Uncategorized

Beendigung der Zusammenarbeit mit TaP

hiermit erkläre ich meinen abbruch der politisch-schrifstellerischen zusammenarbeit mit TaP.

der hintergrund dieser entscheidung, die mir nicht leicht fällt, ist der, dass sich die „philosophischen“ differenzen als so wesentlich herausgestellt haben, dass eine weitere zusammenarbeit keinen sinn mehr machen würde.

dies ist umso bedauerlicher, weil wir uns in fast allen anderen politisch-strategischen fragen immer gut einigen konnten oder zumindest eine tragfähige „kompromissformulierung“ gefunden haben.

aber mit gefällt die ganze richtung des „struktural-marxismus“ und „dekonstruktivistischen feminismus“ überhaupt nicht. sie passt nicht in mein grundsätzliches „humanistisches“ weltbild, auch wenn gewisse kritikpunkte dieser theorien durchaus auch ihren erkenntniswert haben mögen.

ich muss aber auch sagen, dass ich sehr viel vom ihm gelernt habe und durch ihn profitier(t)e. aber es gibt zuviele tiefe gräben zwischen uns, die sich nicht (allein intellektuell) zupflastern lassen.

natürlich werde ich auch in zukunft seine artikel lesen und mir entsprechende kommentierungen vorbehalten. und ich denke, der kontakt wird auch nicht völlig einschlafen – auf die eine oder andere art.

ich muss und ich werde in zukunft meinen eigenen „intellektuellen“ weg gehen müssen. und dieser weg ist schon seit langem auch über den [traditionalistischen] „marxismus“ weit hinausgewachsen. aber zu den menschen, die mich wesentlich politisch-geistig geprägt und meine bildung bereichert haben, gehört mit sicherheit auch TaP. das werde ich nicht vergessen.

systemcrash

Berlin, 2.06.2017

Advertisements

5 Kommentare zu “Beendigung der Zusammenarbeit mit TaP

  1. „Humanismus ist eine seit dem 19. Jahrhundert gebräuchliche Bezeichnung für verschiedene, teils gegensätzliche geistige Strömungen in diversen historischen Ausformungen, unter denen der Renaissance-Humanismus begriffsbildend herausragt. Gemeinsam ist ihnen eine optimistische Einschätzung der Fähigkeit der Menschheit, zu einer besseren Existenzform zu finden. Es wird ein Gesellschafts- und insbesondere Bildungsideal entworfen, dessen Verwirklichung jedem Menschen die bestmögliche Persönlichkeitsentfaltung ermöglichen soll. Damit verbindet sich Kritik an bestehenden Verhältnissen, die aus humanistischer Sicht diesem Ziel entgegenstehen.“ — https://de.wikipedia.org/wiki/Humanismus

  2. „Ein wichtiger Gegner des marxistischen Humanismus war der Philosoph und Vertreter des so genannten „Antihumanismus“, Louis Althusser, der den marxistischen Humanismus als „revisionistisch“ bezeichnete. Er kritisiert, dass die Vertreter der Strömung die Gegensätzlichkeit des jungen und älteren Marx nicht berücksichtigen – er selbst bezeichnet den Wandel im Denken Marx’, der in der Deutschen Ideologie vollzogen wurde, als „epistemologischen Bruch“. Für Althusser ist der Humanismus der hauptsächlich von Ludwig Feuerbach beeinflussten Frühschriften Marx’ unvereinbar mit den späteren Theorien Marx‘, wie sie vor allem sein Werk Das Kapital kennzeichnen.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Marxistischer_Humanismus

  3. „Wenn wir die Moral unabhängig von den ‚Zielen‘, d.h. von der Gesellschaft betrachten, erweist sie sich letzten Endes, gleichgültig ob wir sie von ‚ewigen Wahrheiten‘ oder von der ‚menschlichen Natur‘ ableiten, als eine Form der ‚Naturtheologie‘. Der Himmel bleibt die einzige befestigte Position für militärische Operationen gegen den dialektischen Materialismus.“

    „Die ‚humansten‘ Regierungen, die in Friedenszeiten den Krieg ‚verabscheuen‘, erklären während des Krieges die Ausrottung einer größtmöglichen Zahl von Menschen zur höchsten Pflicht ihrer Armeen.“

    „Diese Leere in den für alle bindenden Vorschriften ergibt sich aus der Tatsache, daß die Menschen in allen entscheidenden Fragen ihre Klassenzugehörigkeit bedeutend tiefer und direkter empfinden als ihre Zugehörigkeit zur ‚Gesellschaft‘.“

    Leo Trotzki, Ihre Moral und unsere; https://www.marxists.org/deutsch/archiv/trotzki/1938/moral/moral.htm

    Siehe im übrigen:

    Zwei Orte, zwei Länder, zwei Themen, eine Zeit, eine These: Für einen feministischen Anti-Humanismus in der Theorie!

    http://theoriealspraxis.blogsport.de/2011/06/21/zwei-orte-zwei-laender-zwei-themen-eine-zeit-eine-these-fuer-einen-feministischen-anti-humanismus-in-der-theorie/

    und

    „der humanistische Menschheitsbegriff zerfiel als männliche Abstraktion in Frauen und Männer und machte Frauen sichtbar“

    https://www.nadir.org/nadir/initiativ/id-verlag/BuchTexte/DreiZuEins/DreiZuEinsViehmann.html

    • das, was Trotzki über die „humansten regierungen“ geschrieben hat, mag stimmen; aber es gab auch immer menschen, die nicht so gehandelt haben. es ist also keineswegs ein beweis für die these:

      „Diese Leere in den für alle bindenden Vorschriften ergibt sich aus der Tatsache, daß die Menschen in allen entscheidenden Fragen ihre Klassenzugehörigkeit bedeutend tiefer und direkter empfinden als ihre Zugehörigkeit zur ‚Gesellschaft‘.“

      und gerade für die heutigen, ‚postmodernen‘ zeiten scheint mir diese these sogar geradezu anachronistisch zu sein.

      und was den „himmel“ betrifft, so ist dieser im wesentlichen der inhalt des „menschlichen willens“. (was keine aussage sein soll über die „realität“ oder „nichtrealität“ von „metaphysik“)

  4. „Wenn Althusser z.B. streng zwischen wissenschaftlichen und ideologischen BEGRIFFEN unterscheidet, (Produktivkräfte, Produktionsverhältnisse, Gesellschaftsformationen = wissenschaftliche, Humanismus, Entfremdung, Fetischismus = ideologische Begriffe) so trägt er damit unwillkürlich selbst zur Ideologisierung (Entwissenschaftlichung) gerade der scheinbar aus sich selbst heraus „wissenschaftlichen“ Begriffe bei.
    Er beachtete offenbar nicht, dass kontextlos benutzte BEGRIFFE unwillkürlich einen Fetischcharakter annehmen. Sie werden als mit eigenem Geist beseelt vorgestellt (Objekt-Subjekt-Verkehrung) und auf der Grundlage auch leicht zum Mittel politischer Manipulation. Nicht zuletzt der zur Legitimationsideologie gewordene „Marxismus“ des Realsozialismus hatte das verdeutlicht. Dessen Floskel von der „wissenschaftlichen Weltanschauung“ diente vor allem als ein Mittel autoritärer Wahrheits- und Wahrhaftigkeitsanmaßung und ähnelte darin nicht ohne Zufall dem „Gottesgnadentum“ absolutistischer Herrscher.“
    https://oekohumanismus.wordpress.com/2012/08/28/zu-althussers-anti-humanismus/

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s