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Der letzte Tango im NAO Prozess ?

reziproke unterdrückung, weibliche anpassung oder 'matriarchale' gegenmacht? oder alles gleichzeitig?!

reziproke unterdrückung, weibliche anpassung an männlichen geschmack oder ‚matriarchale‘ gegenmacht? oder stimmt gar alles gleichzeitig?!

 

”Intellektueller ist, wer sich artikuliert. Für ihn ist die Gedankenfreiheit am wichtigsten. Wenn demokratische öffentliche Meinung und Zensur identisch sind, dann bin ich auch gegen die demokratische öffentliche Meinung. Eine Bombe besitze ich nicht, ich habe Sätze. Was ich schreibe, hat seinen Preis. Das habe ich erfahren. Sie können mich verhaften, für verrückt, für einen Hungerleider halten, missverstehen und darauf pfeifen, was ich schreibe. Die Weltgeschichte der Intelligenz ist die Geschichte der eigenen nicht abzuschließenden Emanzipation.”
– György Konrád, Von der Freiheit

[dies sind nur flüchtige überlegungen zur „geschlechterpolitik“. sie erheben nicht den anspruch, der weisheit letzter schluss zu sein. zumal dieses thema sich gerade durch seine komplexität auszeichnet.]

Anmerkungen zur „Genderfrage“ als programmatisches Essential

das, was ich von anfang an befürchtet hatte, ist nun eingetreten!

der durch das „na endlich“-papier enthaltene geburtsfehler des NAO prozesses — die schaffung einer gemeinsamen „revolutionären“ organisation von „marxisten, „postautonomen“ bis zum sprektrum des (postmodernen) feminismus  — hat sich in meinen augen endgültig als politische quadratur des kreises offenbart. es will auffassungen, die entgegengesetzt und unvereinbar sind, zum programmatischen kuss zwingen. mit dieser „methodik“ hat der NAO prozess sein scheitern vorprogrammiert.

ich hätte mir durchaus vorstellen können, mit der „gleichrangigkeit“ von gender, race und class in EINER pluralen revolutionären organisation leben zu können. aber mit leuten, die „sexualität“ reglementieren und an einer politschen korrektheit messen wollen, will ich nichts zu tun haben.

und erst recht will ich nichts mit leuten zu tun haben, die das „geschlechterverhältnis“ abschaffen wollen, ja, „zerschlagen“ wollen. wenn DAS „revolutionär“ sein soll, dann bin ich keiner!

und ich will auch keine „gleichheit“ der geschlechter, denn ich finde, es gibt nichts interessanteres im leben, als die differenz der geschlechter mit ganzer seele zu WAHRzuNEHMEN (was allerdings die anerkennung der animus/anima anteile in der eigenen psyche voraussetzt). ja, ich würde sogar die behauptung wagen, die geschlechterdifferenz ist der schlüssel zu allem, was das leben lebenswert macht.

ich erwarten nicht von „marxisten“, dass sie romantische musik hören, zum abendessen eine kerze anzünden oder gar liebespoesie lesen; nein, die nüchternheit mag der preis für den ganzen furchtbaren ernst des „proletarischen emanzipationskampfes“ sein.

„[…]Dabei wissen wir doch:
Auch der Haß gegen die Niedrigkeit
verzerrt die Züge.
Auch der Zorn über das Unrecht
Macht die Stimme heiser. Ach, wir
Die wir den Boden bereiten wollten für Freundlichkeit
Konnten selber nicht freundlich sein.

Ihr aber, wenn es so weit sein wird
Daß der Mensch dem Menschen ein Helfer ist
Gedenkt unserer
Mit Nachsicht. “ –Brecht, An die Nachgeborenen

obgleich ich glaube, dass marx es nicht gutgeheissen hätte, wenn man seine „materialistische“ philosophie im sinne eines „ratio/gefühls“-dualismus gedeutet hätte. meine bescheidene meinung ist, dass er den gegensatz von materialismus und idealismus bereits transrationalistisch überwunde hatte:

