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Probleme des Medienaktivismus

Bildergebnis für linksunten indymedia

Anne Roth und Peter Nowak haben dankeswerterweise an 20 jahre indymedia-geschichte erinnert. aber es stellen sich mir auch einige fragen in bezug auf einen linken medienaktivismus, der zwar seine hochphase hatte, aber heutzutage daran nicht mal ansatzweise anknüpfen kann. es wäre also zu fragen, was die gründe des erfolges als auch des jetzigen niederganges sind. und in einem weiteren schritt müßte überlegt werden, wie mit den problemen des linken medienaktivismus möglichst produktiv umgegangen werden kann.

dass der linke medienaktivismus den aufstieg der globalisierungskritischen bewegungen begleitete, dürfte kein zufall gewesen sein. das internet ist ja perse das globale medium. heute ist davon bestenfalls noch Attac übriggebliebeben (und dabei ist noch fragwürdig, ob das überhaupt eine linke organisation ist).

und dass beim verbot von linksunten kaum protest vernehmbar war, dürfte ebenfalls ein ausdruck des niedergangs der globalasierungkritik sein. obgleich das politische spektrum bei linksunten breiter war als bei jeder webseite einer organisation oder eines orgblogs, wird die soliarbeit im wesentlichen von der automenen und anarchistischen szene getragen. dies sind ganz schlechte voraussetzungen für die mobilisierung zum tag (((i)))).

Bild könnte enthalten: 1 Person, Hut

wenn es nicht gelingt, den ‚Fall‘ linksunten zu einem zivilgesellschaftlichen skandalon zu machen, dann fürchte ich, wird das das modell, über vereinsverbote unliebsame medien mundtot zu machen, schule machen.

im artikel von Anne Roth heisst es ganz richtig:

„Ganz offensichtlich hat der Zugang zur Produktion von Medien allein nichts Emanzipatorisches, wenn das Ziel nicht gleichzeitig auch ein herrschaftskritisches ist.“

die geschichte von indymdia und inbesondere von linksunten bestätigt diese einschätzung, auch wenn der medienaktivismus für sich selbst schon auch ein gewinn darstellt (durchbrechung des mainstream-medienmonopols).

wenn es aber nicht gelingt, das verbot von linksunten als angriff auf die meinungs-und pressefreiheit wahrzunehmen (wenn auch getarnt durch das konstrukt des ‚vereinsverbots‘) und die mobilisierung über die szene der üblichen verdächtigen hinaus zu erweitern, – dann könnte der tag (((i))) zu einer demonstration des kläglichen bis erbärmlichen zustands der (radikalen) linken werden.

dies würde nur den scharfmachern des ’starken staats‘ nützen – von den rechten netzwerken mal ganz zu schweigen.

Bild könnte enthalten: Text

(die Scharfmacher des starken Staats in Aktion) 

3 Kommentare zu “Probleme des Medienaktivismus

  1. >„Ganz offensichtlich hat der Zugang zur Produktion von Medien allein nichts Emanzipatorisches, wenn das Ziel nicht gleichzeitig auch ein herrschaftskritisches ist.“
    die geschichte von indymdia und inbesondere von linksunten bestätigt diese einschätzung…<

    dieser satz bedarf noch einer erklärung. ursprünglich hatte ich gemeint: 'wenn der medienaktivismus nicht zur politischen organisierung führt'.
    aber auch politische organisierung ist nicht perse etwas 'emanzipatorisches'.
    das problem ist die gesellschaftliche hegemonie. und so lange die linken darin so schlecht sind, wird auch der kritischste journalismus nichts weiter sein und bleiben als eine weitere kommentierung der welt.

    siehe auch: http://www.autonomie-magazin.org/2019/07/15/kein-querfront-aber-quer-zu-den-fronten/

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