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NaO „Prozess“ – Abgesang über den Wolken…

bei TaP [1]kann man heute einen Nachruf auf einen „vor zwei jahren verstorbenen“ lesen. ich habe diesen ausführungen nichts wesentliches hinzuzufügen. tatsächlich ist alles, was z. B. der RSB[2] jetzt über den NaO prozess beklagt, schon VOR der gründung der „NAO Berlin“ bekannt gewesen. und ich glaube, niemand kann DGS oder meiner wenigkeit vorwerfen, wir hätten uns nicht die finger wund geschrieben, um vor (absehbaren) fehlentwicklungen zu warnen. aber auch wir besitzen keine glaskugel, die uns die zukunft voraussagt. wir verwenden die marxistische methode als wissenschaft gesellschaftlicher tendenzen, um dementsprechende perspektiven und handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, ohne dass wir behaupten würden, diese wären in stein gemeisselt.

aber was jetzt Martin Suchanek (GAM)[3] über die „krise des NaO prozesses“ schreibt, das kann man nur mit dem wort chuzpe kommentieren. erst tat die GAM alles, um das „blockmodell“ und die „essentialmethode“ durch das „Manifest“ [4]und die schnelle gründung zu ersetzen – in der hoffung, sie könnten die „NaO“ als „fischteich“ abgreifen – und nun beklagen sie sich darüber, dass der „rechte flügel“ keine ‚revolutionäre politik‘ machen will, obgleich er das aber (mit der intervention von Tino P. und der abkehr von der „sektiererischen verengung“ [M. Schilwa]) auch offen ausgesprochen hat, dass für die „rechten“ das wesen der „NaO“ in ihrer „breitheit“ liegt (und nicht in einer revolutionären programmatik).

„Der rechte Flügel der NaO sieht das anders. Er hat sich vor kurzem als Strömung „NaO Wolken“ formiert, praktisch eine Anti-GAM/REVO-Fraktion.

Die politische Grundlage der „Wolken“ ist rein negativ. Bei allen Unterschieden wollen sie keine politisch ausgewiesene, genuin revolutionäre Organisation. Die meisten von ihnen wollen weniger „Aktivismus“, also eine weitere Reduktion des öffentlichen Profils der NaO. Und sie wollen gar keinen ernsthaften Versuch der Überwindung politischer Differenzen. Statt dessen beschwören sie den „politischen Kompromiss, die Suche nach Konsens“. Man müsse das „Gemeinsame“ vor das „Trennende“ stellen.“

tja, freunde der GAM, wieso ihr das nicht schon vor zwei jahren „gewusst“ habt (gewusst haben wollt), das ist euer geheimnis. aber wenn ihr euren „marxismus“ so auch auf allgemeine fragen anwendet, wie ihr an den „NaO prozess“ herangegangen seid, dann ziehe ich persönlich doch die glaskugel vor.

die „freiheit über den wolken“ wird sich für den „NaO prozess“ als seifenblase herausstellen und das notwendige erwachen in der bitteren realität wird weitere enttäuschungen hervorrufen. das ist ein unvermeidlicher prozess (zur reifung und auslese), den man auch niemanden „persönlich“ anlasten sollte. aber einer gruppe, die wider besseres wissens handelt (und DAS unterstelle ich der GAM – im guten wie im bösen!), weil sie sich davon vorteile für ihre eigene organisation verspricht, ohne dabei auf die politische wirkung ‚im ganzen‘ für „linksradikale“ politik rücksicht zu nehmen – eine solche gruppe nenne ich „gemein“[5] und kann ihr nur „hals- und beinbruch“ wünschen!

[1] http://theoriealspraxis.blogsport.de/2015/07/20/nao-prozess-nachrufe-auf-einen-vor-2-jahren-verstorbenen/

[2] http://www.rsb4.de/content/view/5542/88/

[3] http://arbeitermacht.de/ni/ni201/nao.htm

[4] http://nao-prozess.de/manifest-fuer-eine-neue-antikapitalistische-organisation/

[5] „Einen Menschen aber, der die Wissenschaft einem nicht aus ihr selbst (wie irrtümlich sie immer sein mag), sondern von außen, ihr fremden, äußerlichen Interessen entlehnten Standpunkt zu akkommodieren sucht, nenne ich „gemein“. “ (Marx) https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band26-2.pdf

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Ein Kommentar zu “NaO „Prozess“ – Abgesang über den Wolken…

  1. Micha Prütz schreibt in der „freiheitsliebe“ 17. August 2015:

    „So muss man feststellen, dass der NAO-Prozess bisher trotz einiger sehr erfolgreicher Aktionen in Berlin weder zu einem produktiven Ende, noch zur notwendigen Klarheit geführt hat, und es ist auch festzustellen, dass es bei vielen Aktiven Frustrationserscheinungen über den vermeintlichen Misserfolg einer breiteren Umgruppierung gibt. Trotzdem halten wir daran fest, dass auch in Deutschland trotz der schwierigen Verhältnisse eine breite antikapitalistische Organisation notwendig ist, und wir halten fest, dass diese ein solides Fundament programmatischer Aussagen braucht, die immer wieder in der eigenen Praxis überprüft werden müssen und gegebenenfalls korrigiert werden müssen. Deswegen haben wir uns entschlossen, den NAO-Prozess vorläufig [sic!!!!] weiterzuführen und wir wollen versuchen, im November 2015 auf breit angelegten Internationalismus-Tagen mit anderen politischen Organisationen eine neue Gesprächsebene zu finden, um das zu erreichen, was vielen von uns unter den Nägeln brennt: eine handlungsfähige antikapitalistische Alternative auch in Deutschland aufzubauen.“ http://diefreiheitsliebe.de/politik/die-neue-antikapitalistische-organisation-nao-ein-experiment-mit-ungewissem-ausgang/

    also, für mich ergeben diese sätze nur einen sinn:

    klappe zu, affe tot!

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