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Die Wahlen als ‚Nicht-Ereignis‘

ich muss zugeben, ich habe den (bundestags)wahlen noch nie eine hohe (politische) bedeutung beigemessen (und ich bin kein „ultralinker“ 😉 ), aber dieses mal fällt es mir besonders schwer, mich überhaupt zu einer inhaltlichen positionierung durchzuringen; aus dem einzigen grund, dass es nichts „inhaltliches“ zu diesen wahlen und parteien zu sagen gibt. jedenfalls nicht das „inhaltliche“, was ich mir politisch darunter vorstelle und wünschen würde.

der sieg der Merkel-CDU dürfte eine ‚beschlossene‘ sache sein. dass die SPD so um die 20% herumdümpelt ist zwar schon eine nachricht wert, aber mal ehrlich: wer kann denn noch die SPD ‚programmatisch‘ von der CDU unterscheiden?

etwas interessanter wirds dann bei den ‚kleineren‘ parteien, auch in bezug auf die mögliche koalitionsbildung. der shootingstar unter den kleineren parteien ist klar die FDP. die FDP wird sich mit der AfD einen harten kampf um den heissbegehrten „dritten platz“ liefern. Dass die AfD reinkommt, lässt sich nicht (mehr) verhindern. die GRÜNEN kann ich am schlechtesten einschätzen, ich hoffe aber, dass sie möglichst mies abschneiden.

tja, und die Linke – was soll man zu denen sagen? eigentlich, wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst sein wollte, könnte ich mein kreuz nicht bei denen machen! aber mangels besserer alternativen werde ich es wohl tun. und, damit mein gewissen hinterher nicht zu schlecht wird, werde ich die erststimme einem aussichtslosen direktkandidaten der SGP geben (wenn es einen gibt, was ich aber denke). meine schätzung für die Linke liegt so um ~8%. (und dann können die noch froh sein!).

die letzte offene frage im zusammenhang mit den wahlen wären noch mögliche koalitionsbildungen:

— R2G hat sich von allein erledigt.

— „Jamaika“ dürfte auch nicht ganz problemlos über die bühne gehen

— bliebe noch die GroKo. das dürfte zwar innerhalb der SPD einen gewissen unmut auslösen (vlt. sogar nicht nur in der „basis“ [?]). aber diese partei ist dermassen gebeutel (oder besser: beutelt sich selbst!) und auf „in scheisse treten“ abonniert, dass das die lage auch nicht mehr schlimmer machen kann als sie eh schon ist.

so dürfte die GroKo wohl die wahrscheinlichste regierungsvariante sein und werden. aber egal, welche konkrete parteienkonstellation die bundestagswahl am 24. September 2017 hervorbringen wird: eine (massive) rechtsverschiebung der „deutschen“ politiklandschaft ist jetzt schon vorprogrammiert. (nicht zuletzt auch durch den einzug der AfD in den bundestag).

noch nie waren wahlen und der wahl“kampf“ so langweilig!

Prognosen für die Bundestagswahl 2017

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9 Kommentare zu “Die Wahlen als ‚Nicht-Ereignis‘

  1. „Wer eine starke Kanzlerin wie Merkel nach zwölf Jahren im Amt stellen wolle, der müsse eine langfristige Strategie und vor allem auch eine tragfähige, moderne Programmatik entwickeln. Das sei aber in den vergangenen vier Jahren sträflich vernachlässigt worden. Martin Schulz habe auf keinerlei Vorarbeit zurückgreifen können, „da sein Vorgänger im Amt an eine solche langfristige Planung nicht glaubte, sondern nur an kurzfristige, taktische Effekte“. Dazu gehöre die „überraschende“ Nominierung im Januar. Der Kampagne musste die Luft ausgehen. Es folgt ein vernichtendes Urteil: „Im Grunde ist die erneute, dritte Sturzgeburt eines SPD-Kanzlerkandidaten respektlos gegenüber der Aufgabe. Das darf die SPD nie wieder zulassen.“

    eine sehr ausführlich analyse der entwicklung der SPD seit der nominierung von Schulz in der FAZ: http://www.faz.net/aktuell/politik/bundestagswahl/ueber-den-tiefen-fall-von-martin-schulz-15200497-p2.html?printPagedArticle=true#pageIndex_1

  2. „In den Szenarien, die angesichts der höchst bescheidenen Lage der SPD in Parteikreisen dieser Tage entworfen werden, gibt es viele Unbekannte. Eines aber, da sind sich Landesfürsten ebenso wie Flügelvertreter in Berlin sicher, eines werde nicht passieren: Sollte es einen Deal geben zwischen Schulz und Gabriel, dann habe er keinen Bestand. Wenn die Männerrunde – gemeint ist neben Schulz und Gabriel auch Thomas Oppermann – glaube, man könne am Abend des 24. September mit dem Postenverteilen anfangen, so wie 2009 unter Frank-Walter Steinmeier, oder die Weichen in Richtung große Koalition stellen, wie 2013 unter Gabriel, dann hätten sich die Herren getäuscht. Wegen der Erfahrung vom Januar, da sind sich ranghohe Sozialdemokraten einig, werde man eine abermalige Top-down-Politik nicht mehr akzeptieren.“ — FAZ, ebenda

    schön wärs, aber wer so lange an prinzipienlosigkeit gewöhnt ist, der schluckt jede kröte, egal wie fett und eklig sie auch sein sollte!
    eine ablehnung der GroKo durch die SPD-„basis“ wäre der bisherigen ’staatstragenden‘ linie der SPD entgegengesetzt. es ist sehr unwahrscheinlich, dass DAS passiert!

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