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Marvel-Film-Universum auf neuen Wegen?!

Filmbesprechung: Black Widow (USA 2021)

ich muss gestehen, meine erwartungen an Black Widow waren nicht hoch. ich mag die figur als auch Scarlet Johansson in dieser rolle. aber ansonsten habe ich nicht viel was anderes erwartet, als bislang in den MCU-filmen von phase 1 bis 4 gezeigt wurde.

umso überraschter war ich, dass dieser film sich doch stark vom üblichen Marvel-feeling unterscheidet. er erzählt einen durchgehenden handlungsstrang und gibt einen einblick in die frühen ursprünge von Natasha und ihrer ‚familie‘. er lässt sich viel zeit, die einzelnen charaktere darzustellen und ihre beziehungen zueinander zu entwickeln. Florence Pugh, die die ’schwester‘ von Natasha spielt, erweist sich in dem film als würdige nachfolgerin in der rolle der Black Widow, auch wenn sie Scarlet Johansson natürlich nicht ‚ersetzen‘ kann. das Minenspiel von Natasha in den (wirklich witzigen!) dialogen mit ihrer schwester ist köstlich. so emotional kann man sie in den anderen MCU-filmen nicht sehen. (das thema, dass die jungen frauen im ‚roten raum‘ unfruchtbar gemacht wurden, wird ebenfalls angesprochen und verleiht dem film eine tragische tiefe, die man sonst vom MCU nicht gewohnt ist. ein einer stelle fragt die ‚mutter‘ Natasha: „wie konntest du dir dein mitgefühl bewahren?“ – eine sehr berechtigte frage!)

etwas gewöhnungsbedürftig empfand ich den ‚vater‘, aber die ‚mutter‘ kommt ebenfalls gut rüber und insgesamt funktioniert die ‚familien’konstellation.

weniger gut hat meines erachtens die figur des Taskmasters funktioniert, aber das kann dieser film durch viele andere positive sachen relativ leicht kompensieren.

die action in dem film ist überwältigend gut, zum teil sogar für mich zu bombastisch und wirkt durch übertriebenen schnitt und perspektivenwechsel unnötig hektisch. gut fand ich, dass man weniger auf technisches equipment gesetzt hat und die kämpfe stark körperbetont inszeniert sind.

Scarlett Johansson (Bildquelle: wikipedia)

Fazit: obwohl der film überraschend gut gemacht ist, hat er mich nicht wirklich geflasht. die ‚emotionale fallhöhe‘ des films bleibt durchgehend flach und obgleich Natasha als durchaus verwundbar und verletzbar dargestellt wird (an einer stelle sieht man grosse blaue flecken auf ihrem rücken), sieht sie immer so perfekt gestylt aus, dass man ihr die verletzbarkeit nicht wirklich abnimmt. das posing von Natasha bei kämpfen wird zwar von ihrer schwester ironisiert, aber selbst diese ironisierung führt nur dazu, dass sie bei einer rettungsaktion mit genau diesem posing gross raus kommt. ein beleg für die these, dass alles, dem man aufmerksamkeit und beachtung schenkt, dadurch nur noch mehr energie bekommt.

oder mit anderen worten: solange man an superhelden glaubt, solange führt auch ihre kritik und ironisierung nicht dazu, dass sie aussterben. 😉

Wertung: 6 von 10

4 Kommentare zu “Marvel-Film-Universum auf neuen Wegen?!

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