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Kritische Anmerkungen zum Essential Vorschlag der SIB („Mehrheit“)

der vorliegende essential vorschlag der sogenannten SIB „mehrheit“ (der mit 8 stimmen bei 2 enthaltungen angenommen wurde) bedeutet göttin sei dank keine „rechtsverschiebung“. angesichts der debatten in den letzten wochen ist das keine selbstverständlichkeit!

dass die sog. „mehrheit“ ausgerechnet einen vertreter der eher „linken flügels“ mit der entwurfserstellung betraut hat, mag  einer „taktik“ oder „ungeschicklichkeit“ (oder der arbeitsüberlastung des „zentrums“ 😉 ) geschuldet sein. fakt ist, der entwurf geht zumindest NICHT in die verkehrte richtung.

allerdings weist er in meinem verständnis einen schweren methodischen fehler auf. in dem text werden positionen und themenfelder aufgemacht, die gar nicht zu den „fünf SIB (NAO) essentials“ dazugehören. zum beispiel die einschätzung der SPD als „rein bürgerlich“ (egal ob man sie richtig oder falsch findet) ist KEIN kriterium, um beim NAO prozess mitzumachen. offensichtlich ist also selbst innerhalb der SIB das verständnis dafür, was die essentials eigentlich SEIN SOLLEN nicht (oder nur unzureichend) vorhanden.

wenn dieses (schlechte) beispiel schule machen sollte, könnte in zukunft jede NAO gruppe ihre eigene programmatik zum „essential“ deklarieren …. und der NAO prozess wäre gestorben!

es ist schon ziemlich peinlich, wenn dem sogenannten „moderierendem zentrum“ des NAO prozesses so ein schwerer politischer fehler unterläuft! es zeigt aber auch, dass wir noch ganz am anfang stehen und einfach viel zeit und geduld benötigen. und es zeigt auch, dass abstimmungen nicht zwangsläufig etwas über die qualität der entscheidungen aussagen. das konsensprinzip mag zwar anstrengend und nervig sein — und ist auch nicht in allen fällen durchzuhalten –, aber solange der NAO prozess noch offen ist, ist es sehr sinnvoll, dieses prinzip weiter anzuwenden. ein „durchstimmen“ von positionen würde ebenfalls das ende des prozesses bedeuten, und das kann nicht im sinne der erfinder sein.

die kritik von DGS, dass der vorschlag insgesamt zu „traditionalistisch“ und „klassenzentristisch“ ist, mag aus seiner (postmodern inspirierten) sichtweise richtig sein. ich könnte damit schon eher leben. für mich würde diese kritik erst dann „leben“ bekommen, wenn dies zu programmatischen differenzen führen würde.

insbesondere in der „frauen-“ und „ökofrage“ könnte ich mir vorstellen, dass ein zu traditionslastig-„orthodoxes“ verständnis des marxismus nicht zu einem revolutionären programm auf der höhe der zeit führen wird.

inwieweit dies zukünftige „umgruppierungspartner“ aus dem „postautonomen“ oder (revolutionär)“feministischen“ lager abschreckt, ist für mich nicht eine ganz so wichtige frage wie für DG. denn solange innerhalb des NAO prozesses selbst eine politische spannbreite existiert, die die vorhandenen unterschiede des „linksradikalen“ spektrums widerspiegelt, wird er (der NAO prozess) auch keinen revolutionären attraktionspol darstellen können!

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2 Kommentare zu “Kritische Anmerkungen zum Essential Vorschlag der SIB („Mehrheit“)

  1. Pingback: Die Bedeutung des NAO Prozesses für die “radikale Linke” in Deutschland « WAS TUN: PLATTFORM FÜR MARXISTISCHE KONVERGENZ

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