Man sieht, wie Subjektivismus und Objektivismus, Spiritualismus und Materialismus, Tätigkeit und Leiden erst im gesellschaftlichen Zustand ihren Gegensatz und damit ihr Dasein als solche Gegensätze verlieren; (man sieht, wie die Lösung der theoretischen Gegensätze selbst nur auf eine praktische Art, nur durch die praktische Energie des Menschen möglich ist und ihre Lösung daher keineswegs nur eine Aufgabe der Erkenntnis, sondern eine wirkliche Lebensaufgabe ist, welche die Philosophie nicht lösen konnte, eben weil sie dieselbe als nur theoretische Aufgabe faßte.
—marx, ökonomisch-philosophische manuskripte [herv v mir]

und auch die essentielle bedeutung der liebe für die entwickung des „menschlichen“ im menschen war marx keineswegs fremd:

Setze den Menschen als Menschen und sein Verhältnis zur Welt als ein menschliches voraus, so kannst du Liebe nur gegen Liebe austauschen, Vertrauen nur gegen Vertrauen etc. Wenn du die Kunst genießen willst, mußt du ein künstlerisch gebildeter Mensch sein; wenn du Einfluß auf andre Menschen ausüben willst, mußt du ein wirklich anregend und fördernd auf andere Menschen wirkender Mensch sein. Jedes deiner Verhältnisse zum Menschen – und zu der Natur – muß eine bestimmte, dem Gegenstand deines Willens entsprechende Äußrung deines wirklichen individuellen Lebens sein.
—marx, ebenda

der genosse bronsteyn wies bereits in mehreren artikeln darauf hin, dass marx sehr von der „gesellschaftslehre“ von Charles Fourier beeinflusst war. ich selber bin mit Fourier nicht vertraut, aber begriffe wie „leidenschaft“ und „attraktive arbeit“ erwecken in mir sofort das gefühl, dass sich das stimmig anfühlt.

auch leute wie Wilhelm Reich und Ernst Bloch (trotz aller kritik, die man an ihnen haben kann) erkannten, dass das problem der linken darin besteht, zwar auf einer rationalen ebene viel richtiges und gutes zu sagen, sie es aber nicht vermögen, die herzen der menschen zu erreichen. und eine politische bewegung, die zwar dem kopf nahrung gibt aber nicht der seele, ist und bleibt öde und leer. und übersieht das entscheidene movens des menschlichen lebens: die emotionen!

der frühe trotzki, als er noch kein „marxist“ war, hat dies sehr treffend auf den punkt gebracht. er hielt eine neujahrsansprache im legendären garten seiner überschäumenden jugend und brachte einen trinkspruch auf seine seinerzeitige freundin aus, die viel älter war und sich als „marxistin“ sah:

„Fluch allen Marxisten und vor allen jenen, die so viel Öde und Härte in das Leben hineinbringen.“ — Isaac Deutscher, Trotzki I, S. 39

was immer ihn bewogen haben mochte, diese worte zu sprechen, er muss ein sehr feines gespür gehabt haben dafür, welches die unterschwelligen konsequenzen politischer theorien und philosophien sind. freilich tat er seiner freundin (und den „marxisten“) unrecht damit, was die „härte“ im leben betrifft. denn diese „härte“ ist ein „strukturelement“ der gesellschaft selbst. und falls man nicht „christlich“ die andere wange hinhalten will, würde ich es — mit Rosa Luxemburg gesprochen — so ausdrücken wollen:

„Auf, Proletarier! Zum Kampf! Es gilt, eine Welt zu erobern und gegen eine Welt anzukämpfen. In diesem letzten Klassenkampf der Weltgeschichte um die höchsten Ziele der Menschheit gilt dem Feinde das Wort: Daumen aufs Auge und Knie auf die Brust!“ — Was will der Spartakusbund?“

allerdings, was die „Öde“ betrifft, da ist an trotzkis jugendworten etwas dran. wenn man meint, der kapitalismus liesse sich durch puritanische disziplin und verächtliche kulturverweigerung bekämpfen, dann irren die herrn (und damen) „marxisten“ gewaltig!

auch wenn der sprung vlt etwas arg abrupt erscheint: an dieser stelle finden wir die anknüpfung an die „genderfrage“.

