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Der (Super)Held: altmodischer Archety oder Motor der Veränderung?

Vorbemerkung: dies ist der erste Artikel, der aus einer Diskussion über den ‚Transhumanismus‘ entstand, die auf facebook ihren Ausgangspunkt nahm. Es folgt noch ein Artikel über das ‚Heroische‘ und geplant ist noch ein Artikel über die Philosophie des ‚Transhumanismus‘.
Selbstverständlich ist das Thema damit bei Weitem noch nicht erschöpft, da es um nichts geringeres geht als die Frage nach der ‚Zukunft der Menschheit‘. Weitere Fortsetzungen und Ergänzungen sind daher nicht auszuschliessen. 

Bildergebnis für superhelden

„Vielleicht sind alle Drachen unseres Lebens Prinzessinnen, die nur darauf warten uns einmal schön und mutig zu sehen. Vielleicht ist alles Schreckliche im Grunde das Hilflose, das von uns Hilfe will.“ (Rainer Maria Rilke)

„Ich habe keine Ahnung, was Gammastrahlen sind, aber wenn es gut klingt, verwende ich es.“ (Stan Lee)

Der Topos des ‚Helden‚ in der Literatur ist äusserst vielfältig. Am schillernsten ist er wohl ausgeprägt im Superhelden-Comic und und ihren entsprechenden Verfilmungen. Der Helden-Comic, trotz seiner scheinbar sehr ‚modernen‘ Erscheinung, greift dabei auf archaische Bilder und Narrative zurück und ist in diesem Sinne ‚anti-modernistisch‘.

Während die ‚Moderne‘ (und ins Extrem gesteigert: die ‚Postmoderne‘) alles unter die Kontrolle des ‚individuellen Willens‘ und der ‚Vernunft‘ stellen will (wobei die Postmoderne auch die Vernunft wieder stark relativiert), werden im Heldencomic sehr ‚altmodische‘ Werte wie Treue, Ehre, Mut, Freundschaft und Opferbereitschaft propagiert (man könnte es auch ‚Ehrenkodex‘ nennen, aber dieser bezieht sich auf spezifische ‚Gruppenstrukturen‘; bei Captain America z. B. sind diese Werte durchaus ‚universalistisch‘ gemeint). Obgleich der Super-Held über überlegene Kräfte verfügt (mit der seltenen Ausnahme des ‚Batman‘, der sich auf unbegrenztes Geld und Technologie stützt. Batman gehört nicht zu Marvel, sondern zu DC), nutz er diese nicht, um persönliche Vorteile zu erlangen oder ‚Macht‘ auszuüben, sondern um ‚Schwächere‘ zu schützen. So gesehen wäre dann Robin Hood der erste ‚Superheld‘. Und tatsächlich gibt es im Team der Avangers (aus dem Marvel-Universum) einen Bogenschützen namens Hawkeye [1], dessen archaische Waffe (auch wenn sie technologisch gehypt ist) in einem merkwürdigen Gegensatz zur Übertechnologisierung ihrer Feinde steht.

Aber geradezu die Personifizierung des ‚Antimodernismus‘ ist Captain America. Nicht nur, dass er ein Soldat des zweiten Weltkrieges ist, der 70 Jahre geschlafen hat um dann im heutigen New York aufzuwachen; er vertritt auch die ‚alten Werte‘ in Reinkultur und gerät dadurch immer wieder in Konflikt mit seinen mehr ‚pragmatisch‘ und ‚zweckgerichtet‘ denkenden Vorgesetzten und Kollegen. Die Kernbotschaft, die Marvel dem Publikum verkaufen will, ist, dass die Menschen (insbesondere die Jugend) Helden und Vorbilder brauchen, an die sie glauben und an denen sich sich orientieren können. Und dass letzlich die tiefe Überzeugung und der feste Wille mehr erreichen können als das rein verstandesmässige (Macht)Kalkül. So gesehen muss man die Superhelden-Geschichten als literarisches Untergenre (Neu- oder Zweitschöpfung) mythischer Erzählungen ansehen, deren ‚archaische Botschaften‘ aber in Wirklichkeit einem ‚projektiven‘ Bedürfnis in der Neuzeit entspringen. Natürlich erreichen sie nicht das erzählerische Niveau des Meisters der Zweitschöpfung J.R.R. Tolkien ( der „Herr der Ringe“ dürfte wohl ein einmaliges Ausnahmewerk bleiben), aber ihre Erzählstruktur basiert auf ähnlichen Prinzipien und verwendet ähnliche Topoi.
Der Verlust des ‚Heroischen‘ erzeugt als Gegenreaktion darauf die Sehnsucht nach der ‚guten, alten und verlorenen Zeit‘, die den Heutigen eine Ahnung  davon vermittelt, wie der ‚Sinnverlust‘ gestopft werden könnte. Dass diese ‚Neu-Mythen‘ einen ausgeprägt eskapistischen Charakter[2] haben und selbst Teil einer gigantischen Verwertungsmaschine und ‚Ideologieproduktion‘ sind, wird meist weniger reflektiert.

