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Wonder Woman – eine „feministische“ Superheldin?

um es kurz zu machen: wonder woman ist gut gemachte popcorn-unterhaltung. aber nicht viel mehr. der film lebt hauptsächlich von drei elementen: eine sehr optisch-ästhetisch beeindruckende schauspielerin, die die wonder woman verkörpert, eine gewisse überstilisierung der action-szenen, wie man sie auch schon beim film „300“ gesehen hat und ein gewisser emotionaler mitreiß-effekt durch die überzeichnung des narrativs „eine gute gegen den rest der welt“ (die ambivalenz des guten und bösen wird am ende des films tatsächlich thematisiert). diese drei elemente reichen zwar, um sich einen netten film-abend zu machen, aber die nachhaltigkeit dieses films wird wohl gegen null tendieren, wenn der erste medien-hype vorbei ist.

diese einschätzung wird auch nicht dadurch relativiert, dass zum schluss des films doch noch eine gewisse philosophisch-politische nachdenklichkeit einsetzt. und auch die tatsache, dass „männliche kino-topoi“ durch eine frau besetzt werden, verleiht dem film keine wirklich „emanzipatorische“ botschaft. erstens ist wonder woman kein mensch, sondern die tochter des Zeus, also eine „göttin“. zweitens werden die üblichen schönheits-klischees nicht mal für den bruchteil einer sekunde in frage gestellt (in einer szene muss wonder woman sogar eine brille tragen, damit ihre schönheit nicht so auffällt. de facto tut das ihrem aussehen aber keinen abbruch). kurzum, wonder woman ist die absolute ausnahme, die die patriarchal geprägte regel nicht ausser kraft setzen kann.

dass wonder woman drittens die erkenntnis ihrer „wahren bestimmung“ durch dien liebe eines mannes erfährt, würde ich dann (wohlwollend) als „philosophisch-politische nachdenklichkeit“ einschätzen.

das Geheimnis
es ist nicht in „uns“
in unseren Gefühlen
oder im (rationalen) Denken
es ist
im Dazwischen
wenn unsere Bestimmung
durch uns spricht
als wären wir
ihr Werkzeug

wenn der Andere
unsere Frequenzen
zum Schwingen bringt
und unsere Seele ihr Lied
vibriert
unser Unbewusstes
und unser Herz
sich zum Gehirn
emporarbeiten

dann wird uns bewusst
dass das Heil
und der Frieden
nicht im Verstand
oder im Worte liegt
sondern nur in der Tat
die den Spuren
der Liebe folgt

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4 Kommentare zu “Wonder Woman – eine „feministische“ Superheldin?

  1. dass sogar die sexuellen anspielungen bei wonder woman die erfindung eines mannes sind, zeigt dieser artikel beim deutschlandfunk:

    „Die vom Psychologen und College-Professor Moulton Marston erschaffene Heldin „Wonder Woman“ tauchte literarisch schon 1941 auf, sagte LIteraturkritiker Stefan Mesch im Deutschlandfunk Kultur. Marston habe Frauen für die besseren Menschen gehalten, deshalb habe er schon 8 bis 12-jährige Leser davon überzeugen wollen, wie schön es wäre in einer feministischen Utopie zu leben. „Er hat eine Vorliebe für Bondage, also für solche Fesselspiele“, sagte Mesch.
    Deshalb sei die Lektüre dieser ersten Comics so skurril, da sich die ganze Zeit Amazonen in liebevoller Unterwerfung gegenseitig fesselten und sagten, dass sie so zu besseren Menschen würden. „Ich glaube, in keinem anderen Medium wäre er damit durchgekommen.“ Aber so lasse sich erklären, warum Wonder Woman ein goldenes Lasso habe, mit dem sie ihre Gegner fessele. „Und es erklärt auch, warum man die Wahrheit sagt, wenn man gefesselt ist, weil der Mann hat auch den Lügendetektor erfunden, der nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert“, sagte Mesch.“

    http://www.deutschlandfunkkultur.de/wonder-woman-mit-dem-goldenen-lasso-in-den-krieg.1270.de.html?dram%3Aarticle_id=388777

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