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RIO: sektiererische Hilflosigkeit oder programmatische Souveränität?

nachdem sich die gruppe RIO (mit der ich programmatisch durchaus sympathien habe) eine lange zeit geweigert hat, sich mit der NAO zu beschäftigen, tut sie es jetzt in einem längeren artikel zur französischen NPA. sie schreibt:

“Es muss unserer Ansicht nach klar sein, dass die Grundthese der NPA, die der „strategischen Verwaisung“, vielmehr die NPA selbst als politische Partei „verwaisen“ lässt, und damit vollkommen entwaffnet. Wir halten es für sehr bedenklich, dass Teile des deutschen Trotzkismus sich in diesem Moment bemühen, sich in ein ähnliches Projekt zu liquidieren. Es kann nur oft genug wiederholt werden, auch zur Warnung der GenossInnen, die den „NAO-Prozess“ vorantreiben, dass ein breites antikapitalistisches Projekt – wenn es denn überhaupt dazu in der Lage ist, eine relevante Menge an AktivistInnen zu versammeln – allenfalls die Illusion schürt, dass die Kämpfe, die uns die kapitalistische Krise aufzwingt, ohne eine vorherige Auseinandersetzung über die richtige politische Strategie gewonnen werden könnten.

Eine auf dieser Grundlage gebildete Führung wäre nicht im Mindesten dazu befähigt, einen harten antiimperialistischen und internationalistischen Kurs gegen den bürgerlichen Staat einzuschlagen. Das Resultat wäre die Demoralisierung der Massen, die sich – im besten Fall – diesem Projekt mit großen Hoffnungen angeschlossen haben. Für NAO und andere NachahmerInnen besteht allerdings zusätzlich das Problem, dass sie keinerlei Anziehungskraft selbst auf die fortgeschrittensten ArbeiterInnen und Jugendlichen besitzen und ihnen damit eigentlich jede Existenzberechtigung fehlt. [sic!!!!!!! herv v mir]

Wir sind der Ansicht, dass es im Sinne aller RevolutionärInnen ist, anhand der Erfahrungen der NPA eine politische Diskussion und Klärung durchzuführen und die Reorganisierung der Avantgarde auf dem Boden des Übergangsprogramms und der wiederaufgebauten Vierten Internationale voranzutreiben. Dazu laden wir alle Interessierten ein.”

das ist doch eine erstaunliche “kritik”!

die NAO habe keine “anziehungskraft auf fortgeschrittene arbeiterInnen und jugendliche” und habe daher keine “existenzberechtigung”. ich will ja nicht unken und zynisch werden, aber RIO ist ja nun auch nicht gerade der hit in sachen “revolutionäre anziehungskraft”. so leids mir tut, genossInnen, aber eure “argumentation” gegen die NAO drückt eher sektiererische hilflosigkeit aus als programmatische souveränität. und solange das so ist, verbaut ihr euch selbst eure (durchaus vorhandenen) politischen möglichkeiten. [nachtrag: ausserdem besteht durchaus kein automatischer zusammenhang zwischen „anziehungskraft“ und „programmatik“]

und was die “wiederaufgebaute vierte internationale” betrifft — das kann ja nur ein prozess von spaltungen und fusionen sein (umgruppierung) UND ergebnis verstärkter gesellschaftlicher kämpfe, die auch die FT-CI als “seperate org” strukturell verändern wird; es sei denn, ihr wollt da enden, wo die zeugen Robertsons und North schon heute sind: im politischen nirwana!

ausserdem, genossInnen, wenn IHR EUCH auch an der NAO DEBATTE BETEILIGEN WÜRDET, bestände vlt die grössere chance, dass sich der “revolutionäre flügel” in der programm-strategie-frage durchsetzt. denkt mal drüber nach! ;)

quod erat demonstandum

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