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Filmbesprechung: „Inferno“ (USA 2016)

inferno

„Zobrist [zitiert Dante]: Die Liebe ermuntert die Seele zum Handeln.

Sienna: Es heisst aber Schönheit, nicht Liebe.“

ich muss gestehen: ich bin ein Dan Brown-Fan. den roman „Sakrileg“ habe ich an zwei tagen verschlungen (wenn mir meine augen nicht so wehgetan hätten, hätte ich auch an einem geschafft). der film „Da Vinci Code“ dagegen ist viel schwächer als die buchvorlage (der inhalt dieses romans ist auch gar nicht in einem film darstellbar), aber trotzdem immer noch eine gute und spannende unterhaltung.

bei „Illuminati“ ist es für mich genau umgekehrt: das buch ist im verhältnis zu „Sakrileg“ doch deutlich ‚unbrisanter‘, aber der film ist dagegen ein wirklich mitreissender Thriller.

bei „Inferno“ nun war meine reaktion nach dem ersten schauen eher als enttäuschung zu bezeichnen. die story wirkt zumindest in den anfangssequenzen sehr ‚unruhig erzählt‘. der ‚verletzte‘ Professor Langdon kommt so untypisch derangiert rüber (was das zerknautschte gesicht von Tom Hanks noch verstärkt), dass der sympathieeffekt für den ‚helden‘, wie er bei den beiden anderen filmen existiert, gar nicht erst entstehen kann. die eingeschobenen sequenzen mit den ‚höllenvisionen‘ von Langdon sind zumindest in der anfangsphase völlig unerklärlich, was die ‚unruhige erzählweise‘ noch nerviger macht. die handlung wird erst klarer, als Langdon und seine ‚ärztin‘ sich auf die suche nach einem globalen virus begeben, die die halbe menschheit auslöschen könnte. dabei haben sie nur eine ‚karte‘, die die Hölle nach Dante darstellt, als Hilfe. leider hat die ‚verletzung‘ beim Professor eine Amnesie verursacht, so dass selbst seine fähigkeit als rätsellöser gelitten hat. seine ‚ärztin‘ muss ihm die worte für ‚Kaffee‘ und ‚Anagramm‘ vorsagen und auch die lösung für das Anagramm in dem ‚Höllengemälde‘ findet sie heraus. Langdon kann nur sagen: „früher war ich gut darin“ (im anagramme lösen) – was dem ganzen dann doch eine komische note verleiht (zumindest wenn man ein Langdon-Fan ist 😉 )

im weiteren verlauf wird der kopf des Professors aber dann schnell immer klarer, so dass er mit hilfe seiner kunsthistorischen kenntnisse (die ’symbologie‘ spielt leider bei „Inferno“ keine rolle) den aufenthaltsort des gefährlichen virus ermitteln kann.

eine eigene bedeutung in den Langdon-verfilmungen hat die besetzung der weiblichen ‚gehilfinnen‘ des Professors. bei „Sakrileg“ war es Audrey Tautou, bei „Illuminati“ Ayelet Zurer und bei „Inferno“ wohl ein neuer Shootingstar Felicity Jones, die auch die hauptrolle im neuen star wars-film „Rogue One“ spielt. alle drei kommen als starke und eigenständige (und gutaussehende!) frauen rüber, wobei Felicity Jones am ‚jungendlichsten‘ rüberkommt (was durch ihr gesicht, das doch stark dem ‚kindchenschema‘ entspricht, noch extremer wirkt. dass alle drei brünett sind und nicht etwa blond, dürfte auch kein zufall sein.). dass sie sich dann in der mitte des films auch noch als die ‚böse‘ outet, macht die enttäuschung dann wirklich vollends komplett, da ich nicht umhin konnte, mich mit ihr zu identifizieren. 😉

in der schlussszene fragt Robert Langdon die WHO-Agentin Dr. Elizabeth Sinskey, mit der er mal zärtlich verbunden war/oder ist (in den anderen filmen findet man nichts über sein beziehungsleben), ob sie darüber nachdächte, was aus ihnen beide werden könnte. ihre antwort:

„Das Leben muss wohl seine Geheimnisse haben, Professor“

scheint mir programmatisch zu sein, für das, was den erfolg von Dan Browns Geschichten ausmacht (neben dem ‚offen halten‘ der liebe): eine mögliche verbindung und/oder vlt. sogar vereinigung/vereinbarung von wissenschaft und religion zu suchen – und (zumindest in ansätzen) zu finden.

