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Ein fiktives Kurz-Gespräch mit Sahra Wagenknecht

sahra_wagenknecht

SW: Wenn wir endlich eine Politik hätten, die den Mut hätte, Konzerne ordentlich zu besteuern, große Vermögen zu besteuern, dann könnten wir entlasten und trotzdem in Bildung, in Krankenhäuser, in viele andere Dinge investieren. Und das ist doch das, was eigentlich notwendig wäre. Und ich frage mich, warum das nie gemacht wird.

systemcrash: tja, liebe Sahra, ich glaube, die antwort liegt im wesen der kapitalistischen gesellschaft und ihres staates begründet. ein gewisser Karl Marx, von dem du in deiner jugend sicher mal was gehört hattest, sagte, dass das Kapital akkumulieren muss, bei strafe seines unterganges+) (konkurrenz). und die voraussetzung der akkumulation ist der profit (darum bemüht man sich, die „nebenkosten“ — also auch die staatskosten/ausgaben — möglichst niedrig zu halten, sofern sie nicht selbst gewinnbringend sind wie z. B. rüstungsproduktion. ausgaben für soziales hingegen senken die gesamt“gewinn“summe trotz ihrer gesellschaftlichen notwendigkeit). eine „umverteilung“ könnte zwar eine temporäre linderung für die „unterklassen“ bewirken, würde aber an den strukturellen zwängen markt(Wert)basierter produktion nichts grundsätzliches ändern.

Quelle für das Zitat von Sahra Wagenknecht: [https://www.facebook.com/linksfraktion/videos/10154362731838434]

zum Weiterlesen:

Etatismus der Linkspartei 

Umverteilung reicht nicht 

+) „Dies ist Gesetz für die kapitalistische Produktion, gegeben durch die beständigen Revolutionen in den Produktionsmethoden selbst, die damit beständig verknüpfte Entwertung von vorhandnem Kapital, <255> den allgemeinen Konkurrenzkampf und die Notwendigkeit, die Produktion zu verbessern und ihre Stufenleiter auszudehnen, bloß als Erhaltungsmittel und bei Strafe des Untergangs.“ http://www.mlwerke.de/me/me25/me25_251.htm

 

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Ein Kommentar zu “Ein fiktives Kurz-Gespräch mit Sahra Wagenknecht

  1. Sahra Wagenknechr am 20.01.2017
    [https://www.facebook.com/sahra.wagenknecht/posts/1570407512976640]:

    „Amtseinführung von Donald Trump in den USA – und das deutsche Establishment läuft mit Entsetzen und angeblichem Unverständnis zu Höchstform auf.“

    NUR das establishment ?

    „Dabei war das Wahlergebnis nicht schwer zu erklären. Ich erinnere daran: Junge US-Bürger verdienen heute im Schnitt weniger, haben seltener ein Haus und nur ein rund halb so großes Vermögen wie ihre Eltern. Am oberen Ende dagegen konzentriert sich obszöner Reichtum. Auf der Empörung über eine politische Elite, die sich für diese krassen sozialen Ungerechtigkeiten nicht mehr interessiert, basiert Trumps Wahlsieg.“

    das ist richtig.

    „Auch bei uns geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Immer mehr Menschen schuften zu demütigenden Löhnen und können sich ausrechnen, dass sie im Alter nur eine Armutsrente erwartet. Deshalb finde ich: Deutlich sinnvoller, als mit dem Finger auf Trump zu zeigen, wären endlich Schritte für eine bessere Politik im Interesse der Mehrheit der Bevölkerung hierzulande.“

    es spricht nichts dagegen BEIDES zu machen. Richtig ist aber eine zurückweisung von antiamerikanischen chauvinsismus. Aber das sagt SW nicht explizit. Denn sonst wäre der komparativ „sinnvoller“ nicht sinnvoll. 😉

    „Und was ich auch seltsam finde: jahrelang galt Kritik an der US-Politik in Deutschland als Majestätsbeleidigung. Wenn die Linke die Öl- und Gaskriege der USA im Nahen und Mittleren Osten oder die Drohnenmorde verurteilte, wurde uns „Antiamerikanismus“ vorgeworfen. Für die gleichen Kommentatoren, die Obamas und oft selbst Bushs Politik über Jahre kritiklos abgefeiert haben, wird das Weisse Haus mit dem neuen Amtsinhaber plötzlich zum Schurkensitz.“

    immerhin stellt Trump das bisherige „westliche werteverständnis“ in frage. Das scheint mir der entscheidene unterschied zu den vorgängern. Unabhängig davon, wie man das bewertet.

    „Ja, auch ich mache mir Sorgen über eine Reihe von Äußerungen Trumps und seine Unberechenbarkeit. Aber immerhin gibt es auch einige Ankündigungen, bei denen es wünschenswert wäre, wenn er die Chance bekäme, sie einzulösen.“

    diese „wünschenswerte Ankündigungen“ muss man aber im kontext seiner gesamten äusserungen sehen. Und diese sehen eher nach MEHR internationalen spannungen aus. Mag aber sein, dass er sich ein paar lukrative deals mit russland erhofft, als taktische opportunität. Aber sein gesamter politischer kurs ist aggresiver chauvinismus.

    „Seine Ankündigung, das Verhältnis zu Russland zu verbessern, gehört dazu. Denn in einem Punkt hat Trump recht: die US-geführte NATO ist obsolet.“

    Trump hat nicht die Nato in frage gestellt. Er will von den anderen Nato-staaten mehr geld in die Nato-aufgaben fliessen sehen.

    „Sie hat sich in den letzten Jahren zu einem gefährlichen Interventionsbündnis entwickelt. Statt unter US-Führung Panzer, schweres Kriegsgerät und deutsche Soldaten an die russische Grenze zu verlagern, brauchen wir dringend eine eigenständige europäische Außenpolitik und eine neue europäische Friedensordnung unter Einschluss Russlands.“

    die mär vom deutschen juniorpartner! Deutschland hat sehr wohl auch eigene imperialistische interessen. Allerdings militärisch hat sich deutschland den USA untergeordnert gehabt. Angesichts der deutschen geschichte und der internationalen kräfteverhältnisse eine nachvollziehbare entscheidung.
    „eigenständige europäische aussenpolitik“ – also statt eines transatlantischen imperialismus ein „euröpäischer“ imperialismus! Und das, wo es noch nicht mal einen „europäischen (einheits)staat“ gibt. Ganz davon zu schweigen, dass deutschland (sprich: der deutsche kapitalismus) die EU dominiert. Und was wird aus den nationalstaaten? Lösen die sich einfach in luft aus?
    „europäische friedensordnung“ – wieso, bekriegen sich die europäer (schon wieder)?
    „Einschluss Russlands“ – Russland ist eine weltmacht. Die werden sich an nichts binden, was ihnen keine taktischen vorteile bringt. Heute mögen sie Trump, morgen vlt einen dritte-welt-diktator, der ihnen zugang zu ressourcen ermöglicht. Da kann man sich auf nichts verlassen – genausowenig wie bei Trump.

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