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GenossInnen, wir müssen umdenken!

Zur Kritik des SIB Konzeptes der “Neugruppierung der radikalen Linken” und zur Darstellung eines gangbaren Weges

der eindruck, dass der NAO prozess in der sackgasse steckt, lässt sich nicht mehr länger verbergen. und das hat gründe. sicher, die SIB ist klein und die aufgaben riesig. und die M31 mobilisierung hat bestimmt viel kraft gekostet. aber das sind nur oberflächensymptome für darunterliegende viel tiefere probleme. meines erachtens war von anfang an das SIB konzept der neugruppierung ZU BREIT angelegt.

anstatt sich erst mal auf die gruppen mit formal gleichem anspruch (revolutionär-marxistisch oder trotzkistisch) zu konzentrieren, wollte man gleich eine ausweitung auf das postautonome, postantiimperialistische, anarchistische und (post)feministische spektrum. dabei sind diese spektren GANZ EIGENE politische strömungen, die nicht (oder jedenfalls nicht ohne weiteres) in eine revolutionäre organisation (die in meinen augen nur “marxistisch” sein kann) integrierbar sind. man müsste sich also mit all diesen strömungen spezifisch auseinandersetzen und sie für eine revolutionäre perspektive gewinnen wollen. das wäre schon allein rein vom arbeitsaufwand her nicht leistbar. der einzige, dem ich eine solche theoretische anstrengung noch zutrauen würde, ist DGS, und von dem hört man seit der M31 geschichte nichts mehr. überdies sollte man auch bei taktischen orientierungen eine gewisse aktualität politischer bewegungen und organisationen im auge behalten.

auch wenn die frauenfrage z. b. eine strategische frage ist, so findet aktuell keine wirkliche debatte (gesamtgesellschaftlich) dazu statt, ganz zu schweigen davon, dass es keine “bewegung” dazu gibt. da könnte ich es mir schon eher vorstellen, eine orientierung auf (nur als beispiele) auf die DKP (schlicht wegen ihrer relevanz/grösse) oder das UMS GANZE bündnis (wegen ihrer theorieorientierung) zu entwickeln.

ich denke, die SIB hat sich mit ihrem ursprungskonzept (im na endlich papier) schlichtweg ÜBERHOBEN. anstatt erst mal kleine brötchen zu backen und sich auf das naheliegendste zu konzentrieren, hat man geglaubt, wenn man ein ehrgeiziges projekt in die welt setzt, würde die sache schon allein dadurch eine “eigendynamik” bekommen (eine typisch pabloistische heransgehensweise). diese vorstellung von “revolutionären dynamiken” (schon im gehirn vom altmeister Ernest Mandel immer schon eine fiktion gewesen; gott hab ihn selig) führt letztlich nur dazu, die leute, die am anfang voller enthusiasmus und hoffnung sind, irgendwann zu ausgebrannten “flaschen leere” zu machen!

was wir stattdessen brauchen, ist eine realistische einschätzung der möglichkeiten linksradikaler politikansätze in deutschland und welche kräfte dafür am EHESTEN als interessenten und adressaten in frage kommen. dafür müssen auch die eigenen programmatischen grundlagen und theoretischen konzepte erbarmungslos auf den prüfstand gestellt und der kritik ausgesetzt werden. ob die SIB (und alle NAO gruppen) dieses notwendige umdenken in ihrem prozess hinbekommen, erscheint mir zweifelhaft, bin aber gerne bereit, mich eines besseren belehren zu lassen.

bronsteyn behauptet, alle menschen seien grundsätzlich lernfähig und ich schliesse mich dieser positiven utopie gerne an. sie wird diesen weg aber auch finden MÜSSEN, sonst ist die NAO initiative spätestens in ein paar monaten TOT!

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