Uncategorized

Fußnoten der Geschichte(n)

Bildergebnis für hail red army spartacist

Reflektionen über ’sektologische‘ Politik 

Zufällig habe ich auf facebook gelesen, dass James Robertson, der Gründerführer der ’Spartacists‘ gestorben ist. Dies hat mich dazu inspiriert, etwas intensiver über die Situations- und Bedingungsanalyse ‚linksradikaler‘ Politiken nachzudenken. Ich beabsichtige also keineswegs einen Nachruf auf Robertson zu schreiben; schon deshalb nicht, weil mir sein Name immer eher wie ein ‚Mythos‘ erschien, ohne dass eine Person greifbar gewesen wäre. Dies etwa im Gegensatz zu Ernest Mandel, der durch seine zahlreichen Publikationen und seine Medienpräsenz ja durchaus eine Person der Zeitgeschichte war. Robertson hingegen war immer nur ein Name, der bestenfalls im ‚trotzkistischen‘ Mileu eine gewisse Rolle spielte. 

Ich selbst war in frühen Jugendjahren eine Zeitlang im sympathisierenden Umfeld der Trotzkistischen Liga Deutschlands, der damaligen deutschen Sektion der iSt (internationale Spartacist Tendenz/ heute IKL – internationale Kommunistische Liga). Ich habe dort viel gelernt, wovon ich heute noch profitiere und bin auch davon überzeugt, dass viele der programmatischen Errungenschaften aus der Gründungsphase der Sparts und der revolutionären Tendenz der SWP (Vorläufer der Sparts) heute noch Gültigkeit besitzen[1]. Allerdings würde ich in der Rückschau sagen, dass eine gewisse Tendenz zur dogamtischen Sterilität immer schon vorhanden war. Auch waren stalinoide tilts schon lange vor den Ereignissen in Afghanistan (russischer Einmarsch) und Polen (Solidarnosc) erkennbar[2]. Trotzdem ist es ein unbestreitbares Verdienst der Sparts ein Stück revolutionärer ‚Kontinuität‘ gerettet zu haben (sofern dieser Begriff überhaupt Sinn macht).

Dies endete aber spätestens mit dem Einmarsch der Roten Armee in Afghanistan. Die Parole der Sparts ‚Hoch die Rote Armee‘ war eine klare Abweichung von der trotzkistischen Programmatik (wenn auch sicher ursprünglich als provokative Überspitzung gedacht). Und später nahmen sie in Polen [propagandistisch] ‚Verantwortung‘ für die verbrecherische Politik der Stalinisten. Diese Entwicklungen blieben natürlich nicht folgenlos. Die Verwerfungen, die seither die Sparts geschüttelt haben, sind selbst für interessierte Beoabachter kaum mehr zu verfolgen. Es gab mehrere Spaltungen und ‚Reinungsaktionen‘ und die Degeneration der IKL zu einer Kultsekte dürfte kaum mehr rückgängig zu machen sein. Allerdings sieht auch die Situation der ‚Kritiker‘ nicht viel besser aus. die IBT z. B. ist heutzutage in mindestens drei Fragmente zerfallen und die ‚Nordenites‚ (Jan Norden war der Chefradakteur des Workers Vanguard) wollen von der IBT nichts wissen.

Die Bezeichnung der Spart-Politik als ’Neopabloismus‚ ist aus Sicht der ’Spart-family‘ zwar naheliegend, aber meines Erachtens nicht sehr historisch[3]. Während in den 50er jahren noch eine reformistische Arbeitermassenbewegung existierte und der Pabloismus ein untauglicher Versuch war, in diese Bewegung zu intervenieren, ist spätestens seit Beginn der 70er Jahre diese Massenbewegung nur noch temporär erkennbar. Für Deutschland ist sie meines Erachtens völlig zerstört und man könnte das KPD-Verbot (1956) als formelle geschichtliche Markierung dafür anführen. Daher sind meines Erachtens die opportunistischen Appetite der Sparts nicht auf programmatische Revisionen zurückzuführen, sondern umgekehrt, die programmatischen Revisonen sind ein Ausdruck dafür, dass man nicht versteht, warum ein gutes Programm nicht zu einem Mehr an politischem Einfluss führt. Etwas vulgärpsychologisch ausgedrückt: jeder Versuch eines short cuts ist immer ein Ausdruck einer Verzweiflung. Und Verzweiflung führt natürlich auch schnell zu einem Zweifel an der politischen Richtigkeit des eigenen Tuns.

