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The Day after Urnengang

nach diesem doch recht langweiligen und inhaltsleeren wahl“kampf“ war das ergebnis eigentlich vorprogrammiert. trotzdem lohnt es sich, ein paar zahlen etwas genauer anzuschauen.

Merkel

die CDU hat sich als Merkelpartei fest etabliert. man kann jetzt schon fast von einer quasi bonapartistischen regierung sprechen, zumal es so gut wie keine inhaltliche opposition zu ihrer politik gibt. dem ganzem wäre im wahrsten sinne des wortes die KRONE aufgesetzt worden, wenn sie auch noch die absolute mehrheit erreicht hätte. meines erachtens kann man das nicht nur mit dem „kanzlerbonus“ erklären (der natürlich EIN faktor ist), sondern dahinter steckt eine tiefsitzende konservative grundtendenz breiter schichten der wählerschaft!

über die SPD braucht man eigentlich nicht viele worte zu verlieren. sie hat sich selbst inhaltlich überflüssig gemacht (da sie alle wesentlichen positionen mit der CDU teilt) und mit Peer Steinbrück hat sie genau den kandidaten aufgestellt gehabt, der diese linie am konsequentesten verkörpert. dem entsprechend sieht auch das prozentergebnis aus (trotz leichter gewinne). die SPD ist damit auf dem besten wege, ihren charakter als sogenannte „volkspartei“ selbst in frage zu stellen.

gut, dass die FDP raus ist!

das ergebnis der AfD drückt einen gefährlichen erfolg für eine rechtspopulistische partei aus. und das thema EU und €uro könnte geeignet sein, diesen erfolg über einen längeren zeitraum auch stabilisieren zu können.

schlechtes ergebnis für die Grünen. – was ich gar nicht schlimm finde!

tja, und was ist mit der LINKEn? 8,6% sind eher ein schwaches ergebnis. dabei hätte die PDL die chance gehabt, ein alleinstellungsmerkmal gegenüber allen anderen parteien zu haben, nämlich die einzig wirkliche opposition zu sein. aber Gysi hat sich dies selbst versaut, mit seinem gerede über die „sozialdemokratisierung der SPD“. dabei weiss doch jeder drittklässler, dass man vor seiner eigenen haustüre kehren soll und das das verhalten anderer auch in DEREN verantwortung liegt. man kann (und muss) andere zwar kritisieren, aber was sie damit machen, dass liegt niemals in der eigenen Macht. wer selbst solche elementaren grundsätze von psychologie und kommunikation missachtet, der kann unmöglich politisch erfolgreich sein. mit einem klar linksreformistischen programm, was die verantwortung für bürgerliche regierungspolitik ablehnt, hätte man der PDL gerne „kritische wahlunterstützung“ gegeben. aber grosse teile der LINKEn können die hoffnung auf eine hochzeitsnacht mit der SPD wohl nicht aufgeben. und nichts tut dem Ego mehr weh als verschmähte liebe. so muss die PDL Führung sich wohl weiter im politischen Stalking üben!

FAZIT: alles bleibt, wie es ist. die bedingungen sind nicht besser, aber auch nicht schlechter geworden. für die „radikale linke“ bleibt weiter die vorrangige aufgabe, zu inhaltlichen annäherungen zu kommen, um eine grössere (und damit mehr einfluss gewinnende) revolutionäre organisation zu schaffen. alles andere ist (und bleibt) Quark!

Ein Kommentar zu “The Day after Urnengang

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