insgesamt muss man sich wohl fragen, ob das übliche Dan-Brown-Erzähl-Strickmuster für diese Langdon-Verfilmungen ausreichend ist, dass noch ein ‚vierter‘ teil produziert werden wird. der plot wird mit der zeit einfach zu vorhersehbar und wiederholt sich und verliert dadurch schnell an spannung. da müssen sich die filmemacher wohl noch einiges einfallen lassen, wenn sie das produkt „Professor Langdon“ attraktiv (und damit publikumswirksam) halten wollen. schliesslich gehts beim filmemachen um geld, und erst in zweiter linie um die kunst 😉 …

ich persönlich würde es schade finden, wenn es den ’symbologen‘ nicht mehr filmisch geben würde, denn er ist mir tausendfach sympathischer als alle James Bonds und Comic-Superhelden zusammen.

 

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3 Kommentare zu “Filmbesprechung: „Inferno“ (USA 2016)

  1. die firma „schwarzkopf“ hat folgende „fakten“ über die haarfarbe ‚brünett‘ aufgelistet:

    „Fakt Nr. 1: Brünette sind schlau
    Das ist nicht nur ein stereotyper Rückschluss, sondern auch erwiesen: 63 Prozent der Akademikerinnen in Deutschland sind nämlich dunkelhaarig. Verschiedene Studien belegen auch, dass Braunhaarige am ehesten mit Intelligenz assoziiert werden.
    Fakt Nr. 2: Braun ist stark
    Hairlich: Brünette dürfen besonders stolz auf ihre feste Haarstruktur sein. Während andere Mähnen dünn und empfindlich sein können, hat braunes Haar hier einen natürlichen Styling-Vorteil: Ob voluminöse Löwenmähne oder präzise Flechtkreation – Braun zeigt bei jeder Frisur Ausdauer und Stil!
    Fakt Nr. 3: Männer sagen: Die Eine ist brünett
    In einer Umfrage der Online-Partnervermittlung eDarling verbinden die Herren der Schöpfung braunes Haar mit Intelligenz, Erfolg, Treue und Humor. Dieses Gesamtpaket ist wohl auch der Grund, warum sich Männer der Befragung zufolge mit einer Braunhaarigen „die große Liebe“ vorstellen können.“
    http://www.schwarzkopf.de/de/haarfarbe/braunes-haar/bruenett-fakten.html

  2. über Beatrice, der ‚grossen liebe‘ von Dante, heisst es bei wikipedia:

    „Als Achtjährige sei ein Mädchen namens Beatrice zum ersten Mal dem neunjährigen Dante bei einem Frühlingsfest begegnet. Neun Jahre später begegneten sich die beiden ein zweites Mal, als sie ihm bei einem Jugendfest einen Blütenkranz überreicht. Beide Male sei er ergriffen gewesen von ihrer engelsgleichen Gestalt. Später sei Dante bei Beatrices Hochzeit zugegen gewesen. Im Alter von 24 Jahren starb sie während einer Epidemie.[3] Das Todesdatum verschlüsselte Dante numerologisch, sodass heute der 8. Juni 1290 als gesichert gilt.[4] Die Gedenktafel für Beatrice Portinari an der Familiengrabstätte Portinari in der Kirche Santa Margherita dei Cerchi, Florenz zeigt eher nicht den Begräbnisort an, da Ehefrauen üblicherweise bei der Familie ihres Mannes beigesetzt wurden.
    Dante lässt in seinem Erstlingswerk Vita Nova den Ich-Erzähler die inneren Wandlungen schildern, die er in der Folge seiner ersten kindlichen Begegnung mit Beatrice durchlebt, welche er seitdem und über den Tod hinaus verehrt.
    In seiner Göttlichen Komödie ist es die im Himmel weilende Figur der Beatrice, die den Dichter Vergil beauftragt, den Ich-Erzähler (Dante) durch die Höllenkreise und das Purgatorium [Fegefeuer] zu führen. Am Eingang des Paradiso übernimmt Beatrice selber die Führung durch die neun himmlischen Sphären. Sie ist bei ihm Symbol für die vollkommene Erlösung.“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Beatrice_Portinari [herv.v. mir, systemcrash]

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