An sich ist so eine Entwicklung sogar etwas ‚Positives‘, wenn es gelingt, aus den Schwächen und Niederlagen Lehren zu ziehen. Aber bislang sieht es eher so aus, dass die sektologischen Tendenzen des (Gesamt)Trotzkismus eher noch zunehmen und die Erben der Spartacist-Tendenz nur noch als Webseiten-Sekten eine extrem marginale Existenz fristen können.

Man sollte die Programmatik des Trotzkismus durchaus studieren, organisationspolitisch bietet er keine erstrebenswerte Perspektive mehr an.

Insgesamt muss man die Bilanz Robertsons trotz einiger programmatischer Errungenschaften als ’negativ‘ ansehen: die Krise der revolutionären Führung wurde eher verschärft als gelindert. Allerdings würde ich die ’Schuld‘ dafür (sofern man überhaupt von Schuld sprechen kann) nicht nur den subjektiven Schwächen der Spart-Führung anlasten wollen. Die Zeiten selbst bereiten grosse Schwierigkeiten, deren theoretisch-praktische Bewältigung noch vielen Generationen grosse Mühen bereiten wird. … wenn uns denn der Klimawandel noch so viel Zeit lässt.

Wenn schon der ‚Trotzkismus‘ selbst nur eine Fußnote der Geschichte ist, so findet Robertson darin sicher seinen Platz. Aber seine Schattenseiten überwiegen wohl das ‚Gute‘. Aber Das zumindest wird den ’Staffelläufern[4] der weltrevolutionären Versuche‘ als Erbe bleiben.

Falls man ein Fazit ziehen möchte, würde ich sagen, dass sowohl die Geschichte des Spartacismus (als auch des Healyismus) eins zeigt: der Anspruch auf ein genuines revolutionäres Programm ist von einem gesunden innerorganisatorischen Regime nicht zu trennen oder wie es die Spart-Führung einst richtig erkannte: organisatorische Tendenzen sind selbst eine politische Frage ersten Ranges.

Es fehlte offensichtlich ’nur‘ die Fähigkeit, dies auch auf sich selbst zu beziehen.

 

[1] Für eine programmatische Würdigung siehe: https://revolutionaryprogramme.wordpress.com/2019/04/14/james-m-robertson-a-balance-sheet/?fbclid=IwAR36t1yrkXhecWKyUX2Lktzem8gyS-WjA-bde_AZC_Jo6pv-rpvDN63k4K0

[2] Eine Losung für Vietnam in der Zeit der Kriegshandlungen mit den USA war z. B. ‚all indochina must go communist‘, die leicht einen stalinoiden Beigeschmack bekommen konnte.

[3] Auch die GIVI, Vorläufer der IBT in Deutschland, bezeichnete Robertson als ‚pabloistischen Vielfraß‘, der vorher ein ‚trotzkistischer Feinschmecker‘ war. Ob aber allein die Aufrechterhaltung des politischen Gourmetwesens zu politischen ‚Erfolgen‘ führt, steht auf einem anderen Blatt.

[4] „Umgeben mit diesem Flair [die Verkörperung des Marxismus zu sein] wird der Avantgardecharakter eben nicht am Programm, sondern an der lautstarken Wiederholung gemessen, Fleisch und Blut der revolutionären Kontinuität zu sein, ähnlich einem Staffelläufer, der die Stafette der Weltrevolution fest umklammert hält und ins Ziel läuft. Manchmal jedoch stürzt der Läufer oder wird sogar überrundet, selten dumme Läufer verlaufen sich; auf allen Fälle, Genossen, ist dieses Rennen noch lange nicht entschieden.“ (GIVI, Für die Wiederschaffung der IV. Internationale, oJ, oO)

13 Kommentare zu “Fußnoten der Geschichte(n)

  1. ich habe den text mal durch ein übersetzungsprogramm gejagd. kann aber für die qualität nicht garantieren 😉 http://www.DeepL.com/Translator