Der Maschinen-Mensch: ‚transhumanistischer‘ Alptraum oder eine Chance für eine bessere Zukunft?

Quasi der Gegenpol zum antimodernistischen Aspekt der Superhelden-Geschichten ist der ‚transhumanistische‘ Aspekt in der Science Fiction. Die Verbindung von Mensch und Maschine ist an sich kein ganz neues Thema (in dem heise-Artikel wird auf den Frankenstein von Merry Shelly hingewiesen [3]. Tatsächlich sind die mythologischen Quellen aber viel älter), aber erst in der neueren SF-Literatur feiert der Maschinen-Mensch Urstände. Der Terminator, Robocop und Darth Vader sind nur Extrembeispiele. und auch der Gegenspieler von Captain America, sein (ex)Freund Bucky, hat einen Metallarm, mit dem er übermenschliche Kräfte entfalten kann. Und beim Captain selbst wurde die Muskalutar und das Wachstum künstlich manipuliert durch irgendein Serum.

Wir haben es also im eigentlichen Sinne nicht mehr mit ‚Menschen‘ zu tun, sondern mit ‚Hybridwesen‘, die die Rollen von Personen einnehmen ([vor]spielen). Der Held, den wir an sich alle brauchen, ist also nur um den Preis seiner Entmenschlichung zu haben; so wird das Heldenhafte vom ‚meschlichen‘ abgespalten, was nur ein weiterer Aspekt einer allumfassenden Entfremdung in der Entwicklung der ‚Warengesellschaft‘ darstellt.

In seinem neuen Roman „Origin“ von Dan Brown baut der Futurologe und Computerwissenschaftler Edmond Kirsch einen Supercomputer, mit dem er ‚beweisen‘ kann, dass sich Leben notwendig aus den Naturgesetzen heraus entwickeln muss; und aufgrund von Modellberechnungen mit diesem Computer kommt er zu dem Ergebnis, dass sich die Spezies ‚Mensch‘ immer mehr mit der Technik verbindet und dadurch der ‚Homo technicus‘ (ein neues Reich des Lebens, ein neuer Evolutionsschritt) entsteht.

Liana Helas, ein facebook-Freund, schrieb zum ‚Transhumanismus‘ als Kritik:

„Es scheint unvermeidlich und unausweichlich, dass allmählich eine neue Gattung des »Automobils« in die fragile Sphäre der menschlichen Gemeinschaft einwandert. Dass erneut Friedrich Nietzsche als Gewährsmann instrumentalisiert wird, ist gleichermaßen beschämend wie konsequent. Die »Logik der Geschichte« ist seit jeher unmoralisch, der Revolutionär allenfalls ein Relikt aus dem Wachsmuseum, in dem man Hitler zwar den Kopf abreißen kann, den Traum von einer menschlicheren Gemeinschaft – vom ewigen Frieden – aber wohl kaum rekonstruier[t] wird. Zwar stolzierte Oscar Pastorius in Spitzenzeiten über die Aschenbahn, die Beseitigung des menschlichen Makels benötigt indes tiefgreifendere Einschnitte. Die Phantasmagorien des Science Fiction sind allenfalls eine fade Ouvertüre auf dem Weg zur Kolonisierung ferner Welten.“

Aber vlt sind es ja gerda die ‚Makel‘ (und die Auseinandersetzung damit), die uns erst zu ‚Menschen‘ (durchaus im emphatischen Sinne) machen. Und wenn schon keine ‚fernen Welten‘ kolononisiert werden, so finde ich die Unterwerfung der gesamten Natur unter das Prinzip der (ökonomischen) Verwertung schon schlimm genug.