es war zwar nicht wirklich die schuld von marx (bei engels bin ich mir nicht ganz sicher), aber der „marxismus“ als bewegung hatte natürlich einen blinden fleck in bezug auf das „geschlechterverhältnis“. erstens ist auch die arbeiterbewegung eine „männerbewgung“ (schon allein aufgrund des prozentualen anteils der frauen an [lohnabhängiger] berufstätigkeit), zweitens könnten männliche lohnarbeiter frauen sehr wohl als unwillkommene konkurrenz betrachten und drittens haben auch männliche lohnarbeiter eine vorstellung von ehe und familie als „patriarchale“ institution. diese tendenzen dürften deutlich stärker sein, als alle vorstellungen über „gleichheit“, „frauenemanzipation“ und „geschlechterübergreifende klassensolidarität“.

der versuch der kommunistischen parteien in den 20er jahren eine „proletarische frauenbewegung“ aufzubauen, dürfte weitgehend ein potemkinsches dorf gewesen sein. die sogenannte „bürgerliche frauenbewegung“ beschränkte sich weitestgehend auf reformen der institutionen, ohne den zusammenhang von gesellschaftlicher struktur und „frauenunterdrückung“ in den focus zu rücken.

erst die geburt der neuen linken und der neuen frauenbewegung im zuge der studentenbewegung ende der 60er jahre stellte genau diese frage in ihren mittelpunkt. theoretische schützenhilfe erhielten sie dabei durch die denker der frankfurter schule, die schriften von Reich, Fromm und Freud, die gleichheitsfeministinnen und einige existentialistische philosophen (wie Satre und Simone de Beauvoir).

dabei kristallierten sich aber sofort unüberbrückbare gegensätze heraus.

während die traditionsmarxistischen strömungen darauf beharrten, dass die „frauenfrage“ durch die „proletarische revolution“ gelöst werden würde, wurde dies von den feministen vehement in zweifel gezogen. und zwar zurecht, da es auch in linken organisationen an mackerverhalten und malechauvinismus nicht mangelte. ausserdem erschwert die patriarchal strukturierte geschlechtsspezifische arbeitsteilung, dass frauen die gleichen partizapitionsmöglichkeiten in der politik haben.

dieser teufelskreis ist gerade in linken organisationen besonders stark ausgeprägt, da ein besonders hoher arbeitseinsatz, leben für die politik in 24 stunden und hoher psychischer druck existieren (also im prinzip das parademässige vorleben „männlicher“ werte). dies ist selbst für „(single)normalomänner“ kaum lange durchzuhalten; für eine frau, die vlt noch kinder zu versorgen hat und neben dem haushalt noch berufstätig ist, ist so etwas schlicht und ergreifend nicht möglich (und auch nicht erstrebenswert, wenn ich das hinzufügen darf).

so führt diese „patriarchale struktur“ als self fulfilling prophecy immer wieder zu ihrer eigenen reproduktion.

wie diesen teufelskreis durchbrechen?

das ist die hundertausend dollar frage!

auf der einen seite lehne ich eine automone organisierung als „frauenstruktur“ nicht (grundsätzlich) ab, sehe aber die gefahr, dass genau diese seperation die männer in ihrem traditionellen mannsein belässt. „ach, lasst die frauen mal machen, wir kommen alleine und untereinander viel besser klar, können ein bier dabei trinken und auch mal einen schweinischen witz erzählen 😉 “

nach dieser logik funktioniert auch die ganze männliche stammtisch(un)kultur. (übrigens habe ich nichts dagegen, wenn auch frauen bier trinken und schweinische witze erzählen 😉 )

eine gemeinsame organisierung zwingt zwar beide seiten auf gleicher augenhöhe aufeinander sich zuzubewegen – führt aber de facto meist zu einer asymmetrischen aufteilung der traditionellen geschlechterrollen.

es wird wohl grosse mühe und anstrengung kosten — und die bereitschaft, sich auf so ein experiment der selbstveränderung einzulassen (was politik AUCH zu einem psychotherapeutischen prozess werden lässt), um diesen teufelskreis ein kleines stück nach vorne aufzubrechen.

wie realistisch ein solches GESCHLECHTERPOLITISCHES KONZEPT ist (zumal für den NAO prozess in seiner jetzigen zusammensetzung und verfasstheit) mag jede/r für sich selbst entscheiden.