    By chance I read on facebook that James Robertson, the founder leader of the ‚Spartacists‘, died. This inspired me to think a little more intensively about the situation and condition analysis of ‚left-wing radical‘ politics. So I have no intention of writing an obituary on Robertson, not least because his name always seemed more like a ‚myth‘ to me, without a person being tangible. This is in contrast to Ernest Mandel, for instance, who was a person of contemporary history due to his numerous publications and media presence. Robertson, on the other hand, was always just a name that at best played a certain role in the ‚Trotskyist‘ Mileu.
    In my early youth I myself was for some time in the sympathetic environment of the Trotskyist League of Germany, the then German section of the iSt (International Spartacist Tendency/ today IKL – International Communist League). I learned a lot there, from which I still profit today, and I am convinced that many of the programmatic achievements from the founding phase of the Sparts and the revolutionary tendency of the SWP (predecessor of the Sparts) are still valid today[1]. In retrospect, however, I would say that there has always been a certain tendency towards dogmatic sterility. Stalinoid tilts were also recognizable long before the events in Afghanistan (Russian invasion) and Poland (Solidarnosc)[2]. Nevertheless, it is an indisputable merit of the Sparts to have saved a piece of revolutionary ‚continuity‘ (if this term makes sense at all).
    But this ended at the latest with the invasion of the Red Army in Afghanistan. The slogan of the Sparts ‚High the Red Army‘ was a clear deviation from the Trotskyist programmatic (albeit certainly originally intended as a provocative exaggeration). And later in Poland [propagandistically] they took ‚responsibility‘ for the criminal policies of the Stalinists. Of course these developments did not remain without consequences. The upheavals that have shaken the Sparts since then can hardly be followed even by interested Beoabachers. There have been several splits and ‚cleansing actions‘ and the ICL’s degeneration into a cult cult is unlikely to be reversed. But the situation of the ‚critics‘ doesn’t look much better either. The IBT, for example, has now disintegrated into at least three fragments and the ‚Nordenites‘ (Jan Norden was the chief editor of Workers Vanguard) don’t want to know anything about the IBT.
    The term ‚Neopabloism‘ for Spart policy is obvious from the point of view of the ‚Spart-family‘, but in my opinion not very historical[3]. While in the 1950s a reformist mass workers‘ movement still existed and Pabloism was an unsuitable attempt to intervene in this movement, at the latest since the beginning of the 1970s this mass movement is only temporarily recognizable. In my opinion, it is completely destroyed for Germany, and the KPD ban (1956) could be cited as a formal historical marker. Therefore, in my opinion, the opportunist appetites of the Sparts are not due to programmatic revisions, but vice versa; the programmatic revisions are an expression of the fact that one does not understand why a good program does not lead to more political influence. In vulgar psychological terms, any attempt at a short cut is always an expression of despair. And of course despair quickly leads to doubts about the political correctness of one’s own actions.

  2. In itself such a development is even something ‚positive‘ if it succeeds in drawing lessons from the weaknesses and defeats. But so far it looks more like the sects of (total) Trotskyism are on the increase and the heirs of the Spartacist tendency can only live on an extremely marginal existence as website sects.

    One should certainly study the programmatics of Trotskyism; in terms of organizational policy it no longer offers a perspective worth striving for.

    Overall, despite some programmatic achievements, Robertson’s record must be seen as ’negative‘: the crisis of the revolutionary leadership has been exacerbated rather than alleviated. However, I would not want to blame the ‚guilt‘ (if one can speak of guilt at all) only on the subjective weaknesses of the Spart-leadership. The times themselves cause great difficulties, the theoretical-practical coping with which will cause great difficulties for many generations to come. … if climate change leaves us so much time.
    If ‚Trotskyism‘ itself is only a footnote of history, Robertson will surely find his place in it. But its downsides probably outweigh the ‚good‘. But at least that will remain the legacy of the ‚relay runners[4] of world revolutionary attempts‘.

    If one wants to draw a conclusion, I would say that both the history of Spartacism (and of Healyism) shows one thing: the claim to a genuine revolutionary program cannot be separated from a healthy inner-organizational regime, or as the Spart-leadership once rightly recognized: organizational tendencies are themselves a political question of the first order.

    Obviously ‚only‘ the ability to relate this to oneself was lacking.

    • It is true that the tiny size of an organisation like the BT means it is effectively impotent in terms of the historical tasks it sets itself. However I would present myself as an example of the positive effect the training in that programmatic framework can have.

      See the posts from the 2012 to 2015 period on this blog when I, as an individual only recently arrived in Ireland, was able to play a leadership role in the working class resistance against the household and water charges. Armed only with the programmatic framework provided by the IBT – particularly in terms of thr methods of the Transitional Program and united front type campaign work.

