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Dune – eine etwas verspätete Besprechung

ich habe lange gezögert, ob ich überhaupt etwas zu Dune schreiben soll. ich war durch die die Lych-verfilmung (1984) deramassen abgestossen, dass ich an der neuverfilmung kaum interessiert war. nachdem ich den film mir jetzt angeschaut habe (allerding nicht im kino) muss ich zugeben, dass Villeneuve ein ‚grosser wurf‘ gelungen ist.

trotzdem lässt sich nicht leugnen, dass auch dieser film, trotz seiner brillianten machart, ein paar probleme hat. da ich die roman-vorlage nicht kenne, werde ich mich allein an dem film und seiner rezeption orientieren. wenn ich damit dem autor Frank Herbert an der einen oder anderen stelle unrecht tue, entschuldige ich dafür im voraus.

ich fange mal ganz grundsätzlich an: bislang habe ich immer gedacht (und so hatte ich es auch erfahren), dass science fiction ein zukunftsszenario beschreibt, dass zumindest in gewissen hinsichten einen fortschritt darstellt; und sei es wenigstens im technologie-bereich. bei Dune sieht man hingegen flugapparate in libellenform, die zwar ihren ästhetischen reiz haben, aber doch wohl kaum einen praktischen vorteil haben. in politischer hinsicht sieht die sache aber noch viel schlimmer aus: adelshäuser, die untereinander um die Machtverteilung rivalisieren, erinnern eher an feudale verhältnisse, denn an moderne. und die raumfahrt scheint weniger von technologie abzuhängen als vielmehr vom konsum einer droge. das alles wirkt doch eher wie eine in die (weite) zukunft projizierte restauration als einen irgendwie gearteten geschichtlichen fortschritt. insofern ist Dune eher als eine Dystopie einzuordnen. (auf die religiösen und religionskritischen aspekte werde ich nicht eingehen, weil der erste teil dazu zu wenig hergibt. aber die darstellung der Bene Gesserit wirkt eher wie eine obskurantistische seifenoper, die auf den weltraum projiziert wurde. auf die figur des Messias wird man nach dem zweiten teil eingehen müssen.)

Rebecca Ferguson (Bildquelle Wikipedia)

die erste hälfte des films ist ein wenig gemächlich in der erzählweise, aber nach dem angriff der Harkonnen gewinnt die Dramaturgie deutlich an fahrt (der film nimmt sich aber insgesamt viel zeit in der erzählung. das kann man mögen oder auch nicht). bei den schauspielerischen leistungen sind insbesondere Lady Jessica (Rebecca Ferguson) und Paul Atreides (Timothee Chalamet) zu nennen, wobei die sehr jugendhafte erscheinung von Paul etwas gewöhnungsbedürftig sein kann. aber gerade die mutter/sohn-beziehung wird gut herausgearbeitet.

die landschaften und kulissen sind bombastisch und bilden zusammen mit der musik von Hans Zimmer eine eigene bildsprache. die kostüme sind eher minimalistisch, aber passen gut zu einem wüstenplanenten.

künstlerisch ist der film ein fest für (bild)ästheten; die geschichte, die erzählt wird, wird dadurch aber nicht wirklich besser.

Wertung: 7,5 von 10 scheint mir fair zu sein

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