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Black Panther 2: „Schwere“ im MCU

Filmbesprechung: Black Panther: Wakanda Forever (2022)

es hat ein bisschen gedauert, bis ich mir BP2 angucken konnte; deswegen kommt die besprechung ein bisschen verspätet.

das gute dabei ist, dass ich mir diesmal auch die englische fassung anschauen konnte und natürlich auch schon ein paar kritiken angehört habe.

mein eindruck ist, dass es hauptsächlich darum ging, dem Tod von Chadwick Boseman (T’Challa) ein würdiges filmische „Ende“ zu geben. und diese aufgabe wurde eindeutig erfüllt. das intro (in angemessener kürze) ist der beerdigung von T’Challa gewidmet und im film wird die trauerarbeit von Ramonda und Shuri immer wieder thematisiert. allerdings bekommt der film dadurch eine „Schwere“, die man normalerweise bei einem MCU-film nicht erwartet.

ich war daher froh, dass es zumindest eine witzige szene gab, in der es darum ging, ob das Make-up von Okoye auch „dezent“ genug ist. 😉 Okoye gehört überhaupt mit zu meinen lieblingscharakteren bei BP!

beim thema „charakter“ muss ich auch ein paar worte zu Shuri (Letitia Wright) verlieren. ich weiss, dass sie bei kritikern und publikum mit sehr gemischten gefühlen aufgenommen wird, aber was immer sie privat für ‚meinungen‘ vertritt, – diese rolle füllt sie gut aus. sie war schon in teil 1 sehr gut, und dass sie jetzt der Black Panther ist, ist eine logische und berechtigte [Übergangs]Lösung. dass sie nicht die ausstrahlung und das charisma eines Chadwick Boseman oder einer Angela Bassett hat, wissen die filmemacher auch selbst. von daher hatte ich gott sei dank auch keine probleme damit, mit ihr emotional zu connecten.

Letitia Wright (Bildquelle: wikipedia)

mehr probleme hatte ich mit der figur des Narmor. ich weiss zwar, dass das ein sehr alter comic-charakter ist; aber ganz ehrlich, diese miniflügel am fussgelenk wirken schon ein bisschen lächerlich. sicherlich kann man bei einer comicverfilmung auch mal etwas over the top sein, aber diese figur passt nicht in einen film, der ja gerade etwas ernster und tiefgängiger sein soll.

und ein letzter punkt: eine „politische“ kritik an BP schein mir völlig deplatziert zu sein. das publikum, dass sich solche filme anschaut, möchte einen entspannten und unterhaltsamen filmabend verbringen, bei der sie von der Mühsal des tages abschalten können. themen wie „Anti-Imperialismus, Geopolitik“ oder gar „Kulturalismus und Ethnopluralismus“ stehen gar nicht zur debatte. dass solche themen natürlich ideologisch transportiert werden in einem solchen film bleibt zwar richtig, ist aber nur ein weiterer beleg für die these (sprich: tatsache!), dass sich die ideologie hinter dem rücken der gesellschaftsglieder (quasi unterbewusst) durchsetzt.

von daher kann ideologiekritik auch immer nur die leute ansprechen, die sich bereits einen gewissen grad von kritischem bewusstsein angeeignet haben. das ist der wahre kern (und teufelskreis) dessen, was man als (dauer)krise der linken diskutiert — und keine lösung dafür findet… (oder um Wolfgang Schmitt zu zitieren: „sie schauen nur, aber sehen nicht“.)

insgesamt ein unterhaltsamer film, der trotz seiner länge nie langweilig ist. gute schauspielerische leistung gepaart mit einem ziemlich bombastischen actionspektakel!

6 von 10 Punkte.

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