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Lesehinweis: dreiteilige Artikelreihe zur Gewaltdiskussion bei scharf links

Teil 1Anmerkungen zum „linken/linksradikalen“ Gewaltdiskurs im Nachgang zu G20

Teil 2Überlegungen zu einer politischen Philosophie der Gewalt

Teil 3Abschliessende Bemerkungen zum Verhältnis von „Gewalt“ und „Politik“ (aber noch lange nicht das „Ende“)

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15 Kommentare zu “Lesehinweis: dreiteilige Artikelreihe zur Gewaltdiskussion bei scharf links

  1. Was soll denn „schön“ sein an diesem Kommentar, wenn er schon so blöd anfängt:
    „Die Bilder der hunderttausend Menschen, die gegen den G20-Gipfel protestierten, sagen mehr aus, als nur die Spaltung zwischen Arm und Reich in Deutschland oder weltweit. Die Bilder machen klar, dass viele Demonstrant*innen bereit sind, bis zum bitteren Ende für ihre Rechte zu stehen, den heftigen polizeilichen Maßnahmen zum Trotz.“
    Das ist doch das typische Sich-in-die Tasche-Lügen der meisten Linken: Diese Bilder haben umgekehrt eher gezeigt, daß die überwältigende Mehrheit selbst der formell gegnerischen Demonstranten immer noch von den Herrschern der Welt überzeugt ist, diese würden die Welt zukünftig „fair“ und „gerecht“ und „umweltbewußt“ regieren und was da alles sonst noch an abwegigen Hoffnungen unterwegs ist, diese Bewegung besteht ja praktisch nur aus dem schrecklichen Appellwesen, was auch die Demos gekennzeichnet hat. Und ganz bestimmt nicht haben sie gezeigt, daß Hunderttausende „bereit sind, bis zum bitteren Ende für ihre Rechte zu stehen“. Mal abgesehen davon, daß diese „Rechte“ wieder mal eine Schimäre sind, sind es wohl eher ein paar Hunderte gewesen und nie und nimmer Hunderttausende, die bis zu einem noch vergleichsweise harmlosen bitteren Ende gekämpft haben (Genua war bitterer).
    Danach habe ich schon aufgehört, auch nur weiterzulesen.

    • langsam geht mir der ton deiner kommentare ganz schön auf die eier.
      ich lass das jetzt noch mal durchgehen, aber noch mal so einen spam-style, dann lösche ich es!
      aber um zum inhaltllichen zu kommen. dass

      „diese Bewegung besteht ja praktisch nur aus dem schrecklichen Appellwesen, was auch die Demos gekennzeichnet hat“

      scheint mir nichts anderes zu sein als die schlichte feststellung, dass das „Massenbewusstsein“ von sich aus nicht über das ‚reformistische‘ stadium hinauswachsen kann. für leninisten eigentlich keine wirklich neue erkenntnis.
      aber wahrscheinlich muss man als GSP-anhänger ein verkleistertes hirn haben! 😉

  2. Ich habe eine zentrale – neutral formuliert – Falscheinschätzung des von dir gelobten Kommentars kritisiert: daß „viele Demonstrant*innen bereit sind, bis zum bitteren Ende für ihre Rechte zu stehen“.
    Stimmt das denn oder sind diese „Vielen“ letztlich dann doch nur die (im Vergleich zu den Großdemos Wenigen gewesen, die sich in der Tat mit den Polizisten angelegt haben? Was meiner Meinung nach übrigens auch nicht politisch „besser“ war als all die „normalen“ demokratischen Staatsbürger-Demonstranten.

    • meines erachtens hängt diese frage (für rechte einstehen) NICHT davon ab, ob man sich mit „polizisten anlegt“ oder nicht. dies scheint mir ein „falsches“ verständnis von „militanz“ zu sein.

      • Die 100.000 oder 76.000 oder 50.000, die am Samstag demonstrierten (und nicht schon an den beiden Tagen vorher dawaren), waren doch gar nicht groß mit „heftigen polizeilichen Maßnahmen“ konfrontiert. Da gab es kein „bittere[s] Ende“.

        Und für (schon vorhandene!) ‚Rechte eintreten‘ (wörtlich: „für ihre Rechte zu stehen“), ist verglichen mit neue Rechte erobern oder gar Revolution machen, auch nicht sonderlich radikal. – Also, mir ist der Artikel-Anfang auch zu optimistisch.

        Dann geht es in dem Artikel zwar realistischer wie folgt weiter:

        „Nichtsdestotrotz sind die Proteste vor zwei Wochen immer noch ein Rätsel für mich. Ich frage mich, weshalb unsere Proteste immer die selben Formen annehmen, wenn wir doch jedes Mal aufs neue erfahren, dass diese uns nicht wirklich weiterbringen. Ich kann im Rahmen der Proteste um die G20 keine linke ‚Bewegung‘ erkennen. Eine Bewegung ist immer nur dann eine Bewegung, wenn sie sich und die Gesellschaft ‚bewegen‘ kann. . Über die politischen Inhalte unserer Proteste muss viel mehr diskutiert werden und die Inhalte bestimmen natürlich auch die Formen.“

        Welche anderen Protestformen die Autorin stattdessen vorschlägt, habe ich aber nicht verstanden.

        Verstanden habe ich, daß die Autorin teilweise andere Bündnispartnerinnen und Protestinhalte vorschlägt:

        „Die Abwesenheit der Repräsentant*innen der Arbeiterklasse bei diesen Protesten zeigt uns, dass obwohl diese Proteste einen sehr anti-kapitalistischen Charakter haben, sie im Großen und Ganzen kaum mit der Arbeiter*innenbewegung verwoben sind. Woran liegt das?“

        M.E. liegt es v.a. an drei Gründen:

        1. In Deutschland ist es eh schwierig, noch von „Arbeiter*innenbewegung“ zu sprechen – auch wenn in den letzten 5 Jahren arbeitskampf-bedingt ungefähr soviel Arbeitstage ausgefallen sind, wie in den sieben Jahren zuvor (jew. ca. 4.000.000):

        https://www.boeckler.de/pdf/pm_wsi_2017_03_14.pdf

        2. Auch die Arbeitskämpfe, die stattfinden, richten sich in der Regel nicht gegen den Kapitalismus, sondern drehen sich um Arbeits- und Entlohnungsbedingungen im Kapitalismus – was (unter gegenwärtigen Bedingungen) zwar nicht verkehrt, aber etwas anderes und deutlich weniger ist.

        3. Die DGB-Gewerkschaften wurden ja nicht ausgeschlossen, sondern zogen es vor, zusammen mit ökologisch orientierten und anderen NGO am Wochenenden vor dem G 20-Gipfel zu demonstrieren (soweit sie überhaupt demonstrierten).

        Und als nachrangiger Aspekt noch:

        RIO, GAM & Co zogen es – wie schon bei den vergangenen 1. Mai-Demos in Berlin vor -, einen „internationalistischen Block“ (und eine Intifada-Veranstaltung) – statt eines klassenkämpferischen Blocks – zu organisieren (bzw. sich an dem existierenden Klassenkampf-Block in Berlin zu beteiligen).

        Und immerhin gab es die Hafenaktion des …ums Ganze-Bündnisses:

        https://umsganze.org/liebe-kolleginnen-und-genossinnen-ein-offener-brief-an-alle-die-im-hamburger-hafen-arbeiten-muessen/

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