      It is that programme framework which makes groups like the BT have am importance in the struggle for human liberation (indeed the struggle to save humanity from the barbaric horrors of ecological collapse) than their size would indicate.

      In terms of internal regime neither side of the BT/IBT split seem to have, as yet, manifest any signs of current-day Spartacist cultish degeneration.

      I am unsure if you are an individual or have some organisational affiliation. If you are an individual like myself then I would encourage you to seriously consider contacting the BT.

      I would largely agree with your comments about opportunistic appetites, programmatic revisionism, shortcuts and despair. There are complicated feedback mechanisms at work in all that which will express themselves differently in different individuals and small groups.

      • danke für deinen kommentar.
        thanks for your comment

        „In terms of internal regime neither side of the BT/IBT split seem to have, as yet, manifest any signs of current-day Spartacist cultish degeneration.“
        Im Hinblick auf das interne Regime scheint keine Seite des BT/IBT-Splits Anzeichen einer heutigen Spartakist-kultischen Degeneration zu erkennen zu haben.

        dem stimme ich zu. allerdings glaube ich, dass allein aufgrund der schwachen kräfte der sinn organisatorischer arbeit von vorrnherein untergraben wird. ich will nicht ausschliessen, dass die eigenständige existenz der BT eine programatische notwendigkeit ist, aber wenn davon der erfolg der ‚proletarischen weltrevolution‘ abhängig ist, dann gute nacht. 😉
        i agree. however, i believe that due to the weak forces alone the sense of organizational work is undermined from the beginning. i don’t want to exclude that the independent existence of the BT is a programmatic necessity, but if the success of the ‚proletarian world revolution‘ depends on it, then good night 😉

        „I am unsure if you are an individual or have some organisational affiliation.“
        Ich bin mir nicht sicher, ob Sie eine Einzelperson sind oder eine organisatorische Zugehörigkeit haben.

        ich bin eine einzelperson und habe keine organisationszugehörigkeit. im moment sehe ich auch keine organisation (weder in deutschland noch weltweit), wo ich ohne bauchschmerzen sein könnte. bislang hatte ich immer die IBT mit einer gewissen sympathie verfolgt, aber die kürzliche spaltung ist für mich nicht nachvollziehbar. ich bin mir auch nicht sicher, inwieweit ich mich selbst noch als ‚trotzkist‘ bezeichnen würde. und wenn, dann ein recht unorthodoxer. 😉
        i am a single person and have no organizational affiliation. at the moment i also don’t see any organization (neither in germany nor worldwide) where i could be without abdominal pain. so far i had always followed the IBT with a certain sympathy, but the recent split is not understandable for me. i’m also not sure to what extent i would still call myself a ‚Trotskyist‘. and if so, then it’s a rather unorthodox one. 😉

      • Certainly it would be a bold statement to say that the success of the ‘proletarian world revolution’ depended on the existence of the BT as an organisation.

        But it is certainly hard not to believe, for me at least, that the core elements of the programme the BT is based on (method of the Transitional Programme in engaging with the wider working class, internationalism, working class political independence etc) will have to also be central to whatever organisational forms do manage to achieve proletarian world revolution.

        I see the threat of planet-wide ecological collapse as being the most important issue facing us. The stark choice of socialism or barbarism has never been posed in such immediate terms in my life time.

        The struggle for the revolutionary programme, or at least its core elements as per above, within the environmental movement is already posed. the main demand of the environmental movement is to call on the world’s capitalist government’s to declare a climate emergency – obviously hopelessly insufficient. And it poses issues of working class independence and the need to build a revolutionary wing against the current reformist leadership who will want to tie us to any „progressive capitalists“ who say they are on our side when what is required to save the planet is a complete transformation of the socio-economic system. Bringing the processes of production into the sphere of direct control by proletarian democratic forms of social governance. Capitalism MUST be overthrown to save the planet.

        I am open as to what organisational forms that may take. At the moment I am hoping that working with the comrades who have formed the BT will allow me to have an influence beyond what I can exert as an individual – which is the only real reason for revolutionary organisation after-all. But we will see. Maybe I will find there are other allies in the fight against ecological collapse who share those core programmatic positions that I can more sensibly work with. But as yet I have not found them.

