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Wie weiter in der linksradikalen Organisationsfrage

nachdem der NAO prozess wohl seinen sang- und klanglosen niedergang erlebt hat, stellt sich natürlich jetzt die frage: wie geht es weiter? da ich keiner der sog. „oppositionsgruppen“ angehöre, ist es für mich schwierig einzuschätzen, ob sie wirklich in der lage sind, einen eigenständigen „neugruppierungsprozess“ zustandezubringen. alle gruppen sind erst mal sehr, sehr klein und sie haben auch ideenmässig sehr unterschiedliche wurzeln.

die IBT ist eine orthodox-trotzkistische gruppe, die das organisationskonzept der alten Spartacist-Tendenz (die heutige IKL, bevor sie revisionistisch und bürokratisch wurde) fortführt. das heisst, sie werden zwar aktionseinheiten durchführen, auch diskussionen befürworten, aber kein organisationskonzept unterhalb der „parteiebene“ (auf dem „vollen programm) mitmachen. die beteiligung an einem „block revolutionärer organisationen“ wäre dann für sie eine rein „taktische frage“, und kein schritt, um eine inhaltliche annäherung verschiedener gruppen mit revolutionärem selbstanspruch zu ermöglichen. im grunde genommen bedeutet dies eine absage an das „essential-konzept“, da nur eine umgruppierung auf dem „ganzen übergangsprogramm“ „prinzipienfest“ wäre.

der RSB, der den Manifest-entwurf der SIB/GAM linie abgelehnt hat, ist der linke flügel von dem, was einstmals das „vereinigte sekretariat der vierten internationale“ war. sie sind sicherlich politisch „flexibler“ als die IBT, vertreten aber selbst auch ein konzept des linearen aufbaus ihrer eigenen organisation. an einem block — ähnlich wie die griechische Antarsya — würden sie sich aber sicher beteiligen, aber ohne letztlich ihre eigenen organisationsinteressen in frage zu stellen.

Interkomm und paeris sind mir nur durch den NAO prozess bekannt. die interkomms scheinen mir durchaus geneigt, den weg der essentialdebatte zu ende gehen zu wollen. bei paeris sehe ich das problem, dass es durch den einfluss der postmodernen und „antinationalen“ ideologie bei gewissen themen (z B „genderdebatte“) grosse schwierigkeiten geben wird, da auf einen grünen zweig zu kommen.

wenn ich all das gegeneinander abwäge, scheint es mir recht unwahrscheinlich zu sein, dass diese vier gruppen mehr erfolg haben werden als die verbliebenden leute im NAO prozess. vlt kann man tatsächlich nicht mehr tun, als seine eigenen politischen positionsbestimmungen (die natürlich immer nur vorläufige sein können) zur diskussion zu stellen und darüber zur partiellen zusammenarbeit mit leuten zu gelangen, bei denen die „chemie“ stimmt. ich weiss, dass klingt nicht gerade so, dass man vor begeisterung  in ohnmacht fallen möchte, – aber mehr scheint im moment nicht drin zu sitzen.

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