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Warum Eternals nicht funktionieren kann

mir geht es in dieser besprechung nicht darum zu begründen, warm Eternals ein ’schlechter‘ film ist. davon kann sich jeder selbst gern überzeugen. neben konzeptionellen und besetzungsgründen scheint es mir aber auch ‚tiefere‘ gründe zu geben, warum Eternals ’scheitern‘ musste.

grundsätzlich hätte ich mich das thema einer eigenen kosmologischen mythologie des MCU schon interessiert. aber dass die MCU-götter (Celestials) keinen anderen antrieb haben, als sich selbst fortzupflanzen bei der erschaffung ‚intelligenten‘ lebens und dabei auch gern die zerstörung eines ganzen planeten mit ‚einrechnen‘ spricht nicht gerade für die ‚qualität‘ dieser götter. und dass sie dabei auch noch aussehen wie gigantische roboter aus den feuchten träumen pubertierender zeugt klar davon, dass Marvel so viel ahnung vom Numinosen hat, wie eine kuh von opernarien.

(dass die Eternals und Deviants nur künstliche geschöpfe der Celestials sind, um diese fortplanzungskette aufrechtzuerhalten, wiederholt im prinzip den christlichen dualismus von engeln und teufeln, ohne diesen eine eigene realität zuzugestehen)

an dieser stelle muss ich leider einen kleinen kunstgeschichtlichen exkurs einschieben, damit meine kritik verständlich(er) wird. Walter Benjamin zeigt in seinen Text „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ auf, dass ursprünglich die kunst (und kunstgegenstände) in Kulthandlungen verankert war. diese funktion hat der film aber schon lange verloren. zwar mag es anhänger einer ‚Jedi-religion‘ geben, die sich regelmässig star-wars-filme reinziehen, aber ich gehe davon aus, dass die meisten Marvelzuschauer eher auf unterhaltung und zerstreuung aus sind. aber selbst diese funktion kann Eternals nicht erfüllen, das der film sich selbst viel zu ernst nimmt. zwar mag die frage nach den ‚opfern‘ der evolution nicht unberechtigt sein (darf man einen planenten opfern für einen Celestial?), aber das wesen moralischer fragen besteht eben genau darin, das wir sie nur nach menschlichem ermessen beantworten können. wir können nicht die frage beantworten, ob das sterben der dinosaurier etwas ‚gutes‘ war, weil dadurch der entwicklung der menschheit freie bahn gegeben wurde. schon deshalb, weil ‚wir‘ nicht über die Macht verfügen, Asteroiden auf Planeten fallen zu lassen. wenn wir es könnten, wäre es allerdings eine moralische frage. aber wer wollte sich eine solche last aufhalsen?

Angelina Jolie (Bildquelle: wikipedia)

ein weiteres problem stellt die schauspielerische besetzung dar. ich habe selten einen film gesehen, in denen die schauspieler einen geringeren eindruck hinterliessen. es kann vielleicht auch daran liegen, dass es gleich 10(!!) neue helden sein mussten, aber alle wirken durch die bank derartig langweilig und austauschbar, dass man sie gleich wieder vergisst. selbst die grossen namen Salma Hayek und Angelina Jolie können daran nichts ändern.

ich wollte eigentlich zum schluss noch irgendwas ‚positives‘ zum film sagen, aber es fällt mir verdammt schwer, etwas zu finden. sicherlich muss man Eternals zugestehen, dass er versucht, neue wege zu gehen. und in sachen worldbuilding und künstlerische gestaltung hat er sicherlich auch eine menge zu bieten. aber all` das kann die schwächen nicht wettmachen.

Eternals ist neben Captain Marvel der schwächste MCU-film bisher.

Wertung: 4 von 10

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