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Die „Ringe der Macht“

ich sehe mich durchaus als ‚Tolkien-Fan‘, sofern es sich um den Herrn der Ringe handelt. ich habe im späten jugendalter die ‚grünen 3 bände‘ gelesen (besser wäre zu sagen: verschlungen) und natürlich kenne ich die filmtrilogie von Peter Jackson. seinerzeit (70er, teilweise noch die 80er jahre) war Tolkien so eine art geheimtipp der ‚alternativen szene‘ und man konnte den Herrn der Ringe damals schon fast als Modeerscheinung bezeichnen. heutzutage denke ich, es geht nur noch darum, dass Tolkien-Erbe möglichst kommerziell ertragreich auszuschlachten.

hingegen der mythologische unterbau, wie er im Simarillion dargelegt ist, hat mich nie interessiert und ich habe das Silmarillion auch nie gelesen. das spannende am Herrn der Ringe ist ja gerade, dass im fortgang der geschichte zwar andeutungen auf die noch ‚ältere geschichte‘ gemacht werden, aber diese nie weiter ausgeführt werden. so verbleiben sie in der phantasietätigkeit des lesers.

Die grünen Bände (in der Übersetzung von Margarete Carroux)

nun mag eine serie über das ‚zweite zeitalter‘ durchaus ihren sinn haben, aber ich glaube doch, dass das mainstream-publikum diese serie hauptsächlich guckt, um einen bezug zum Herrn der Ringe zu finden. ob diese erwartung erfüllt wird, kann nach zwei episoden aber unmöglich gesagt werden.

was aber gesagt werden kann, dass der technische standard der serie gigantisch ist. und gigantisch ist keine übertreibung, was aber angesichts der geldausgaben auch als (ökonomische) notwendigkeit betrachtet werden muss. und die zwei episoden sind auch besser als man im vorfeld befürchten konnte. ich persönlich tue ich mich ein bisschen schwer mit den schauspielern, die mir nicht besonders glücklich ausgewählt zu sein scheinen; aber vlt gewöhnt man sich daran noch. Galadriel hat mir auf jeden fall besser gefallen, als das, was man von ihr in den teasern gesehen hat. Elrond hingegen sehe ich schon eher als vollkatastrophe an, – aber, nun ja, warten wir es ab. 😉 (nebenbei, schwarze Zwerge und Elben sind für mich kein problem.)

während die erste episode eine hohe spannung aufbauen kann, hat die zweite episode schon phasen, die mit einer gewissen langeweile dahinplätschern. natürlich haben serien die eigenart, auch nebenstrecken stärker zu beleuchten als man es in einem film machen könnte, aber wenn diese nebenstrecken nun gänzlich uninteressant für einen sind, erhöht das auch nicht gerade das sehvergnügen.

insgesamt scheinen mir die ersten zwei episoden daran zu schwächeln, dass man sich zwar unglaublich mühe mit der technik und der ausstattung gemacht hat, aber die inszenierung (storytelling) und die charakterentwicklungen bleiben noch (weit) hinter den möglichkeiten zurück.

insgesamt scheint mir die kritik, die ich so mitkriege (you tube), eher durchwachsen zu sein. und auch ich neige dazu, erst mal eine vorsichtige 5,5 von 10 zu geben, in der hoffnung, dass da noch ein steigerungspotential vorhanden ist.

technik und geld können keine gute erzählung und künstlerische gestaltung ersetzen.

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8 Kommentare zu “Die „Ringe der Macht“

  1. ich will zu den einzelnen episoden keine eigenen besprechungen machen, aber folge 3 hat mir deutlich besser gefallen. sie war spannend und die kulisse von Numenor war klasse. nur der Warg-Wolf sah scheisse aus. auch die action sah gut aus. ein bisschen hat man die kitsch-ästhetik übertrieben bei dem ausritt von Galadriel, aber schwamm drüber. insgesamt würde ich eine freundliche 7 von 10 geben. ich hoffe, dass die serie in diesem sinne weitermacht. dass sie eher ein ’slow burner‘ ist, damit muss man, denke ich, leben. ich sehe darin aber kein grosses problem; eher scheint mir das in die Tolkien-Welt gut hineinzupassen.

  2. für alle, die den eindimensionalen charakter von Galadriel kritisieren, seien diese sätze aus den „Nachrichten aus Mittelerde“ gerichtet:

    „Noch immer bewegte sie [Galadriel] Stolz, als sie am ende der altvorderenzeit nach dem endgültigen sturz Morgoths die vergebung der Valar für alle, die gegen ihn gekämpft hatten und in Mittelerde geblieben waren, zurückwies. es mussten noch zwei weitere lange zeitalter vergehen, bis ihr schliesslich alles in die hände fiel, was sie sich in ihrer jugend ersehnt hatte: […]. doch ihre klugheit war zu weisheit geworden, und sie wies alles zurück, und nachdem sie die letzte prüfung bestanden hatte, ging sie auf immer von Mittelerde fort.“ (S. 310)

    die amazon-serie ist allso in dieser hinsicht durchaus ‚werktreu‘, aber für die dramaturgie wäre es sicherlich besser, wenn die charakterentwicklung bei Galadriel weniger als „zwei zeitalter“ dauern würde 😉 .

  3. folge 4 war leider in meinen augen sehr schwach, wenn man mal vom schluss absieht. ich werde mir die episoden weiterhin ansehen (schon aus meinem Tolkien-interesse heraus), aber im grunde hat Wolfgang Schmitt recht: es ist zeitverschwendung. die bilder sind zwar sehr hübsch, aber erzählerisch ist die serie deutlich suboptimal. geld ist eben nicht alles!

  4. mein fazit zum staffelende lautet ganz klar: tolle bilder, suboptimal erzähllte handlungsstränge; also eher alles ziemlich durchwachsen. man kann nur hoffen, dass es die nächsten staffeln besser machen. zumindest Galadriel wurde in den letzten episoden deutlich differenzierter gezeichnet. von daher kann man lernfähigkeit voraussetzen. 😉

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