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Filmbesprechung: „Dystopien“ als Vorboten der „Diktatur“?

ich habe eigentlich schon immer gern filme gesehen, hauptsächlich müssen sie bei mir spannend sein. action und/oder aufwendige technik spielen bei mir keine so grosse rolle. wichtig sind auch die schauspieler, die zum einen einen rolle verkörpern müssen, aber selber auch immer ein eigener charakter sind. zwei filme sind mir in letzter zeit aufgefallen: V wie Vendetta und die Tribute von Panem.

beides sind interessanterweise „Dystopien„, also negative utopien. die bekanntesten dystopien dürften wohl „1984“ von George Orwell und „schöne neue welt“ von Aldous Huxley sein.

beide filme spielen in totalitären gesellschaften und letztlich läuft die handlung darauf hinaus, dass sich eine revolution der gesellschaftlichen verhältnisse anbahnt. so weit ist das ganze eigentlich recht eingängig (und inhaltlich auch sicher „dünn“)big_brother. die frage ist nur, warum scheint diese thematik sich in letzter zeit zu häufen? haben die menschen angst, dass uns ebenfalls eine diktatur blüht, angesichts der anhaltenden ökonomischen (und sicher auch politischen) krise? und brauchen die menschen hoffnung, dass es auch unter schlimmsten verhältnissen immer noch einen ausweg gibt? beides würde ich mit „ja“ beantworten, aber solche prozesse spielen sich mehr im unterbewussten ab. es sind keine rationalen überlegungen über die zukunft unserer gesellschaft. und die literatur und das kino sind vehikel, um diese unbewussten prozesse zu verarbeiten. somit ist die rolle der kunst eher ambivalent: zum einen werden die ängste sublimiert, damit man mit ihnen leben kann. zum anderen kann aber auch eine subversive saat ausgestreut werden.

wohin in unsere gesellschaft geht, ist im moment noch offen. wobei die tendenz zu einem neuen totalitarismus unübersehbar ist. von daher scheint mir das thema „Dystopie“ in der tat von wahrhaft „brennender“ aktualität zu sein.

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2 Kommentare zu “Filmbesprechung: „Dystopien“ als Vorboten der „Diktatur“?

  1. Deinen beiden Annahmen kann gut folgen. Es gibt aber auch noch einen dritten, sich bewusst zu sein über das, was abläuft, und zu fragen, warum uns diese Filme vorgesetzt werden. Nehmen sie uns unsere Frust raus, indem wir es einmal miterlebt haben. So wie man den Politik-Entertainern wie Priol und Pispers erlaubt, mal so richtig Dampf abzulassen? Danach ist bei uns auch alles bereinigt und die nächsten Schritte in den Faschismus können ohne größeren Aufschrei vollzogen werden?
    Hier ist nochmeine Kritik zum „Die Tribute von Panem“.
    VG Martin

    • „Das [Tribute von Panem] ist nicht so sehr eine Parabel auf irgendwelche totalitären Regimes der Vergangenheit, sondern auf den Kapitalismus der Gegenwart…“

      den satz unterschreibe ich sofort. ich frage mich bloss, wieviel prozent der kinobesucher und filmzuschauer sehen das auch so. ich fürchte, die zahlen dürften ernüchternd sein.

      warum uns solche filme vorgesetzt werden? ich bin mir gar nicht sicher, ob die wirkung „frust rausnehmen“ eine [bewusste] absicht ist. immerhin hat dieser film auch das mehrfache eingespielt als er gekostet hat. den profitmachern sind die inhalte schlicht egal. sie würden auch das KAPITAL von Marx oder Tshirts mit Lenin-konterfei verkaufen, wenns kohle bringt. das ist doch das schöne am kapitalismus: man braucht sich um die moral keinen kopf machen. das übernimmt dann die „kunst“ (oder religion).

      was das kabarett betrifft: leute wie Priol oder Pispers bringen schon ätzende kritiken. aber es sind nur einzelne und das kann der kulturbetrieb gut verkraften. die leute können das genauso konsumieren wie den komödienstadl. und wenn es kritik an der gleichschaltung der medien gibt, kann man auf solche aussenseiter verweisen.

      man kann es drehen, wie man will – alles kann auch immer der systemstabilisierung dienen. nicht umsonst spricht man auch von der „kultur-INDUSTRIE“!

      den (aus)weg — „sich bewusst zu sein, über das was abläuft“ — gehen nur sehr wenige.

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