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“Anti-Imperialismus ist der Schlüssel”

Grundprinzipien der Aktionseinheit/Einheitsfront in halbkolonialen Ländern

 “Systemcrash schreibt, es käme nicht auf das zahlenmäßige, sondern das soziale Gewicht des Proletariats in Trikont-Ländern an.Was heisst das konkret, etwa wenn eine revolutionäre Bauernarmee ein halb-feudal /halb-kompradorenbeourgeoises Regime dabei ist zu stürzen?” (Michael Schilwa)

die fragestellungen des gen. Schilwa offenbaren zwei dinge:

1) der NAO prozess ist noch sehr weit weg von einem revolutionären PROGRAMM, was diesen namen auch verdient. (auch die essentials sind nur ein rumpf von einem PROGRAMM)

2) es gibt noch sehr viele (theoretische) baustellen, die zu beackern sind.

ich werde mich daher an den spruch von SPINOZA halten:

Nicht weinen, nicht zürnen, sondern begreifen! 

und gleichzeitig an DANTE:

Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an und handelt. 

– zumindest, soweit sich das “handeln” auch auf die theoretische praxis erstreckt ;)

Antiimperialismus und Kommunismus

es wurde im blog bereits erwähnt, dass jeglicher nationalismus reaktionär ist, also auch der nationalismus sogenannter “unterdrückter nationen”. trotzdem haben kommunisten in solchen konflikten eine SEITE: sie stehen an der seite der unterdrückten im kampf gegen den einfluss des imperialismus in ihrem land. was heisst das?

es gibt neben dem konzept der einheitsfront/aktionseinheit (die hauptsächlich in den industriell fortgeschrittenen ländern in anwendung gebracht werden soll und als basis das PROLETARIAT [arbeiterInnenbewegung] hat) für die halbkolonialen ländern eine besondere abwandlung dieser TAKTIK: der sog. “militärische block”.

ein militärischer block (der bei den meisten protagonisten dieser politik heute nur “propagandistisch” “existiert”) bedeutet, KONKRETE AKTIONEN von sog. “befreiungsbewegungen” “MILITÄRISCH” (also etwa gleichbedeutend mit: “auf der handlungsebene”) GEGEN DEN IMPERIALISMUS zu unterstützen, OHNE IHNEN DIE GERINGSTE POLITISCHE (PROGRAMMATISCHE) UNTERSTÜTZUNG ZU GEBEN.

wenn also — wie in der fragestellung des gen. Schilwa — eine “revolutionäre bauernarmee” gegen ein “halbfeudales/kompradorenbourgeoises regime” ankämpft, kann es nicht den geringsten zweifel geben, dass kommunisten diesen kampf MILITÄRISCH (was immer das dann heisst, in abhängigkeit der kräfteverhältnisse) unterstützen. sie werden aber immer für eine (klassen)unabhängige PROLETARISCHE strategie eintreten, die den kampf gegen die “halbfeudalität” mit dem sozialistsichen kampf verbindet. darum werden kommunisten auch immer auf ihre eigenen organisationsstrukturen beharren und sich NICHT in (klein)bürgerlich-nationalistischen bewegungen auflösen.

dieses prinzip des “militärischen blocks” gilt nicht nur für die sog. “befreiungsbewegungen”, sondern sogar auf der ebene von nationalstaaten. so schreibt Leo Trotzki:

 ”In Brazil there now reigns a semifascist regime that every revolutionary can only view with hatred. Let us assume, however, that on the morrow England enters into a military conflict with Brazil. I ask you on whose side of the conflict will the working class be? I will answer for myself personally—in this case I will be on the side of “fascist” Brazil against “democratic” Great Britain. Why? Because in the conflict between them it will not be a question of democracy or fascism. If England should be victorious, she will put another fascist in Rio de Janeiro and will place double chains on Brazil. If Brazil on the contrary should be victorious, it will give a mighty impulse to national and democratic consciousness of the country and will lead to the overthrow of the Vargas dictatorship. The defeat of England will at the same time deliver a blow to British imperialism and will give an impulse to the revolutionary movement of the British proletariat.” — Leon Trotsky, Anti-Imperialst Struggle is Key to Liberation http://www.marxists.org/archive/trotsky/1938/09/liberation.htm

“In Brasilien regiert nun ein semi-faschistisches Regime, das jeder Revolutionär nur mit Hass betrachten kann. Lasst uns annehmen, England würde morgen in einen militärischen Konflikt mit Brasilien treten. Ich frage Euch, auf welcher Seite des Konflikts würde die Arbeiterklasse stehen? Ich werde für mich persönlich antworten – in diesem Falle bin ich auf der Seite des ‘faschistischen’ Brasilien gegen das ‘demokratische’ Großbritannien. Warum? Weil es in diesem Konflikt nicht um die Frage von Demokratie oder Faschismus geht. Wenn England siegreich sein sollte, wird es einen anderen Faschisten in Rio de Janeiro einsetzen und Brasilien in doppelte Ketten legen. Wenn Brasilien auf der Gegenseite siegreich sein wird, so wird dies dem nationalen und demokratischen Bewusstsein einen mächtigen Impuls verleihen und wird zur Absetzung von Vargas Diktatur führen. Die Niederlage Englands wird zur gleichen Zeit dem britischen Imperialismus einen Schlag versetzen und der revolutionären Bewegung des britischen Proletariats einen Impuls verleihen.”
(Trotzki: Anti-imperialistischer Kampf ist der Schlüssel zur Befreiung; 23. 09. 1938; eigene Übersetzung) http://www.bolshevik.org/deutsch/20/bol20-4.html

ich hoffe sehr, dieses zitat von Leo Trotzki wird den ganzen “a-nationalen”, “anti-nationalen” und “anti-deutschen” heftigst den schaum vor dem mund treiben! ;)

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