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Bindung und Freiheit

 

ich glaube, bindung funktioniert nur in freiheit
und würde ohne freiheit zur bindung
auch nicht glücklich machen
das JA hätte keinen wert
ohne das NEIN
und zwei vögel
die man zusammenbindet
hätten vier flügel
und könnten trotzdem nicht fliegen
die liebe muss frei bleiben
damit man aus vollen herzen
zum anderen stehen kann

eine entscheidung wäre bedeutungslos
wenn man keine wahl hätte
man kann sich nicht (hin)geben
ohne (weg)gehen zu können
und das glück kann nur gross sein
und ohne trauer
wenn das ego sich nicht heftet
als etwas festes
was nur fliessen kann
im fluss des lebens
geführet von des schicksals lenker
in seinen händen liegt voller vertrauen
die ewige weisheit verglühender und gebärender sterne

zwei_schwäne

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9 Kommentare zu “Bindung und Freiheit

  1. seit ich von dir weiss
    seh ich die welt
    in anderen farben
    mein blick sieht über
    die oberflächen hinaus
    meine sehnsucht fliegt über
    weite felder
    meine augen schauen
    in die abgründe tief hinein
    mein geist denkt unablässig
    dich zu ehren
    mein gefühl hat trauer
    weil du nicht bei mir bist
    meine seele erfreut sich
    deiner freiheit
    und in jeder träne
    durchmischt sich auch das glück

    die welt ist immer noch die gleiche
    wie sie gestern war
    aber meine liebe lässt mich erahnen
    dass das leben mehr ist
    als wir wissen
    der glanz der sterne
    ist das zeichen
    dass nichts mich trennen kann
    von dem, was dein wesen mir schenkt
    und mich bereichert
    als gäbest du
    ein königreich
    geschnitten aus deinem herz

  2. ich muss zu meiner schande gestehen, die sache mit den zwei vögeln und den vier flügeln ist ein zitat. ich habs irgendwo mal gelesen und weiss nicht mehr wo 😉
    ich hoffe aber, dass das gedicht trotzdem gefällt 🙂

  3. ich habe mich mal eine zeitlang mit ZEN buddhismus beschäftigt. und in dem zusammenhang las ich den satz „wanderer, triffst du den buddha unterwegs, dann töte ihn“. damit ist gemeint, dass man alle äusserliche verehrung ablegen soll und die vollendung nur in sich selbst finden kann. und selbst eine grosse liebe muss man loslassen können, wenn man seinen eigenen weg finden will. ich glaube, dass das stimmt. und trotzdem denke ich, dass irgendetwas immer hängen bleibt.
    diese gedanken fielen mir ein, als ich in deinem blog über das „schlachten einer muse“ las. auch meine liebe gilt einer muse, ohne die für mich jegliche kunst auch „buchstaben weiss auf weiss“ wären http://foodandwineporn.de/2013/10/22/eine-muse-schlachten/

  4. „Geführet von des schicksals lenker“ usw.??
    Hatte übrigens eher die Assoziation zu Brechts „Die Liebenden“ bzw. „Terzinen über die Liebe“ von 1928 bzw. 1931:

    Terzinen über die Liebe
    Sieh jene Kraniche in großem Bogen!
    Die Wolken, welche ihnen beigegeben
    Zogen mit ihnen schon, als sie entflogen

    Aus einem Leben in ein andres Leben.
    In gleicher Höhe und mit gleicher Eile
    Scheinen sie alle beide nur daneben.

    Daß also keines länger hier verweile
    Daß so der Kranich mit der Wolke teile
    Den schönen Himmel, den sie kurz befliegen

    Und keines andres sehe als das Wiegen
    Des andern in dem Wind, den beide spüren
    Die jetzt im Fluge beieinander liegen.

    So mag der Wind sie in das Nichts entführen;
    Wenn sie nur nicht vergehen und sich bleiben
    So lange kann sie beide nichts berühren

    So lange kann man sie von jedem Ort vertreiben
    Wo Regen drohen oder Schüsse schallen.
    So unter Sonn und Monds wenig verschiedenen Scheiben

    Fliegen sie hin, einander ganz verfallen.

    Wohin, ihr?
    Nirgendhin.

    Von wem entfernt?
    Von allen.

    Ihr fragt, wie lange sind sie schon beisammen?
    Seit kurzem.
    Und wann werden sie sich trennen?
    Bald.
    So scheint die Liebe Liebenden ein Halt.

    (aus: Bertolt Brecht: Gesammelte Werke, Band 14: Gedichte 4, Frankfurt am Main 1989, S.15-16)

    Hier rezitiert Fritz Stavenhagen das Gedicht: http://www.deutschelyrik.de/index.php/die-liebenden-859.html
    und hier Monica Bleibtreu: http://www.youtube.com/watch?v=yxfudb0Oa_o

    Vgl. auch die Vertonung durch Kurt Weill in der Oper „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ (1930) sowie die Interpretation von Gina Pietsch und Uwe Striebel, Titel 14 auf ihrer Brecht-CD „Er hat Vorschläge gemacht“ (http://www.ginapietsch.de/booklet_vorschlaege.html). Vielleicht bringen sie es ja am 14. November ab 20 Uhr im Kleinen Theater in der Friedrichstraße 130 in Berlin-Mitte (http://www.kleinetreppe.de/index.php/spielplan) zu Gehör…

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