„Was müssen wir von unseren Körpern abtrennen, dass wir in die Technologiewelt passen?“ („Der erweiterte Körper“)

Und ich vermute stark, dass sich diese ‚Abtrennung‘ nicht nur auf die Körper bezieht, sondern auch auf unsere ‚Seelen‘ (Psyche).

Überlegungen zu einer ‚Ethik der Automatisierung‘ 

Aber wie können wir unterscheiden, welche technologischen Entwicklungen [4] ethisch ok sind und welche nicht. Eine Brille oder ein Herzschrittmacher sind kein Problem. Aber wenn es irgendwann mal ein interface (Schnittstelle) zwischen Gehirn und Computer geben sollte, würde das eine Riesenethik-Debatte auslösen. [5] Von der Anwendung der ‚Gentechnik‘ (gezielte ‚Menschenzucht‘) mal ganz zu schweigen!

In einem Artikel zur „Kritik der künstlichen Intelligenz“ heisst es:

„Die Beispiele zeigen, dass sich hier die Nicht-Sinnhaftigkeit einer Automatisierung jeweils kaum vorhersagen ließ, beziehungsweise vorhersagen lässt. Man kann leicht Situationen benennen, wo sich vorher sinnhafte Automaten später dann bevormundend, einnehmend-totalitär, oder fehlerhaft verhalten. Es kann nicht entscheidend sein, wie man im Voraus eine sinnvolle Automatisierung konstruiert und findet – oder was man für die Erlangung idealer automatisierter Verhältnisse tun sollte. Stattdessen ist es viel wichtiger zu sehen und dafür zu sorgen, dass schlechte und nicht-sinnhafte Automaten ausgeschaltet und Missstände beseitigt werden können.“

Aber wer entscheidet, was sinnhafte und nicht-sinnhafte menschliche Zwecksetzungen sind?

Das ist das diskursive Konfliktfeld und letztlich können nur ‚wir alle‘ – die ‚Gesellschaft‘ als ganzes darüber entscheiden. Dafür benötigen wir aber eine Diskussion über eine ‚Ethik der Automatisierung‘ und über die Organisation einer wirklich ‚humanen‘ ( = l[i]ebenswerten) Gesellschaft.

Ich meine, die Entscheidungen über die ‚menschlichen Zwecksetzungen‘ sind gerade dann nicht willkürlich, wenn ihre ethischen Prinzipien gewissen Geltungsansprüchen genügen, die aber von allen verstanden (zumindest von einer ‚qualifizierten‘ Mehrheit) und — vor allem — gelebt werden müssen.

Leider dürfte der weg dorthin noch lang sein. Aber wie schon Henry Miller sagte:

„Unser [Reise-]Ziel ist nie ein Ort, sondern eine neue Sicht der Dinge.“[6]

Resümee

Meines Erachtens stellen die ‚transhumanistischen‘ Fantasien in Superhelden-Comics und im Science Fiction-Genre (das man natürlich differenziert betrachten muss) die logische (wenn auch möglicherweise unterschwellige) Konsequenz einer Gesellschaft dar, deren einziger Orientierungspunkt ökonomische Verwertbarkeit und technologische Effizienz ist. Eine ‚Moral‘, die sich nicht von der wirtschaftlichen’Nützlichkeit‘ leiten lässt, wird nur als rückwärtsgewandter ‚Anti-Modernismus‘ dargestellt und wird dadurch a priori als bestenfalls liebenswerter Spleen abgewertet.

Erschwerend kommt hinzu, dass es in der ‚Postmoderne‘ einfach geworden ist, das Streben nach ‚Wahrheit‘ (schon das Wort erscheint anrüchig) und Wahrhaftigkeit als ‚totalitär‘ zu denunzieren. Und nach den historischen Erfahrungen mit Faschismus und ‚Stalinismus‘ hat dieses ‚Argument‘ eine nicht zu unterschätzende populäre Zugkraft.