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Ein Kommentar zu “Der letzte Tango im NAO Prozess ?

  1. Kommentar von Bronsteyn
    ====================

    Sondern durch was??? Durch gut zureden und Männern sanft über den Kopf streicheln?!

    Wir reden hier offensichtlich über verschiedene Dinge.
    Ich habe überhaupt kein Problem damit, diskriminierendes Verhalten in Wort und Tat anzuprangern und zu kritisieren, und zwar unabhängig davon, ob es sich um Diskriminierung aufgrund von “Rasse”, Herkunft, Religionszugehörigkeit, sex oder “gender” handelt.
    Aber Rollenbilder spielen eben auch in sexuellen Orientierungen eine Rolle, auf der Ebene der sexuellen Phantasie und einvernehmlicher Sexualität.
    Wobei ich hier übrigens der Meinung bin, dass es völlig unmöglich ist, sexuelle Orientierungen auf sex oder gender festzuschreiben, weil das einfach der Stand der Wissenschaft ist, und nicht, weil mich das normative Vorgehen von Poststrukturalisten zu Lippenbekenntnissen gezwungen hätte.

    In diesem Zusammenhang ist es völlig richtig, die Vorannahme zu kritisieren, dass Frauen (als sex oder gender verstanden) eine bestimmte sexuelle Orientierung (in diesem Falle eine “submissive”) zuzuschreiben.
    Und zwar einfach deswegen, weil es falsch ist.
    Eine “submissive” sexuelle Orientierung ist KEIN Geschlechtsmerkmal und auf keine solcher Einteilungen festzuschreiben.
    Und ich stimme auch zu, dass eine solche Zuschreibung vorzunehmen reaktionär ist.

    Weil über sexuelle Orientierungen Menschen (unabhängig von sex und gender) eben selbst entscheiden, und zwar durchgängig letztlich aus emotionalen Gründen.

    Ich habe ja schon darauf aufmerksam gemacht, dass mir Untersuchungen bekannt sind, wonach die Selbsteinteilung nach sexueller Orientierung ganz und gar nicht geschlechtsspezifisch sind. Wenn die betreffenden Menschen nur ehrlich und wahrhaftig bgenug sein können, und nicht einem normativen Druck ausgesetzt sind.

    DU aber schreibst den Satz:

    Sondern durch was??? Durch gut zureden und Männern sanft über den Kopf streicheln?!

    Oh Tücke des geschriebenen Wortes, liebe DGS. Laß mkich fragen:

    • Durch Kopf streicheln also nicht? Also lieber über den Kopf hauen?
    • Und warum eigentlich nur MÄNNERN? Handelt es sich hierbei nicht wieder einmal um eine “Zuschreibung”?

    An so einer Stelle kam systemcrash und fragte (berechtigt): Und was ist mit Frauen, die es (im sexuellen Spiel wohlgemerkt) lieben, sich zu unterwerfen…usw usf? Denn solche Frauen gibt es eben auch, und ebenso Männer, Transen, Queers und was weiß ich noch, die das lieben?

    Ich habe sehr aufmerksam deine Bemerkung gelesen, wonach sich eine Frau im Mädchenblog diskriminiert fühlte durch deine Invektierung politisch unkorrekter einvernehmlicher sexueller Praktiken und Orientierungen.
    Völlig unabhängig von der Art der sexuellen Oriertierung: diese Frau hatte einfach recht (ich nehme aus dem Zusammenhang an, dass sie “submissiv” orientiert war).

    Tatsächlich spreche ich mich für das unverbrüchliche Recht ALLER Menschen auf ihre individuelle sexuelle Orientieruung aus und folge damit Charles Fourier. Diese Parteinahme für das Recht auf die eigene sexuelle Orientierung, auf das Recht, diese mit geeigneten Partner einvernehmlich auch durchzuführen, ist völlig unabhängig von der Art und Beschaffenheit dieser Orientierung, und vor allem auch davon, ob ich diese Orientierung teile oder ob sie mir gar zuwider wäre.

