Uncategorized

Godzilla, Kong und Co.

Versuch einer kritischen Würdigung des Monsterfilms

an sich bin ich kein grosser fan dieses genres, aber durch das schauen einer kino+spezialsendung habe ich doch lust bekommen, was dazu zu schreiben.

im fraglichen jugendalter zwischen 14 und 18 (so ganz genau weiss ich das gar nicht mehr) liefen bei uns im kleinen dorfkino natürlich auch diese japanischen Monsterfilme, die alle den namen Frankenstein im titel enthielten, obwohl Godzilla mit Frankenstein ungefähr so viel zu tun hat wie eine kuh mit einer opernarie. obwohl, – sooo ganz stimmt das auch wieder nicht, denn während Frankenstein ein Monster mit hilfe der wissenschaft kreiert, ist Godzilla das produkt einer genmutation aufgrund von Atombomben (der ursprung der monster ist also immer der mensch selbst). daher kann es auch nicht verwundern, dass die Godzilla-filme aus Japan stammen, denn die sind ja nun geschichtlich in dieser hinsicht traumatisiert. ohne jetzt diesen filmen eine übertriebene politische oder ideologische deutung geben zu wollen, so kann man zumindest eine gewisse pazifistische stossrichtung feststellen und auch das thema moralischer kompass im mensch-natur-verhältnis wird angerissen.

rückblickend ist es schwer zu vermitteln, welche wirkung diese filme hatten, die in TV-reihen wie „Der phantastische Film“ oder „Das Gruselkabinett“ gespielt wurden. selbst wenn sie technisch noch so schlecht gemacht waren, hatten sie eine unwiderstehliche fazsination und entführten in fremde welten, von denen man träumen konnte. schon früh hatte ich eine leidenschaft für Science fiction und kannte auch einige Jules Verne-Verfilmungen (die „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ findet auch eine referenz bei Godzilla versus Kong) . leider muss ich die japanischen Godzillafilme eher in die abteilung trash ablegen. aber die verfilmung von Roland Emmerich mit Matthew Broderick (1998) ist echt grosses kino! (im doppelten sinne des wortes)

natürlich beruht ein grossteil der wirkung dieser filme auf eine schlichte gigantomanie, wo man sich einfach an einer monsterkloppperei erfreut. insbesondere Godzilla versus Kong (2021) setzt in dieser hinsicht maßstäbe, auch wenn die handlung selbst nicht allzu viel hergibt. aber vlt. ist das wirklich die letzte chance des kinos, (wirtschaftlich) zu überleben, wenn filme produziert werden, die man einfach auf einer grossen leinwand sehen muss.

sicherlich könnte man irgendwelchen geopolitischen bezüge für diesen film herstellen, aber ich bin kein grosser freund davon, filme inhaltlich aufzuladen, wo es einfach nur darum geht, sich für 2 stunden bei popcorn und cola zu unterhalten. apropos unterhaltung: der anspruch, gute unterhaltung zu machen, ist gar nicht mal so banal, wie er vlt. klingt. während kinder und jugendliche in den 70ern Godzillafilme toll fanden, wo menschen mit Gummianzügen die Monster imitierten, ist heutzutage eine umfassende computertechnologie am werk, mit der im prinzip bilddarstellerisch keine grenzen mehr gesetzt sind.

aber ob mit der technischen entwicklung bildgebender verfahren auch die erzählkunst schritt halten kann -, diese frage ist wohl noch offen, aber ich neige dazu, sie mit einem nein zu beantworten. der grösste unterhaltungs- und spannungsfaktor ist und bleibt immer noch die eigene Fantasie!

ein TV highlight aus frühen tagen 😉

Ein Kommentar zu “Godzilla, Kong und Co.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.