-vertreterinnen-von-interkomms-rsb-soko-und-sib/). diese erklärung habe ich auch unterstützt (https://systemcrash.wordpress.com/2012/03/18/quo-vadis-nao/), auf der anderen seite habe ich aber nicht den eindruck, dass jetzt noch die NAO diskussion auf andere politische spektren und organisationen übergreift. die von der SIB ursprünglich anvisierten spektren haben bislang den NAO prozess hartnäckig ignoriert und es ist kaum damit zu rechnen, dass sich das kurz- oder mittelfristig ändert. das ist der aspekt, wo ich eigentlich mit dem SOKO vorschlag konform gehe (http://arschhoch.blogsport.de/2012/03/10/die-soko-raet-den-gruppen-der-nao-initiative-zur-kurskorrektur/), auch wenn der vorschlag als ganzes ein übereilter schnellschuss war (und die begleitumstände dieses textes mehr als unglücklich waren. siehe dazu: https://systemcrash.wordpress.com/2012/03/14/zerlegt-sich-die-nao/).

im grunde lässt die gesamtsituation des NAO prozesses nur eine schlussfolgerung zu:

alle gruppen und einzelpersonen, die die fünf SIB essentials als arbeitsgrundlage akzeptieren, sollten nach der NAO sommerdebatte und der ersten arbeitskonferenz im herbst (egal was dabei heraus kommt) ein organisationskomitee oder einen initiativausschuss bilden, was den STARTSCHUSS FÜR DIE OFFIZIELLE NAO darstellt.

damit soll aber nicht die grundsätzliche „offenheit“ des NAO prozesses in frage gestellt werden. alle gruppen und einzelpersonen auf seiten der politischen „linken“ bleiben weiter eingeladen, sich an den debatten zu beteiligen.

es muss jetzt aber ein ANFANG gemacht werden in sachen „verbindlichkeit“, damit der übergang von konsequenzloser diskussion zur praxis einen referenzpunkt bilden kann, der die gefahr der „zerbröselung“ (die meines erachtens in ansätzen jetzt schon erkennbar ist) zumindest eindämmen kann.

dass nicht alle fragen der programmatik und der orgstruktur von heute auf morgen gelöst werden können, dürfte dabei noch das geringste problem sein. worauf es mehr ankommt, ist der wille und die ernsthaftigkeit, die revolutionäre linke auf einer prinzipienfesten grundlage zu koordinieren (wenn schon nicht vereinigen), um eben das herzustellen, was den kleingruppen nicht gegeben ist: ein handlungsfähiger politischer faktor (mit einfluss) zu werden!

von anderen ländern lernen?

ich meine, dass es wenig sinn macht, auf andere politische projekte (wie  zb die französische NPA) als bezugspunkt für den NAO prozess hinzuweisen. zum einen sind die politischen ausgangsbedingungen sehr unterschiedlich, zum anderen reicht der informationsstand bei den meisten debattenteilnehmern gar nicht aus, um die lage in frankreich oder anderen ländern wirklich einschätzen zu können. wir haben schon genug probleme damit, die „deutsche wirklichkeit“ in den (theoretischen) griff  zu bekommen. damit will ich natürlich nicht dem „internationalismus“ eine absage erteilen, aber bevor wir international „handlungsfähig“ werden, sollten wir es erst mal „national“ werden! bescheidenheit in organisationspolitischer hinsicht scheint mir für „radikale linke“ eine höchst notwendige tugend zu sein, angesichts des bisherigen verlaufes von „umgruppierungs“prozessen.

auch das (sehr lange) papier von einem ex CWI kader aus den USA, was zur zeit auf dem arschhoch.blog diskutiert wird (http://arschhoch.blogsport.de/2012/03/24/vorwaerts-in-die-sackgasse-dan-dimaggio-ex-socialist-alternative-us-sektion-des-cwi-schlaegt-eine-alternative-vor/) trägt nichts dazu bei, die programmatischen grundlagen für eine „neugruppierung“ zu entwickeln; noch ist irgendwie ersichtlich, wie die „amerikanischen erfahrungen“ auf den deutschen politischen hintergrund übertragbar sind. einfach nur die „einheit der linken“ zu fordern ist zu wenig, auch wenn das argument der nicht vorhandenen handlungsfähigkeit (und damit gleichbedeutend: einflusslosigkeit) natürlich schwer wiegt. aber eine „politische handlungsfähigkeit“, die nicht im sinne des „revolutionären anspruchs“ ist, bringt uns auch nicht weiter. es sei denn, wir wollten uns gleich in die LINKE auflösen.

das wird m e auch die erste programmatische erklärung der gegründeten NAO sein müssen: inwiefern sich die NAO von der LINKEn unterscheidet und warum eine revolutionäre opposition notwendig ist!

Ein Kommentar zu “Die unendliche Geschichte

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