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Snobismus und L`art pour L`art

ohne frage
kann „kunst“ auch darin bestehen
von möglichst wenigen
oder nur von einer
„intellektuellen elite“
verstanden zu werden
ich werfe den menschen
die das praktizieren
nichts vor
und stelle ihr recht darauf
nicht in frage
aber ich kann einer kunst
die letztlich nur die
persönlichen befindlichkeiten
befriedigt nichts (oder wenig)
abgewinnen.
ich glaube zwar auch nicht, dass
kunst unbedingt einem gesellschaftlichen
oder politschen ziel dienen muss
denn die kunst darf ruhig
nur für die kunst stehen
aber sie sollte doch wenigstens
das bemühen erkennen lassen
das ANDERE das auch verstehen können
und vlt sogar was bei ihnen
auslösen kann (auch wenn das sicher
ein glücksfall ist)
für mich ist snobismus
jedenfalls keine kunstform
sondern individualistischer kult
und sei er noch so virtuos vorgetragen
kunst sollte (auch)
eine erkenntnisform und
kommunikation sein
l`art pour l`art mag
für die künstlerische
(klein)bourgeoisie
von wert sein

ich für meinen teil

kann jedenfalls gut darauf
verzichten 😉

7 Kommentare zu “Snobismus und L`art pour L`art

  1. Hallo! Vielleicht ist es ja eben auch „Kunst“, wenn man versteckt in großen, scheinbar schwierigen Worten, die Welt und die Gefühle in ihr erklären will. Ein wahrer Künstler, so sehe ich es, verfügt über einen immensen Wortschatz und weiß um die Doppeldeutigkeit der Wörter oder besser: um ihren vielfachen Gehalt. Schreibende, die ihr Handwerk verstehen, mischen Farben und schaffen damit ganz neue, einzigartige Farben. Während Möchtegernkünstler sich nur aus einem Wasserfarbkasten bedienen und ausschließlich in den Primärfarben lustfrönend und wenig kultiviert Tittenbilder aufklatschen.

    • hmm – da ist sicher was dran. nur sollte man dinge, nicht SCHWIERIGER machen als sie eh schon sind. dinge EINFACH(er) zu erklären ist keine intellektuelle kapitulationserklärung, sondern zeichen, dass man etwas verstanden hat.
      in der kunst mag das noch mal anders sein, weil da auch der selbstausdruck und die selbstsuche dazukommt. und dann merkt man auch den unterschied zwischen einem „tittenbild“ auf der rückseite einer boulevard zeitung und dem aktgemälde eines wahren künstlers.

      dass es einen engen zusammenhang von kunst(genuss) und bildung(sstand) gibt, bestreite ich gewiss nicht. nur sollte man ob dieser tatsache keinen künstlerischen elitismus schaffen und machen!

  2. Naja, jedenfalls verhält es sich mit dem Kunstgenuss sowie mit der Kunstproduktion wie mit der Hermeneutik. Je besser die Bildung und je mehr weltliche Erfahrungen man gemacht hat desto gehaltvoller und größer ist die produzierte Kunst als auch das Verstehen einer solchen. Nicht alles was gefällig ist und einen großen Adressatenkreis erreicht, entspricht dem, was man langläufig als „Kunst“ bezeichnet. Alles, was so populär und platt herüberkommt und mit den ewigen Klischees spielt, hat für mich nichts mit Kunst zu tun. Okay, es mag gefällig sein- aber zugleich zu schwülstig und weltfremd. In einer Welt, die damit beschäftigt ist, ihre Probleme zu bewältigen, scheint mir eine populäre und gefällige Kunst mehr denn je als unpassend, kitschig und kontraproduktiv. Sie hat dann mehr mit einem Porno zu tun als mit Kopfarbeit, Zerissenheit und Lösungsversuche oder Darstellung von Ungereimtheiten. Eine Kunst, die allzu künstlich ist, gleicht einem zu süßen Süßgetränk, einer zu geflüchteten Realitätsflucht und einer zu oberflächlichen Lebenseinstellung. Mfg

    • ich kann dem nicht widersprechen.

      ich würde mir nur das naserümpfen und das moralische
      stabbrechen über menschen verkneifen – oder versuchen, zu verkneifen.
      denn vlt sehen sie für sich keine andere perspektive und haben daher
      — subjektiv — kein wahl.

      objektiv haben sie natürlich eine!

  3. die frage lautet nur:
    wie kommt man dahin, dies zu erkennen?
    mit liebe und güte oder
    snobistischer überheblichkeit und eigendünkel.

    danke für deine wertvollen kommentare, liebe Manuela 🙂

  4. „Der wahre Sinn der Kunst liegt nicht darin, schöne Objekte zu schaffen. Es ist vielmehr eine Methode, um zu verstehen. Ein Weg, die Welt zu durchdringen und den eigenen Platz zu finden.“
    –Paul Auster

    und dieser platz, möchte ich hinzufügen, wird niemals vom individuum allein bestimmt, sondern ist eine resultante kollektiver/gesellschaftlicher prozesse, die den einzelnen weit übersteigt

    „Aber das menschliche Wesen ist kein dem einzelnen Individuum inwohnendes Abstraktum. In seiner Wirklichkeit ist es das ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse.“

    http://www.mlwerke.de/me/me03/me03_005.htm

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