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Kurze Stellungnahme zu den Anschlägen in Paris

[…] aber die ereignisse in Paris fordern wohl zu einer „positionierung“ heraus. (obwohl vlt schon dieser gedanke ein irrtum sein mag).
die welt ist heute nicht verrückter als gestern, las ich irgendwo [auf facebook]. und dieser satz stimmt haargenau. aber genügt es, das festzustellen? ich glaube nicht. das problem ist eben, dass menschen immer nur dann reagieren, wenn sie direkt betroffen sind. bomben und schüsse in Paris gehen uns „nah“, aber die bomben, schüsse und der tägliche terror des ökonomischen elends ausserhalb der „westlichen welt“ finden zwar den weg in die medien, aber dort gerinnt diese eigentlich lebendige realität zu einem stück „informations-normalität“, über die wir nicht mehr wirklich nachdenken, sondern nur an uns vorbeiflimmert. erst wenn uns das blei buchstäblich selbst um die ohren fliegt, verstehen wir die wirklichkeit von tod, verlust, zerstörung, trauer und verzweiflung am eigenen leibe nachzuvollziehen.
und dann ist das geschrei gross. aber was bei „uns“, im westen, der „ausnahmezustand“ ist, ist in einigen ländern des nahen und mittleren ostens der lebensalltag. vlt wäre es gut, wenn man sich das mal wirklich klar machen würde.

kuss_beirut
und ungeachtet aller politischen instrumentalisierungen, die natürlich stattfinden und stattfinden werden, sind es meines erachtens zwei dinge, die man berücksichtigen sollte, wenn man seine „betroffenheit“ ausdrücken möchte:

1– Jedes Menschenopfer politisch motivierter Gewalt ist eins zuviel (das ist der rationale kern des pazifismus)

2– Gewalt, Krieg und Terror sind das notwendige und logische produkt einer welt, die zutiefst auf ungleichheit und der aufrechterhaltung der ungleichheit basiert

wer also über den „terrorismus“ spricht, darf vom kapitalismus und imperialismus nicht schweigen!

es sind „ihre“ (der herrschenden klassen und eliten) kriege – aber „unsere“ (der „unterklassen“) opfer. darum darf es keinerlei burgfrieden mit Hollande, Merkel, Obama und wie sie alle heissen mögen geben.

Dixi et salvavi animam meam

"IHRE Kriege- UNSERE Toten"

„IHRE Kriege- UNSERE Toten“

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2 Kommentare zu “Kurze Stellungnahme zu den Anschlägen in Paris

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