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Wenig Hoffnung in der ‚Realpolitik‘

eigentlich war ich nie ein grosser interessent für ökologische fragen. in meiner phase als sympathisant der TLD (Trotzkistische Liga Deutschlands, heute SpaD [wobei ich mir nicht sicher bin, obs die überhaupt noch gibt. die letzte deutschsprache publikation ist vom Herbst 2019]) hat man sich sogar über die anti-AKW-bewegung (ende der 70er) lustig gemacht als ‚öko-freaks‘. aber angesichts der klimaentwicklung muss man schon die ökologie als die DIE soziale frage unserer zeit betrachten.

offensichtlich ist es aber so, dass man bereits in den 80er jahren des vorigen jahrhunderts schon alles über den klimawandel wusste. ‚wir‘ haben also im prinzip 40 jahre verschwendet, um entsprechende massnahmen einzuleiten. und warum, weil die herrschende politik rücksichten nehmen muss auf gewisse wirtschaftliche interessen.

von daher stellt sich tatsächlich die frage: ist der klimawandel überhaupt noch aufzuhalten und als daraus resultierende frage: ist unsere gesellschaft reformfähig (von revolutionsfähig mal ganz zu schweigen)?

tatsächlich spricht vieles dafür, auf beide fragen mit ‚Nein‘ zu antworten. und aus der bisherigen geschichte wissen wir, dass gesellschaftliche krisen eher die ungleichheit verstärkt haben. die menschen suchen sicherheit offensichtlich eher im autoritären als im emanzipatorischen. damit steht aber auch die plausibilität linker politiken auf dem prüfstand. 

dass es aufklärung immer schwerer hat als das ausleben von ressentiments hat ja schon Adorno festgestellt. aber dies als alleinige erklärung für die linke dauerkrise auszugeben, – damit würde man es sich doch etwas zu einfach machen.

erstens gibt doch auch eine menge hausgemachter ‚linker‘ fehler und zweitens ist es eine elitäres (und klassistisches) vorurteil, dass die ‚Massen‘ immer sich wie Lemminge verhalten (‚Führer befiehl, wir folgen‘). zwar ist autoritätsgläubigkeit eine unheilvolle deutsche tradition (und ich sehe mich nicht als anti-deutscher), aber es ist kein ‚historisches gesetz‘, dass sich krisen immer zwangsläufig nach rechts entwickeln müssen. eine kluge revolutionäre strategie und taktik könnte durchaus in der lage sein, eine hegemoniefähigkeit zumindest innerhalb der kritischsten sektoren der gesellschaft zu erlangen. aber das setzt natürlich eine erhebliche theoretische und programmatische vorarbeit voraus. und so etwas fällt nicht vom himmel.

dass eine ohnehin schon stark politisch geschwächte linke sich seit G20 auch noch mit einer welle massiver staatlicher repression aussereinandersetzen muss (linksunten-verbot, indymedia de. als verdachtsfall, verfahren gegen den Roten Aufbau Hamburg, immer wieder illegalisierungsversuche gegen die Rote Hilfe; um nur einige beispiele zu nennen) macht die sache nicht gerade besser. wenn die ‚radikale linke‚ überhaupt darum kämpfen muss als legitimer und — vor allem — legaler bestandteil des politischen (meinungs)spektrums anerkannt zu werden, dann ist die luft eigentlich schon recht dünn geworden.

ich kann mich noch daran erinnern, als in den 70er jahren versucht wurde, die maoistischen K-gruppen zu verbieten. damals gingen dagegen 20 000 leute auf die strasse, und das waren weiss gott sicher nicht alles ‚Maoisten‘! man vergleiche das mit den eher lauen reaktionen auf das verbot von linksunten.

O S T E N D F A X P O S T: Das rote Jahrzehnt

man darf sich nichts vormachen: die ‚radikale linke‚ ist schwach und verletzbar. nie war der zeitpunkt für den bürgerlichen staat so günstig wie jetzt, ihre zentralen strukturen zu zerschlagen. umso wichtiger wäre es, gemeinsame schutz- und trutzbündnisse zu organisieren, die über die vorhandenen politischen differenzen hinweg ein solidarisches (verteidigungs)handeln ermöglichen.

die solidarität mit dem Roten Aufbau und die organisierung des DIYM-netzwerkes sind zwar nur kleine, aber trotzdem wichtige schritte, um die politische und rechtliche verteidigung der ‚radikalen linken‚ zu organisieren.

das recht auf gesellschaftlichen fortschritt darf man sich auf keinen fall nehmen lassen oder wie William Wallace fragte:

„Was würdet ihr tun ohne die Freiheit?“ 

7 Leadership Lessons from Brave Heart Movie - imfnd Club

Ein Kommentar zu “Wenig Hoffnung in der ‚Realpolitik‘

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