Aber die Suche nach der ‚Wahrheit‘ ist nicht nur eine Frage des Verstandes; sie ist im Wesen eine Sache des ‚Herzens‘.

Andy Warhol wurde mal gefragt, warum er eine ähnliche Sichtweise wie andere Künstler haben kann und seine Antwort war: vielleicht haben wir dieselben Comic-Bücher gelesen.

Auch wenn die Comic-Literatur sicherlich nicht mehr die gleiche Bedeutung wie in den 60er- und 70er-Jahren hat (allein schon wegen des Rückgangs der Printmedien), so sind ihre Bilder und Narrative immer noch ‚moderne Mythen‘, die die Stelle der Götter- und Heldensagen früherer Kulturen eingenommen hat. Und durch ihre Verfilmungen, die ein breites Publikum finden, sind sie ein fester Bestandteil der Populärkultur geworden, der kaum mehr wegzudenken ist.

Man sollte die Superhelden nicht (nur) als Fluchtmittel aus der Realität kritisieren, sondern als Fiktionen und Fantasien ansehen, die eine Menge über uns selbst aussagen. Selbst wenn wir Superman und Co. literarisch ‚töten‘ würden, so wäre ‚er‘ immer bei uns, weil ein Teil von uns – ‚er‘ ist.

(Sowjetisches Denkmal, ‚amerikanisch‘ umgestylt)

Endnoten:

[1] Der Name erinnert an die Figur des ‚Falkenauge‘ aus den Lederstrumpf-Erzählungen.
Es gibt auch eine Comic-Figur names Green Arrow, der stylisch stark an Robin Hood angelehnt ist.

[2] Im dritten Teil der Avenger-Filme („Infinity War“) erreichen die Gewalt und Action-Szenen eine derartige Redundanz, dass das Anschauen kaum mehr erträglich ist. Und mit dem ‚Titanen‘ Thanos wird die ‚Künstlichkeit‘ in der Darstellung von ‚Charakteren‘ derartig auf die Spitze getrieben, dass man sich schon fragen kann, ob das nicht eigentlich wieder eine ‚Selbstironisierung‘ sein soll. Dieser Gedanke macht schon deshalb Sinn, weil Thanos eine Figur aus den ‚Guardians of the Galaxy‘ ist, und diese sind nun tatsächlich und ganz bewusst – pure Selbstironie!

[3] „Kann Frankensteins Geschöpf als Ganzkörperprothese verstanden werden?
Das Monstrum wäre dann Prothese des menschlichen Körpers. Frankensteins Geschöpf ist von Kopf bis Fuß eine Prothese, also Ersatz des Menschen. Als Entwurf der zukünftigen Anatomie. Die alte Menschheit müsste weggedacht werden und dann aus ihren Überresten doktert Frankenstein einen neuen Prothesengott. Doch dieser bleibt mangelhaft. Gott ist er allein durch den Einsatz von Werkzeugen, Kulturtechniken und Intelligenz. Prothese heißt jedoch, (meist unfreiwillig) abzugeben und Gliedmaßen zu verlieren.“ 

Zum Begriff ‚Prothesengott‘ schreibt Freud: „Der Mensch ist sozusagen eine Art Prothesengott geworden, recht großartig, wenn er alle seine Hilfsorgane anlegt, aber sie sind nicht mit ihm verwachsen und machen ihm gelegentlich noch zu schaffen.“ (zit. nach aaO.)

In der Figur des ‚Hulk‘ kann man eine moderne Adaption sowohl des ‚Frankenstein‘, als auch von ‚Dr. Jekyll und Mr. Hyde‘ sehen.

Der Roman ‚Frankenstein‘ bedeutet aus mythologischer Sicht ein ‚Paradigmenwechsel‘ vom Schöpfungsmythos zur ‚Selbstschöpfung‘ des Menschen.

[4] Ich beschränke mich hier auf die Anwendungen in der Medizin. Die ökonomischen Probleme (z. B. die Digitalisierung in der Arbeitswelt) scheinen mir prinzipiell ‚lösbar‘ zu sein.