  3. Nur eine redaktionelle Anmerkung:

    Damit die Sache für Nicht-TrotzkistInnen verständlicher wird, wäre – scheint mir – hilfreich, nach „opportunistischen Appetite der Sparts“ eine Fußnote zu setzen und dort zu klären, was mit diesem Vorwurf gemeint ist:

    1. Nachdem weiter oben von „gewisse[r] Tendenz zur dog[ma]tischen Sterilität“ der Sparts die Rede war, scheint mir „opportunistische Appetite“ vorderhand nicht der naheliegendste Folge-Vorwurf zu sein –

    außer die recht ausgeprägte Nähe auch zur späten SU würde als „opportunistisch“ gelabelt.

    2. Darüber würde sich dann vielleicht auch die – mir spontan ebenfalls nicht evidente – „Bezeichnung der Spart-Politik als ‚Neopabloismus'“ erklären:

    Hier dann nicht i.S.d. der Sozialdemokratie-Nähe des ‚Pablismus‘, sondern wegen des gleichfalls in Erwägung gezogenen / propagierten Entrismus in stalinisierte KPen. –

    Oder meinst Du eh etwas ganz anderes, als ich mir jetzt zusammengereimt habe?

    • nein, das ist schon völlig richtig, was du sagst. allerdings als ’nicht-trotzkistin‘ ist dir vlt nicht klar, dass im ‚orthodoxen trotzkismus‘ sowohl stalinismus als auch sozialdemokratismus als gleichermassen ‚reformistisch‘ eingeschätzt werden. dass der ‚pro-stalinismus‘ scheinbar ‚linker‘ wirkt ist nur ein [ideologisches] oberflächenphänomen.

      tatsächlich sehe ich bei den sparts mindestens zwei entwicklungsphasen.
      — bis in die 70er hinein sehr orthodox mit einer tendenz zur sterilität
      — ab 79/80 herum eine stetige zunahme opportunistischer abweichungen, die dann letztlich zur bezeichnung ’neo-pabloismus‘ [ersatz-avantgardismus] geführt haben. ich selbst stehe aber dieser analogie kritisch gegenüber, wie ich im artikel versucht habe, zu begründen.

  4. @ REVOLUTIONARYPROGRAMME

    alle fragen, die du stellst, sind nicht neu. mit ausnahme der ökofrage. mit diesen themen schlägt sich die trotzkistische bewegung seit über 80 jahren herum und die bisherige bilanz ist verheerend. ich kann nicht erkennen, dass eine gruppe wie die BT wirklich helfen könnte, die ‚revolutionäre führungskrise‘ zu lösen oder zumindest zu verbessern. zumal heutzutage nicht mal klar zu sein scheint, ob es überhaupt ein ’subjekt‘ einer revolutionären entwicklung geben kann.

    all the questions you ask are not new. with the exception of the eco question. the Trotskyist movement has been struggling with these issues for over 80 years and the balance so far has been devastating. i can’t see that a group like the BT could really help solve or at least improve the ‚revolutionary leadership crisis‘. especially as it doesn’t even seem clear these days whether there can be a ’subject‘ of revolutionary development at all.

  5. Leserbrief von A.Holberg

    „Ein guter Artikel! Er unterscheidet nicht nur richtig Trotzki und den „Trotzkismus“, der ja nicht nur organisatorisch, sondern in zentralen inhaltlichen Fragen derart gespalten ist, dass der Begriff an und für sich keinen Sinn mehr macht, sondern weist – was für alle sich als proletarisch-revolutionär verstehende Strömungen gilt – richtig auf das zentrale Problem hin: die seit langem fehlende proletarische Bewegung, also „lauter Häuptlinge, keine Indianer“. Die nun zur Diskussion anstehende Frage ist nun aber diese: wieso gibt es ungeachtet der unübersehbaren Herausforderungen für die internationale Arbeiterklasse diese Bewegung zumindest im historischen Vergleich kaum bis nicht? Von der Beantwortung dieser Frage, die ich wohlbemerkt nicht leisten kann, dürfte auch ganz wesentlich die Frage abhängen, wie eine – zunächst vielleicht nur reformistische dann aber notwendigerweise revolutionäre – proletarische Massenbewegung wieder entstehen kann (angesichts der Umweltkrise hoffentlich noch früh genug), wie „systemcrash“ richtig bemerkt.“

    http://www.scharf-links.de/55.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=69254&tx_ttnews%5BbackPid%5D=56&cHash=612fb2ef31

Schreibe eine Antwort zu systemcrash Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.