    DAS ist meine Position, und nichts anderes.

    Und da, liebe DGS, trennen uns bei allem Respekt, den ich für dich empfinde (da du der üblicherweise einsetzende Hetze gegen systemcrashs Äusserungen, die völlig verdreht und entstellt wurden, korrekt widersprochen hast) eben doch Welten.

    Für mich sind (mit Fourier und übrigens auch Marx und Engels) die Leidenschaften der Menschen der Angelpunkt ihres Handelns.

    Gesellschaftliche Machtverhältnisse und sexuelle Praktiken und Phantasien haben sicherlich auch Wechselwirkungen. Aber sie sind nicht gleichzusetzen.

    Eine Binsenweisheit sollte etwa sein: Ein Mensch, der unabhängig von sex oder gender passive Vergewaltigungsphantasien hat (und diese Menschen gibt es), wünscht KEINESWEGS deswegen auch eine reale passive Vergewaltigung oder würde sie auch nur gut heissen.

    Das ist schlichtweg der Stand der wissenschaftlichen Forschung zu dem Thema.

    Es hat damit zu tun, dass sexuelle Praktiken und Orientierungen sehr viel mit freiem Spiel zu tun hat, etwas, das Erwachsenen in der Zivilisation ansonsten ja gründlich ausgetrieben wird.

    Ich lese aus meiner Fourieristischen Perspektive folgenden Satz

    Sondern durch was??? Durch gut zureden und Männern sanft über den Kopf streicheln?!

    also so:

    -> “Den Männern müssen ihre sexuellen Phantasien ausgetrieben werden”

    Warum nur den Männern? Und was ist mit den “submissiven” Frauen, Lesben, Transen usw.
    Müssten dann auch nicht alle sexuellen Phantasien, die mit Machtgefällen zu tun haben, den Menschen ausgetrieben werden, damit alles gut wird?

    Ich sage ganz klipp und klar: nein!

    Die Sexualität eines Menschen (völlig unabhängig von jeder Zugehörigkeit zu jedweden Kategorien) ist untrennbar mit seinem Selbstwertgefühl verbunden (nicht auf so platte Weise, wie das vielleicht zu verstehen ist).

    Wer die sexuelle Orientierung eines Menschen angreift und abwertet, wertet also den Menschen als ganzes ab, diskriminiert ihn/sie.

    Insofern ist es für mich völlig nachvollziehbar, dass diese Frau im Mädchenblog sich von dir (völlig zu Recht) diskriminiert fühlte, du, der/die da deinerseits meinte, einen heroischen Feldzug gegen das Patriarchat im Interesse einer (wie auch immer) befreiten Menschheit zu führen.

    Wenn du (mit Verlaub: in deinem missionarischen Eifer) die sexuellen Phantasien (welche immer es sind) von Menschen “angreifst” oder auch nur “kritisierst”, dann wirst du immer auf solche Reaktionen stossen.
    Weil du nämlich – im Unterschied zu mir – die Leidenschaften der Menschen nicht respektierst, sondern sie nur als Auswirkungen gesellschaftlicher Machtverhältnisse, als Manipulationsobjekt ansiehst.

    Der Versuch, den Menschen ihre Leidenschaften (welche immer es seien) ausreden zu wollen, ist völlig aussichtslos und erzeugt nur diese klautrophobische Atmosphäre (wie ich sie in der SIB auch schon erlebt habe) wo kaum noch nachzuvollziehende Sprachnormen durchgesetzt werden sollen, die insgesamt ein Klima der sprachlichen Bespitzelung, der Verstellung (speziell von Männern des Typs “stoppelbärtiger” Feministen-Macker), der Unaufrichtigkeit, der Vorspiegelung von “Gesinnungen”, einer Szene-Konformität hervorbringen.

    Diese Konsequenz sehe ich, und es ist das Gegenteil von dem, was ich als Intention (nicht unbedingt in Sprache) etwa bei Judith Butler wahrnehme.

    Ich warne davor.

    http://www.nao-prozess.de/blog/absage-an-den-autonom-feministischen-poststrukturalismus/#comment-22881

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