[5] Im zweiten Teil der ‚Avengers‘ („Age of Ultron“) entsteht aus einer ausserirdischen künstlichen Intelligenz ein ziemlich fieser Bösewicht.

[6] Während sich in vormodernen Gesellschaften das ‚Heldenhafte‘ im Wesentlichen auf die Auseinandersetzung mit der Natur und Kriege beschränkte, kommt es in heutigen Zeiten mehr darauf an, den Mut für ein ’neues Denken‘ zu haben. Selbst im Marvel-Universum wird diese Idee reflektiert, wenn der noch schmächtige Steve Rogers eine Fahne runterholt, indem er den Fahnenmast aus der Verankerung löst, während seine Kameraden sich vorher vergeblich bemüht hatten, den Mast zu erklettern. („The first Avenger“)

Wir haben es also mit einer ‚Verschiebung‘ vom Körperlichen zum Geistigen zu tun. Wie weit man diese Verschiebung treiben kann, diese Frage fällt ebenfalls in den Bereich des gesellschaftlichen ethischen Konsenses, der erst ermittelt (diskutiert) werden muss. Hier spielen auch Hegemonieverhältnisse von ‚Macht und Herrschaft‘ eine nicht unbedeutende Rolle; ich denke hier insbesondere an die ‚Geschlechterverhältnisse‘.

Verwendete Literatur:

Der erweiterte Körper

wikipedia Transhumanismus

Dan Brown, Origin (Roman, 2017)

Buchbesprechung von „Origin“

„Kritik der künstlichen Vernunft“

Dreiteilige Comic-Dokumention: 
Teil 1: [https://www.youtube.com/watch?v=M8_vmDGt7Qw]
Teil2: [https://www.youtube.com/watch?v=XiuusaPPuZ4]
Teil3: [https://www.youtube.com/watch?v=80kkSM9LwOo]

 

4 Kommentare zu “Der (Super)Held: altmodischer Archety oder Motor der Veränderung?

  1. siehe auch:

    https://www.vergleichende-mythologie.de/zwischen-angst-und-hoffnung-der-kuenstliche-mensch-in-mythos-und-science-fiction/?fbclid=IwAR23Bj2F60RRZej0zHN3ZxrrmpUW1Zi-Llbz3OxRorTLh0PDlGt6dWsEr5A#more-5865

    „Prometheus gilt aber nicht nur als Feuerdieb und damit als Kulturbringer und menschlicher Lehrmeister. Ihm wird außerdem nachgesagt, Menschen zu formen „nach seinem Bilde“ (Prometheus, Johann Wolfgang Goethe). Dem Mythos zufolge erschafft er den Menschen aus Lehm. Doch ein perfektes Werk gelingt ihm nicht, denn sein Bruder Epimetheus, der an der Schöpfung beteiligt gewesen ist, lässt sich fatalerweise mit Pandora ein, dem „schönen Übel“ (griech. καλὸν κακόν), wie der Dichter Hesiod sie nennt. In der Büchse, die sie bei sich trägt, liegen sowohl die Hoffnung als auch alle Plagen der Welt. Nach dem Öffnen der Büchse wird die Schöpfung des Prometheus davon heimgesucht. Interessanterweise ist die Übeltäterin selbst eine Schöpfung, nämlich die des Schmieds und Feuergotts Hephaistos, und natürlich hat bei der ganzen Aktion wieder einmal niemand anderes als Zeus die Finger im Spiel: Die künstliche Schöpfung wird mit Hilfe der künstlichen Schöpfung bestraft.“

  2. „Das ist weder konservativ“, flüsterte ich noch leiser, „noch reaktionär. Es ist eine Welt des Mythos.“ Der Mythos ist ein Traum, den eine ganze Gruppe oder Gesellschaft teilt. Darin muss ein Held innere und äußere Hürden überwinden, um zu reifen und seine Welt mit dem dabei erlangten Wissen zu bereichern. Der Held ist Stellvertreter des Träumenden. Frodo und Bilbo Beutlin, das sind wir.“

    http://www.taz.de/Kolumne-Konservativ/!5051256/?fbclid=IwAR02_ngkk_m3U67zpvj60dIfSxhDOCqxxByox4mZiTvsfNlBp6GyDNRxu3I

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